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Gollasch : Gulasch, Gulyas


-1

Gollasch

das, keine
Gulasch, Gulyas


Art des Wortes: Substantiv

Kategorien: Essen und Trinken, Veraltet, Historisch

Erstellt von: Koschutnig am Sep.2011

Ähnlich klingend:  
Gulasch  
+2
     

Links: Österreichisches Wörterbuch : Gollasch V W

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Bekanntheit

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Bewertungen (4)



0
WP: "Wienerisch, veraltend"

Josef Weinheber:

Zum Gabelfrühstück gönn ich mir
ein Tellerfleisch, ein Krügerl Bier,
schieb an und ab ein Gollasch ein,
(kann freilich auch ein Bruckfleisch sein).

("Der Phäake", in "Wien wörtlich", 1935)
Oder - auch aus jenen Tagen:
Nach Ladenschluss ging er gewöhnlich in ein »Beisl« – »auf a Klanigkeit […] Da frißt 'r z'erscht a Gollasch, dann a Stelzn, zwa Paar Hasse mit Saft und sauft vier Krüagl Fensterschwitz und drei Viertel G'spritzte ....«
Quelle: Rudolf Stürzer, " Die Lamplgasse" (1921)

von Koschutnig am Sep.2011

 
+1
Das Gulyás
Kaum ein Gericht hat die Wiener bzw. österreichischen Köche und Hausfrauen zu einer derartigen Fülle von Varianten angeregt wie das Gulyás. (...)

Gericht wie Wort stammen aus Ungarn. "Gulyá" heißt die Rinderherde, davon abgeleitet ist "gulyás" = der Rinderhirte. Das Fleischgericht, das von Rinderhirten im Kessel gekocht wird, heißt ungarisch "gulyás hús" ("hús" = Fleisch), verkürzt "gulyás". Das deutsche Lehnwort "Golasch" bzw. "Gollasch" (und die Form "Gulasch") wurde durch österreichische Vermittlung aus dem Ungarischen in den deutschen Sprachschatz aufgenommen.

Es gelangte Anfang des 19.Jahrhunderts über die Preßburger Gegend nach Wien. Und weil man in der Preßburger Gegend für "ol" auch "ul" sagt (z.B. "Hulz" für "Holz"), glaubten die Wiener, daß "aus einem Gulyás ein richtigeres Gollasch gemacht werden muß" (Anna Schendl, "Wiener Kochbuch und Wiener Küche im Spiegel der Zeit", Diss. Wien, 1960).

Die Wiener Köchinnen und Kochbuchautorinnen unterschieden anfangs genau zwischen einem ungarischen "Gulyás" und einem Wiener "Gollasch". (In Österreich heißt es immer "das" Gulyás, in Deutschland auch "der"; der Plural lautet "Gulasche".) Die Unterscheidung in Gulyás und Gollasch bzw. Gulasch ist nicht nur eine sprachliche, sondern in erster Linie eine geschmackliche, also eine Sache der Zubereitung. Zur Verwirrung von Begriff und Sache kommt noch der Umstand, daß der Ungar unter "Gulyás" gar nicht das versteht, was wir als "Gollasch" bzw. "Gulasch" bezeichnen! Für den Ungarn ist "gulyás" eine Suppe (gulyás lé), die im Suppenteller serviert und mit dem Löffel gegessen wird. Das Hauptgericht, auf flachem Teller serviert, mit Messer und Gabel gegessen, heißt "Pörkölt" (was unserem Gulasch am ehesten entspricht);Die Geschicht des Gulyás hägt eng mit der des Paprikas zusammen. In den Dudenausgaben und etymologischen Wörterbüchern wird das Gulyás auch heute noch meist mit "Pfefferfleisch" übersetzt.
Für die Eroberung des "ganzen Continents" sprachen auch zwei Wörter bzw. "Einrichtungen": das eine ist die "Gulaschkanone", scherzhaft für die fahrbare Feldküche verwendet, das zweite die Bezeichung einer Wiener Gaststätte, die meist erst um Mitternacht öffnet und bis in die Morgenstunden hinein Nachtschwärmer mit einem heißen, scharfen Gulasch die Lebensgeister wieder zu wecken imstande ist; der Wiener nennt dieses Lokal "Gulaschhütte"

http://www.bildspur.at/wienerisch/sites/themen/twirt.html#gulasch
von JoDo am Sep.2011

 
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na, sowas!
ich dachte, "Gollasch" wäre eine regional begrenzte Aussprachevariante von Gulasch (Pörkelt).
von dingle am Sep.2011

 
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Bin schwer im Wiglwogl,
natürlich habe ich das Gollasch - und zwar genau so - von Vater und Opa im Ohr, mir kam das aber immer als falsche Aussprache vor, die es speziell bei den beiden Genannten (absichtlich) zu Hauf gab.
von JoDo am Sep.2011

 
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"Detto" bei mir -
nur war's die Mutter, und sicher nicht absichtlich -
jedoch:
"... ob der gut sortierten Weinkarte und der raffinierten Wiener Küche, wo das Gulasch noch Gollasch heißt, [...] ist dieses Beisel längst nicht mehr Geheimtipp"
Quelle: Restaurant Liebstöckl + Co
-
so heißt's in der Eigenwerbung eines Grinzinger "Edelbeisls"
von Koschutnig am Sep.2011

 
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Drunter und drüber geht's im Kopferl eines der gewissenhaften Bewerter :-) . Verbannen muss er, das steht bei ihm fest, nur hapert's halt mit den Gründen. Da fängt er an zu rechnen: Wie lange ist "über vier !! Jahre"? Eintrag Sept. 2011 - erste Beurteilung +2 auch im Sept. 2011.

Drei Gollasch in der Fruh
Und gleich sechs Brot dazu
ein Kilo Extrawurst
vier Liter Bier für´n Durst
ein mag´res Schinkenbein
hat´s gessen ganz allein
drum war´s so dick und fett
als wie ein Klarinett
O du ...
Quelle: Großes Volks-Liederbuch (ca. 1900), Volksliederarchiv

von Koschutnig am Oct.2015

 


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