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Habergeiß : Ziegenbock, Getreidegeist, auch...


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Habergeiß

die, -, -n
[ hóbagaas ]
Ziegenbock, Getreidegeist, auch Nikolaus-Begleiter


Art des Wortes: Substantiv

Kategorien: Natur, Veraltet, Historisch, Schimpfworte - liebevoll bis leicht

Erstellt von: Koschutnig am May.2008

Links: Österreichisches Wörterbuch : Habergeiß V W

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Bekanntheit

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Habergeiß
'Haber' ist der Bock,'Geiß' wurde zur Verdeutlichung hinzugefügt, weil 'Hafer' gleich ausgesprochen wird. Im Volksglauben häufige Gestalt in zahlreichen Varianten, auch die letzte, festlich geschmückte Garbe. Das Wort ist erhalten geblieben, ohne dass vielerorts noch ein inhaltlicher Bezug besteht(vgl.'Haberer'??). Wegen des meckernden Flügelschlagtons auch Bezeichnung für eine Schnepfenart (letzteres in D)
von Koschutnig am May.2008

 
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Die Habergeiß … meckert wie eine Geiß, lacht wie ein Kobold, schnalzt wie ein Älpler und ruft wie eine Unke. Sie wohnt in den Wipfeln der höchsten Bäume, im dunklen Heustock im Stadl, geistert bei Nacht im Haus, lagert an Kreuzwegen, sitzt in Haberfeldern und begleitet den Krampus. Sie verfolgt die Holzfrevler, drückt die Schlafenden als Alp, verdirbt Korn und Kuh, kündet den Tod an und schreckt die Kinder.
Quelle: Brauchtumsseiten.de
Nach einer Erzählung aus dem Mölltale hat die Håbergaß nur drei Füße, und zwar einen vorn auf der Brust; man hört sie besonders an schönen Frühlings- und Sommerabenden. Wenn sie einer meggaz'n hört, so stirbt er entweder selbst bald oder einer seiner Verwandten. (Drautal.) Ihr Auftreten ist sonst an keine bestimmte Zeit gebunden.
Im Drautal und Gurktal bedeutet Håbergaß auch Uhu oder kleine Nachteule, welche Vögel durch ihren Ruf gleichfalls einen Todesfall anzeigen. Die Sage beschreibt sie bald als Vogel, bald als vierfüßiges Tier. [...]
In Feldkirchen und in der Reichenau gilt die Håbergaß als Hexe. Sie erscheint als altes, häßliches Weib in zerlumpten Kleidern, mit Werg auf dem Kopfe und einer Mistgabel bewaffnet. Beim Mahle der Brechlerinnen kommt sie ans Fenster und langt mit der Gabel nach den Speisen, wobei sie allerlei Tierstimmen erschallen läßt. Sie versucht dann, ins Haus einzudringen, allein sobald sie auf der Tür ein weißes Kreuz oder das Trudenzeichen findet, muß sie entweichen.
Quelle: Georg Graber, Sagen aus Kärnten, Graz 1941, sagen.at

von Koschutnig am Oct.2016

 


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