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Wittib : Witwe


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Wittib

die, -, -e
Witwe


Art des Wortes: Substantiv

Tags: veraltet poetisch

Erstellt von: Koschutnig am 23.Jul.


Links: Österreichisches Wörterbuch : Wittib

  


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Mein seliger Mann hat kurz vorher, als er selig worden ist, g'sagt, ich soll Wittib bleiben – wie kann ein seliger Mann so eine unglückselige Idee haben?
Quelle: Johann Nestroy, Der Talisman (1840)
Im Mittelpunkt der Unterhaltung stand die polnische Baronin Vilovsky, eine geistreiche, jüngere Wittib .
Quelle: Rainer Maria Rilke. Der Apostel (1896)
Der Bauer zählte fünfunddreißig und hatte ein krankes Weib; der suchte wohl etwas anderes als eine Magd. Er möge sich doch eine ältere Person suchen, eine Wittib , die mehr Erfahrung habe in der Wirtschaft und in der Krankenpflege, nicht aber so ein neunzehnjähriges junges Blut, das leicht in Verruf kommen könne
Quelle: Adam Müller-Guttenbrunn, Meister Jakob und seine Kinder (1917)
Vor nun schon etlichen Jahren soll eine an sich geschäftstüchtige Dame, Besitzerin zweier Etablissements der verrufeneren Sorte, auf ihre letzten Tage kläglichste Angst um ihr Seelenheil befallen und sie deshalb bewogen haben, dem ehrwürdigen Stift Wilten die genannten Lusthäuser zu übereignen, auf daß sie selber als ehrengeachtete Wittib sterbe. Worauf sie sich hinlegte und tatsächlich verschied
Quelle: DIE ZEIT, 13.12. 1991
Da hat der reich' Bauer vor G'richt müssen und hat keck die Hand aufg'hob'n zu unserm Herrgott und hat g'schwor'n, so is und so wär's, wie er g'sagt hat, und der arm' Wittib und ihre zwei Kindern hab'n s' ihr ganz's Hab wegg'nommen, und so war der reich' Bauer doppelt g'zahlt und doppelt reich und doppelt froh.
Quelle: Ludwig Anzengruber, Der Meineidbauer (1871)

von Koschutnig am 23.Jul.

 
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Berühmte Wittib:
Wir Maria Theresia, von Gottes Gnaden Römische Kaiserin, Wittib, Königin zu Hungarn, Böheim, Dalmatien, Croatien, Slavonien, Galizien und Lodomerien; Erzherzogin zu Oesterreich, Herzogin zu Burgund, zu Steyer, zu Kärnten und zu Crain, Großfürstin zu Siebenbürgen, Marggräfin zu Mähren, Herzogin zu Braband, zu Limburg, zu Luzemburg und zu Geldern, zu Württemberg, zu Ober- und Nieder-Schlesien, zu Mayland, zu Mantua, zu Parma, zu Placenz, zu Quastaa, zu Auschwiz und Zator; Fürstin zu Schwaben, gefürstete Gräfin zu Habsburg, zu Flandern, zu Tyrol, zu Hennegau, zu Kyrburg, zu Görz und zu Gradisc, des Heil. Römischen Reichs Markgräfin zu Burgau, zu Ober- und Nieder-Lausnitz
Gräfin zu Namur, Frau auf der Windischen Mark und zu Mecheln, verwittibte Herzogin zu Lothringen und Barr, Großherzogin von Toscana. Entbieten allen und jeden …
Quelle: 1778
In spätmhd. Zeit wird Wittib f., die bair.-öst. Form mit Wandel von w zu b, in die Literatursprache aufgenommen; sie hält sich längere Zeit in der Kanzleisprache und altertümelnd in der Dichtung. (© Dr. Wolfgang Pfeifer)
Duden sagt: "Wit­tib, die
Wortart: Substantiv, feminin
Gebrauch: österreichisch, veraltet"
und verweist auf den "verwandten" Eintrag (ohne das österr. -tt-) "Witib, die, Gebrauch veraltet"
Deshalbverkaufte Metterstorfer an diesem 27. September 1740 das Haus der Maria Goglin, die gleichzeitig als Gätterbäckische Wittib den Jörg Kutschier heiratete. [...]
In der Ratssitzung vom 18. März 1767 wird berichtet, dass Leopold Zechner die Ortnerische Wittib heiraten wolle, weshalb er als Lederer aufgenommen wird [...]
31. Jänner 1767: Bartlmä Siegl will die Fleurysche Wittib heiraten und wird daher als Bürgerlicher Gastgeber aufgenommen.
Quelle: Häuserchronik der Wolfsberger Altstadt

von Koschutnig am 23.Jul.

 


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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.