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Noagerl : Getränke- oder Speiserest


+10


  

Noagerl

das, -s, -n
Getränke- oder Speiserest


Art des Wortes: Substantiv

Kategorien: Essen und Trinken

Erstellt von: tvinz am Jan.2006

Ähnlich klingend:  
Neigerl  
+12
                 

Links: Österreichisches Wörterbuch : Noagerl V W

Dieser Eintrag ist als Teil des Wörterbuches eingetragen.

  


Bekanntheit

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Bewertungen (13)



+1
Mir bekannt, aber in Wien nicht üblich.
von Sigurd am Feb.2015

 
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-oa- ist nicht Wienerisch, dort Nagerl zu erwarten, das ich allerdings nicht kenne
von heinzpohl am Feb.2015

 
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Noagerl ist eigentlich ein Ausdruck unserer Eltern und Großeltern in NÖ. Die Jugend kennt diesen Ausdruck nicht mehr.
von hansdieter.kopitz am Feb.2015

 
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Kenne ich weder aus Kärnten noch aus Wien
von berberitze am Feb.2015

 
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Hab' ich schon gehört (aber eher selten) und verwende ich nicht selbst.
von yad-yag am Feb.2015

 
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Schon gehört und ich verwende es auch!
von Bami am Feb.2015

 
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Noagerl, das = Neigerl, was zur Neige geht, Bierrest
Quelle: Otto Ernst Breibeck, „Nacha treibt's zua. Das Haberfeldtreiben, ein altes bayrisches Sittentribunal, Ehrenwirth, München 1979


Die Erklärung ist sachlich durchaus einleuchtend und die Annahme, dass bairisches -oa- einem hochsprachlichen -ei- (Neige) entspricht, ist korrekt. Merkwürdig dabei ist allerdings, dass das Ausgangswort „Neige“ sicherlich kein im Dialekt gebräuchliches Wort ist. Ab dem 15. Jh. wurde „die Neige“ jedoch tatsächlich als „letzter Inhalt eines Gefäßes, Rest“ verstanden.

Sollte die Erklärung nun zutreffen, besteht jedoch keinerlei Zusammenhang mit der Nagelprobe, wie er durch heinzpohls Bemerkung (Sept. 2012) zum früheren, mühsam standardiserten Eintrag von Neigerl (Russi, April 2006) angedeutet wird: „eher Nagl (im Wort "Nagelprobe"), daneben auch -oa-“.

Die Wiener (und Kärntner) Form des Noagerls wäre allerdings, wie ja auch heinzpohl sagt, ein „Nagerl“ - und dieses wäre ein Homophon de kleinen Nagels, der jedoch wiederum (fast) nichts, bzw. nichts mehr mit den Näglein des bekannten Wiegenliedes zu tun hat („Guten Abend, gut’ Nacht, mit Rosen bedacht, mit Näglein besteckt, schlupf unter die Deck“), denn diese Näglein sind Nagerl oder „Nagalan“, die als Nägelchen zu niederdeutschen Negelkin und Neilkin und schließlich (früher Blumenimport aus Holland?) zu den hochsprachlichen Nelken geworden sind.

Nur "fast" nichts miteinander zu tun haben Nelken-Näglein und Nagel-Näglein insofern, als der urspr. Name der Wildblume durch deren Ähnlichkeit mit einem mittelalterlichen handgeschmiedeten Nagel entstanden war.
von Koschutnig am Feb.2015

 
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Vgl. die Einträge

1. ) Noagl
= kleine Menge einer Flüssigkeit (von chubb, Okt. 2008)

2.) Noagal
= abgestandenes, halbvolles Bier (von: uhunochmwoidbrand, Sep. 2006)

und 3.) Neigerl das, -s, -n [ Noargerl ] =
Getränkerest (von Russi, Apr. 2006 in „offizieller“ Schreibweise)
von Koschutnig am Feb.2015

 
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wird auf jeden Fall in Bayern für kleine Getränkereste in Bier- oder Weingläsern verwendet. Und nach Familienfesten durften wir Kinder immer die "Noagal" trinken.
von Ira am Feb.2015

 
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Auch Peter Rosegger hat's gekannt, aber für seine vielen deutschen Bewunderer "offiziell" verschriftlicht - und es ist ja schon über ein Jahrhundert her:
Bis aufs Neigerl haben wir die Suppe ausgelöffelt.
Quelle: Peter Rosegger, „Waldheimat“, Gesammelte Werke Bd. 13, L. Staackman, Leipzig 1914, S. 96

von Koschutnig am Feb.2015

 


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