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Lebensmensch : überaus wichtige Person im Leben eines...


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Lebensmensch

überaus wichtige Person im Leben eines Menschen


Art des Wortes: Substantiv

Kategorien: Zwischenmenschliches

Erstellt von: Koschutnig am 15.Aug.


Ähnlich klingend:        

Links: Österreichisches Wörterbuch : Lebensmensch

  


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Als Bezeichnung eines zweiten Menschen ist der Begriff ein völlige Neuprägung aus Österreich.
"allgemeines Deutsch" als Begründung für die Entfernung ist also ein völliges Missverstehen des Eintrags.

Das Grimmsche Wb hatte zuvor das Wort völlig anders definiert:
1) mensch des lebensgenusses […]
2) lebendiger mensch […]
Quelle: Grimm, Dt. Wörterbuch

In der österr. Bedeutung ist das Wort vom österr. Thomas Bernhard für 2 Menschen geprägt und benutzt worden, für einen Großonkel und für die 37 Jahre ältere verwitwete Krankenschwester Hedwig Stavianicek, „meine Lebensfreundin, der ich nicht nur viel, sondern, offen gesagt, seit dem Augenblick, da sie vor über dreißig Jahren an meiner Seite aufgetaucht ist, mehr oder weniger alles verdanke" , eine Ersatzmutter, die er liebevoll spöttisch seine „Tante“ nannte.
Seither ist das Wort fast ausschließlich von Österreichern verwendet worden, auch vor LH Haider und Stefan Petzner:

• Hermann Muliar: "Meine Mutter war mein Lebensmensch " ("Kindheit in Österreich" S. 105)
* Helmut Zilk bezeichnete Vizebgm. Hans Mayr als seinen Lebensmenschen (ORF.at 11.04.201http://tinyurl.com/neltv7c)
* Für Marcel Prawy war die Burgschauspielerin Senta Wengraf sein Lebensmensch (Der STANDARD.at, 25. März 2003,http://tinyurl.com/pyulqq8)
* der Architekt Friedrich Kurrent: „1958 lernte er seinen Lebensmenschen, die Bildhauerin und Keramikerin Maria Biljan-Bilger kennen.“(Salzburg Wikihttp://tinyurl.com/q49jyzs)
* „Wiens einziger weiblicher Zuhälter“, die Wilde Wanda (Wanda Gertrude Kuchwalek, 1947-2004) : „Im Jahre 1991 starb ihr ‚Lebensmensch’, ihre Großmutter“. (WP u.a.)
* Cissy (Sissy) Kraner setzte unter dem Titel „Aber der Hugo ließ mich nicht verkommen“ 1994 in ihren von Georg Markus aufgezeichneten Erinnerungen ihrem „Lebensmenschen“ Hugo Wiener ein Denkmal. ( Die PRESSE.com, 03.02.2012,http://tinyurl.com/pukkkvn).

Und dann geriet das Wort indirekt durch LH Haiders Tod 2008 in aller Munde und in alle Medien und es wurde viel über das Lebensmensch-Verhältnis zwischen LH Haider und seinem Adlatus Petzner gerätselt, sodass Letzterer später jammerte:

Ich kann das Wort Lebensmensch nicht mehr hören, weil es mir so viel Unglück gebracht hat.
Quelle: KURIER.at, 13.09.2015

von Koschutnig am 15.Aug.

 
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Dass dieses "Augenblickskompositum" (Zitat Alois Brandstetter) des international wahrscheinlich bekanntesten österr. Dramatikers seit seiner zum österr. Wort des Jahres 2008 auch in Deutschland ausgiebig besprochen worden war, hat natürlich dazu geführt, dass das Wort auch dort bekannt wurde, doch eben als österreichisches Wort! So sprach etwa der SPIEGEL vom
ungewöhnlichen Begriff "Lebensmensch"
Quelle: SPIEGEL, 11.12.2008
Die bloße Bekanntheit macht das Wort aber noch lange nicht zu einem Teil des aktiven Wortschatzes.
Da die Aufnahme eines Wortes in ein Wörterbuch auf der Basis der Anzahl seiner Nennungen in Medien basiert, reicht für die Berechtigung der Behauptung, es das Wort sei "allgemeindeutsch", auch keinesweg die bloße Nennung in Wörterbüchern, sondern es würde hierfür etlicher echter Nachweise für den tatsächlichen Gebrauch bedürfen.
von Koschutnig am 16.Aug.

 


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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.