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ins Weisat / in die Weisat gehen : Besuch bei der Wöchnerin mit Geschenk


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ins Weisat / in die Weisat gehen

Besuch bei der Wöchnerin mit Geschenk


Art des Wortes: Phrase

Kategorien: Zwischenmenschliches

Erstellt von: Koschutnig am Apr.2013

Links: Österreichisches Wörterbuch : ins Weisat / in die Weisat  gehen V W

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Bekanntheit

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von ahd. 'wîsod' = Geschenk

*Aus dem Deutschen Sprichwörter-Lexikon (1880): « ins Weisat gehn (Oberösterreich.) –
Unter Weisat versteht man ein kleines noch übliches Geschenk, welches die Gevatterin am dritten Tage nach der Taufe der Wöchnerin, meist persönlich, überbringt. Hier und da heisst es auch das Vorweisat, weil nach zwölf Wochen ein etwas größeres Geschenk, das eigentliche Weisat, erfolgt; zugleich wird dem Pathenkinde etwas Geld in die Göd'n- oder Krösenbüchse, eine rundliche Büchse aus Holz, meist bunt bemalt, gelegt. Weisat, das Weisende; dem Zins- oder Lehnsherrn weisen, hiess einst, nach Schmeller, ihm zur bestimmten Zeit eine bestimmte kleine Gabe bringen.»
Q.: Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): "Deutsches Sprichwörter-Lexikon", Band 5. Leipzig 1880, Sp. 125.http://www.zeno.org/nid/20011766239
* Pustertal: «wer zur Hochzeit geladen war, muss wenigstens beim ersten Kind in die Weisat gehen. Im Pustertal geht die Patin an manchen Orten sogar zweimal; am dritten Tag nach der Entbindung geht sie in die Vorweisat und nach der Aufsegnung der Wöchnerin in die rechte Weisat » (Anton Dörrer und Leopold Schmidt, (hg): Volkskundliches aus Österreich und Südtirol, Wagner, Innsbruck 1947 , S. 161)

In Bayern, bes. Oberbayern, schreibt man zumeist "Weisert", und der Brauch ist das "Weisertweckenfahren", da mit dem Besuch die Überreichung eines langen Weißbrotes verbunden ist.
von Koschutnig am Apr.2013

 


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