Saltnertatz, Saltnerpratze, Saltnerhand : Verbotsschild in Weinbergen


0

Saltnertatz, Saltnerpratze, Saltnerhand

die
Verbotsschild in Weinbergen


Art des Wortes: Substantiv

Tags: Südtirol

Erstellt von: Koschutnig am 18.Jul.


Links: Österreichisches Wörterbuch : Saltnertatz, Saltnerpratze, Saltnerhand

  


Änderungen (1)


0
Durch die Weingärten führt eine Menge gern erlaubter und der Abkürzung und des Schattens wegen viel benützter Wege. Von diesem Tag an aber werden sie „Pfandwege“. Der Saltner stellt bei der Einmündung derselben einen Pfahl auf mit einer roh aus einem Brette geschnittenen Hand, die mit Dornenzweigen geziert ist: „Die Saltnertatz". Der Weg ist nun nicht gerade verboten, aber wer auf einem solchen vom Saltner getroffen wird, zahlt ein "Pfandgeld" von fünf Kreuzern.
Quelle: Die Neue Gartenlaube (1898)
Vor dem Eingang zu dem Weinberge und den Pfaden, die durch ihn führen, stellt der Saltner als Verbotzeichen einen Pfahl mit einer aus einem Brette rohgeschnitzten Hand, der „Saltnertatz", der mit Dornen umgeben ist, auf
Quelle: Georg Buschan, „Das deutsche Volk in Sitte und Brauch“ (1922)

Durch Äcker und Wiesen führende Gehwege und Steige werden gesperrt. Dies erfolgte in der Weise, dass der Saltner am Eingang die sogenannte „Saltner-Pratze" befestigte und dieselbe ähnlich wie die Luckenranken mit einem Büschel Berberitzen versah. Die Saltnerpratze ist eine aus einem Stück Holz rohgeformte Hand.
Quelle: Matthias Ladurner-Parthanes, Der Saltner im Burggrafenamt, im "Schlern", 3. Jg. (1922) -Sagen.at


2012: „sogenannt?“
Am Eingang der zur Traubenzeit verbotenen Wege und Steige muss die sogenannte "Saltnerhand" aufgesteckt werden [...] eine rote, aus Holz geschnitzte Hand mit gespreizten Fingern, welche meist an einen Pfahl angenagelt wird
Quelle: Berit Mrugalska, Wolfgang Morscher, Die schönsten Sagen aus Südtirol (2012)

von Koschutnig am 18.Jul.

 
+1
Saltnerpratze,
hier ist eine zu finden, auch wenn diese nicht aus Holz ist: http://tinyurl.com/j9p5ssy
von Compy am 19.Jul.

 


  Anmelden zum Kommentieren






Alooha | Österreichisch | Bairisch | Bayrisches Dialektwörterbuch | Costeño | Urbanes Wörterbuch | Business Argot | American Slang | Aussie Slang | Sinhala | Ceylon | Russwurm | Embedded Labs | Jerga Urbana | Atlas Körper Zentrum | Atlas Body Center | NLP | Witze | Emoji DictionaryAGB | Impressum

Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.