Heumahd : Heuernte, die


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Die Begriffe "Heumahd" (f) und "Heuarbeit" (f) für das Mähen und Trocknenlassen von Gras sowie das Einbringen des Heus sind österreichisches Standarddeutsch für gemeindeutsch "Heuernte" (f).

Standard in ch: der Heuet

(VWB S. 348; Duden)

Wie bereits anderswo geduldig erklärt: Auch der Begriff "Heumahd" kann natürlich in de regional vorkommen; er ist aber nach VWB offenbar nicht praktisch deutschlandweit schriftlich verbreitet und wurde deshalb für de nicht als Standard definiert. Das kann man nicht vom Schiff aus locker mit Googeln widerlegen.

Das VWB ist übrigens ein Gemeinschaftswerk von Wissenschaftern aus at, ch und de.
.
von Standard am 15.Jul.

 
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NICHTS, aber schon wirklich GAR NICHTS spezif. Österreichisches! "offenbar nicht praktisch deutschlandweit schriftlich verbreitet" ??? A geh!
Die Heumahd kennt man überall, wo's Leute gibt, die Deutsch sprechen (offenbar außer in der Schweiz), z.B.
an der Wolga:
Ich soll nach Ustjanka fahren und alles zur Heumahd vorbereiten: Das Häuschen neu decken, einen Ofen hinzaubern und was sonst noch zu machen ist, damit die Brigade ab nächsten Freitag mit der Heumahd beginnen kann
Quelle: Kurt Hein (Wolgadeutscher), „Dort damals“ (2013)
DDR:
Häufig überfielen Nomaden mit der Heumahd beschäftigte Grenzer oder Einzelgehöfte entlang der Linien. 42 Deshalb wurden für die Heumahd langfristige Vorbereitungen getroffen
Quelle: ZS für Geschichtswissenschaft,
‎VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften Bd. 41- (1993)
Spreewald:
1902 Heumahd durch Hochwasser verdorben
1903 — 05 2. Heumahd durch Hochwasser verdorben
1906 1. Heumahd vollständig, 2. teilweise durch Hochwasser vernichtet
1907 2. Heumahd durch Hochwasser verdorben ...
Quelle: Heinz Dieter Krausch, Burger und Lübbenauer Spreewald (1981)
Lausitz:
25 Heumahd mit Sense
Quelle: Siegmund Musiat, „Volksleben, Volksfrömmigkeit und Volksbrauch in der Lausitz“ (1992)
Eifel:
b)Kartoffelpflanzung bis Heumahd ... 41
c) Heumahd bis Roggenmahd ... 44
Quelle: Klimatische Untersuchungen auf dem Versuchsgut Rengen, Kreis Daun/Eifel (1960)
Biosphärenreservat Rhön:
Das Reservat erstreckt sich über fast 1.850 qkm in Bayern, Hessen und Thüringen. [...] Dabei ist die menschliche Nutzung natürlicher Ressourcen ausdrücklich erwünscht, würde doch das alte Kulturland ohne Heumahd oder Beweidung schnell wieder an Gehölz- und Waldflächen verloren gehen
Quelle: Kompass Wanderführer Rhön (2015)
Namibia:

S. 250: Erwachsene und Kinder in der Heumahd und der Erongofauna: Februar -April 2006 [...]
S. 316: Heumahd Erntedankfest, Brand und Osterfeuer 2009
Quelle: Renate Thullesen, Farmen und Jagen in Namibia. 100 Jahre Okapaue (2010)
Hamburg:
Wenn der Maler möcht’ , so könnte er ihn gut begleiten ins Finsertal und mit dem Bauern sprechen. In diesem Jahr ist das Haus noch nicht gemalt, die Frau war krank, und so haben sie es bis nach der ersten Heumahd hinausgeschoben.
Quelle: Tami Oelfken, „Der Maler und der Briefträger“, in Die ZEIT, 30.6.1949
Er nahm den Mann zu sich auf und ließ ihm Pflege zuteil werden .Und am dritten Tag bekam er vom Pastor einen Rechen , und er ging , ohne etwas zu sagen , mit zu den Leuten hinaus , die bei der Heumahd waren.
Quelle: Halldór Kiljan Laxness, „Napoleon Bonaparte“, in Die Zeit, 19.04.1956

Oder wirf einen Blick auf DWDS -http://www.dwds.de/?view=1&qu=Heumahd

Richard Voß, „Zwei Menschen", Stuttgart 1911:
Die zweite Heumahd war getan und der reiche Segen an kräuterreichem, stark duftendem Alpengras trocken unter Dach gebracht worden; keine Frevlerhand schleuderte mehr den Feuerbrand in den Besitz der Königsfrau

Franz Bergg, „Ein Proletarierleben", Frankfurt a. M. 1913:
In der Altmark herrschte reges Treiben. Auf den Wiesen lag eben die Heumahd hingestreckt. Frauen und prächtige Mädchen in altmärkischer Tracht rechten das weithin duftende Heu .

Wolf von Baudissin,„ Spemanns goldenes Buch der Sitte", Berlin, Stuttgart 1901:
Diese Pächter zahlen dem Gutsherrn den » tenth « den Zehnten ihrer Einkünfte…. Da es darauf ankommt, das Heu an trocknen Tagen zu mähen, so eilt jeder Pächter mit allen entbehrlichen Kräften dem Nachbarn zu Hilfe, um ihm bei der Heumahd zu helfen

Else Ury, „Nesthäkchen fliegt aus dem Nest", Berlin 1920:
Auf dem Hochplateau war man bei der Heumahd.

DIE ZEIT (Hamburg), 02.07.1998:
irgendwo im Grünen liegen, den Blick unverwandt auf den fleißigen Landmann gerichtet, der noch in der rotgoldenen Abendsonne tapfer mit seinen Lieben zur Heumahd antritt.
von Koschutnig am 15.Jul.

 


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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

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Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.