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Maiensäß, Maiensäss, Maisäß, ... : Niederalm, "Vorsäß", mittlere Stufe...


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Maiensäß, Maiensäss, Maisäß, Maisäss, Mayensäss

das, -s, -e
[ 'maj(ən)sɛs ]
Niederalm, "Vorsäß", mittlere Stufe der dreistufigen Weidebewirtschaftung


Art des Wortes: Substantiv

Kategorien: Arbeitswelt, Natur

Tags: Vorarlberg

Erstellt von: Koschutnig am Oct.2014

Links: Österreichisches Wörterbuch : Maiensäß, Maiensäss,  Maisäß,  Maisäss,  Mayensäss

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Bekanntheit

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»Während der Rest der Republik seit Generationen danach strebt, möglichst seine Heimstatt nicht zu verändern, freut sich ein Teil der Vorarlberger, ihren Hausstand pro Jahr dreimal zu wechseln, vom Tal auf die Unteralm - die Mayensässe - und von dort auf die Hochalm« (Die Furche, 18.9.14)
http://tinyurl.com/m98xuec Das Maiensäß Fraxern liegt oberhalb des hübschen Ortes Fraxern im Bezirk Feldkirch/Vorarlberger Rheintal/Naturschutzgebiet „Hohe Kugel – Hoher Freschen – Mellental“ auf einer Höhe von 1350 m. […" target=_blank class="cit">
Auf dem Maiensäß und der Alpe Staffel gibt es plätze für 89 Milchkühe.
Quelle: Irene Prugger, Vorarlberger Alpgeschichten


Der Maiensäss ist eine spezielle Form der Alm (V: „Alp“), eine gerodete Fläche mit Hütten und Ställen, die noch unter der Baumgrenze liegt. Die Maiensässe sind also „Mai-Sitze“, da der erste Viehauftrieb im Monat Mai geschieht.

Zwar ist das Wort auch in der Ostschweiz daheim, doch der älteste Beleg stammt aus Vorarlberg 1380, während man in der Schweiz noch fast zwei Jahrhunderte nur den "Vorsäss" kannte, der immer noch das Innerschweizer Wort für die Unteralm darstellt. (Q: WP u.a.)
von Koschutnig am Oct.2014

 
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Duden Online erwähnt Vorarlberg in seinem Eintrag "Mai­en­säß, Mei­en­säß" (duden.de/rechtschreibung/Maiensaesz)
überhaupt nicht, und bezeichnet das Wort als Neutrum und als „schweizerisch“ - schreibt es aber mit -ß, das im schweizerischen Deutsch gar nicht existiert, und empfiehlt diese Schreibung. Möglich, dass an „Gesäß“ gedacht wird.
Der mundartlichen Aussprache und der Herkunft von mhd. sëss ‚Sitz‘ zufolge ist das „-ä-" aber ein kurzes [ɛ] und daher ist die Schreibung mit -ß - und die heute oft zu hörende Aussprache mit langem [ɛː] ( als „spelling pronunciation“?) etymologisch eigentlich unrichtig, s.a. Schweizerisches Idiotikon http://tinyurl.com/o7dh2qy .

An die Schreibung mit -ß hält man sich aber z.B. auch im bayerischen „Bergverlag Rother“, wenn von Vorarlberg berichtet wird:
»ln Gesellschaft des Alpviehs wieder leicht bergauf an der Jagdhütte beim Kloster-Maiensäß (880 m) vorbei wandernd, öffnet sich uns plötzlich das malerische Sarotlatal mit der fesselnden Zimba-Pyramide«
Quelle: http
(Herbert Mayr: „Brandnertal mit Großem Walsertal, Klostertal und östlichem Walgau“, Rothers Wanderführer 2003)
von Koschutnig am Oct.2014

 


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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

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