Gritsch, Gritschn, Kritsch : Hamster


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Gritsch, Gritschn, Kritsch

der
Hamster


Art des Wortes: Substantiv

Kategorien: Natur

Tags: umgangssprachlich Ostösterreich

Erstellt von: Koschutnig am 07.Aug.


Links: Österreichisches Wörterbuch : Gritsch, Gritschn, Kritsch

  


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Gemeiner oder Feldhamster vulgo Gritschn
Quelle: Dep. für Verhaltensbiologie, Universität Wien
In dem Weinberg hatte ich als Zwischenfrucht Bohnen und Erbsen gebaut. Als sie schön im Wachsen waren, sah ich eines Tages, dass sie abgefressen waren. Ich war ganz entsetzt, einer meiner Nachbarn sagte mir, dass dies ein Gritsch (Hamster) mache.
Quelle: Maria Guggenberger, "Als ich den Hamster erschlagen ging", in Katja Schmidt-Piller (hg.), "Margeriten und Mohn". Prosa burgenländischer Autorinnen (1993)
Unter die schädlichsten Korn-Diebe gehören bekanntlich die Hamster (Gritsch. Mus cricetus. Hörtsök), denn sie verzehren nicht bloß auf dem KornFelde sehr viel, sondern verschleppen noch mehr in ihre VorrathsKammern für den Winter
Quelle: Gemeinnützige Blätter zur Belehrung und Unterhaltung, als gleichzeitige Begleiter der vereinigten Ofner und Pester Zeitung , 2.Okt. 1817
Re: was ist ein "gritsch"?
biri - 04.01.2008: ... is ein gritsch ein maulwurf, ein hamster oder sonst irgendwas?
gun - 05.01.2008: der feldhamster (lat. Cricetus cricetus) - mit ein bisserl improvisation (aussprache nicht richtig) sagt das schon ein bisserl was aus..
05.01.2008: … mein vater hat mir gestern bestätigt, dass für ihn ein gritsch ein feldhamster sei.
Quelle: iphpbb.com
Beim Assoziieren des Gritsch mit lat. "cricetus" gibt's allerdings einen Haken: Die Bezeichnung “Cricetus" für den Hamster taucht erst im 13. Jh. im Gelehrtenlatein auf. Es könnte also durchaus sein, dass nicht die Formen 'Kritsch/Gritsch' auf den 'Cricetus' zurückgehn, sondern dass umgekehrt dieses 'Cricetus' eine mittelalterliche Latinisierung des Kritsch war:
Albertus Magnus (ca. 1200–1280) schreibt in seinem Werk über die Tiere (animal. 22, 47) „Cricetus, ut dicunt, animal est parvulum in antris in terra habitans.“ (Der Hamster, wie man sagt, ist ein kleines Tier, das in Höhlen in der Erde wohnt.) Eher hat also der Kritsch (auch Krietsch, Grütsch, Grutsch, Grutschel...) dem cricetus den Namen gegeben als umgekehrt (der ital. criceto ist aus dem Neulateinischen italianisiert).
Quelle: Sagen.at Forum

von Koschutnig am 07.Aug.

 


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Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

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Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.