Keesboden : Eisboden; Gletscherboden


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Keesboden

der
Eisboden; Gletscherboden


Art des Wortes: Substantiv

Kategorien: Natur

Tags: Westösterreich fachsprachlich veraltet

Erstellt von: Koschutnig am 31.Aug.


Links: Österreichisches Wörterbuch : Keesboden

  


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Uiberhaupt machen den Traunstein seine groteske Gestalt [...] und die Gefahren seines Hinaufsteigens berühmter als seine Höhe. Denn dieser scheinbare Riese [...] ist nicht einmal ein förmlicher Gletscher, indem man nur auf seiner Schattenseite streckenweise Keesboden findet, und sein kahler Felsengipfel nicht fortdauernd beeiset ist. […]
Die besondere Art, steile Alpen und Gletscher herabzukommen, [...] kennt und übt man auch hier mit den Fremden auf Keesboden und glatten Felsenplatten.
Quelle: Eduard Mader, Reise von Böhmisch-Krumau durch das Oberennsische Salzkammergut nach Salzburg und Berchtesgaden (1809)
Der Möllfluss durchrauscht das Möllthal [...] von seinem Ursprunge aus dem sogenannten Kees- oder Eisboden des dortigen Pasterzengletschers […] bis zu seiner Einmündung in den Draufluss vor Sachsenburg.
Quelle: Carinthia, Jg. 33, Nr. 49 (1843)
Vom Keestrichter erreicht man in einer halben Stunde den Keesboden, d. i. den unteren Hochnarrgletscher, auch Pilatussee genannt, eine zerklüftete, sehr wenig geneigte Gletscherebene […] Der Keesboden hängt auf der Hochnarrseite nirgends mit den oberen Gletschern zusammen, eine Wahrnehmung, die vor sechs Jahren noch nicht gemacht werden konnte
Quelle: Jahrbuch des österr. Alpenvereines, Bd. 4 (1868)
Eine zweite Gletscherstufe, wo der Gletscher [… ] aufsteigt zu einem höheren Keesboden, nöthigt, den Gletscher zu verlassen [...] Man betritt nun den zweiten Keesboden und gelangt auf ihm zur Gemsgrube [...]
Quelle: Die deutschen Alpen, 5. Teil - Die südöstliche Abdachung vom Großglockner bis Triest (1847)
südlich vom kleinen Burgstall dehnt sich der obere Pasterzen-Keesboden und unter seinem gewaltigen, prächtigen Absturze der untere Pasterzen-Keesboden aus, letzterer besonders ausgezeichnet durch die Pracht der Eisbildung.
Quelle: Theodor Gettinger, West- und Südbahn. Ausflüge und Wanderungen …(1864)
Und schließlich das spätromantische Gemälde eines Keesbodens im Zillertal von Thomas Ender (1793-1875):
Der Keesboden am Schwarzen Stein mit dem Horn und dem Rossrücken am Ursprung der Ziller im Ziller-Thale. Date: 1841.
Quelle: Wikimedia

von Koschutnig am 31.Aug.

 


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