abich, awich : verkehrt, falsch; übel; unangenehm; ...


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abich, awich

verkehrt, falsch; übel; unangenehm; links; störrisch; ungelenk


Art des Wortes: Adjektiv

Tags: Osttirol u.a. veraltend

Erstellt von: Koschutnig am 03.Aug.


Links: Österreichisches Wörterbuch : abich, awich

  


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awich - verkehrt, falsch: da awiche Weg; jemandem ane auf die awiche Seiten geben: jemandem auf das Gesäß schlagen.
Quelle: Robert Sedlaczek, Wörterbuch des Wienerischen (2013)
„awich" leitet sich von dem althochdeutschen 'abuh' ab, das 'verkehrt' bedeutet hat Man kann auf einen awichen Weg geraten, man kann einen Strumpf auf der awichen Seite anziehen
Quelle: May Mayr, Wiener Redensarten (1929)
awich, gawich, Adj., sehr alte Ableitung von der Vorsilbe ab-: mhd. æbech (=verkehrt); ahd. apuh (= rückseitig, links, übel):
1. verkehrt: die awiche Seitn eines Stoffes (=die Rückseite)
2. links: awich und krecht (=links und rechts)
3. (Osttirol) störrisch, unangenehm.
Quelle: Hans Moser, Radio Tirol-Wörterbuch der Tiroler Mundarten (2013)
1832::

Abi, abig, awich, Bw. — verkehrt, unpassend, schief, unrecht, umgekehrt. Den Rock in a b i, oder auf der a w i c h e n Seite anhaben. Eine a b i g e Antwort.
Quelle: Franz Tschischka, Bemerkungen über die Mundart des Volkes im Lande Oesterreich unter der Enns, in Beiträge zur Landeskunde Österreich's unter der Enns, 2. Bd. (1832)
1861 zitiert Hugo Mareta im Jahresbericht 1861 des Schottengymnasiums - in eigener Orthographie - Verwendungsbeispiele für abich von
Franz Stelzhamer („Lieder in obderennsischer Mundart“, 2. Aufl. 1844),
J.B. Moser ( „Das Wiener Volksleben in komischen Scenen“, Neue Folge 3,1845),
Castelli ( „Gedichte in niederösterreichischer Mundart“, 3. Aufl. 1852),
Franz Carl Gewey ( „Briefe des neu angekommenen Eipeldauers“, 1814-1819) und
Joseph Kartsch ( „Feldbleameln, 2. Busch’n“, 1847):
Abich, awi', adj. [...] verkehrt, umgedreht. D'abichi Seit'n, die der rechten entgegengesetzte Seite. (Schmeller I,11,) [..]
Håt mar oans g'steckt mit da abichen Hånd. (Stelzh. L. 101).
Er knotzt auf der abichen Seit'n. (Mos. N. F. 3, 45).
Er håt den Bårt (des Schlüssels) eahm draht auf d'abichi Seit'. (Cast. 289).
Sie håb'n sich gånz auf der abich'n Seit'n einerdraht. (n. Eip.)
Treib'n sie's anmåhl z' bunt, so wird eahne an' abichi (eine Ohrfeige mit der umgekehrten Hand) vagunnt (Kartsch 2, 116)
Quelle: Hugo Mareta, „Proben eines Wörterbuches der österreichischen Volkssprache“, im Jahresbericht des kais. kön. Ober-Gymnasiums zu den Schotten in Wien (1861)

von Koschutnig am 03.Aug.

 


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Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

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