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Fensterschwitz : schwacher Kaffee


+9


  

Fensterschwitz

der, -es, -e
schwacher Kaffee


Art des Wortes: Substantiv

Kategorien: Essen und Trinken

Erstellt von: Russi am Aug.2005

Ähnlich klingend:    

Links: Österreichisches Wörterbuch : Fensterschwitz V W

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Bekanntheit

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Bewertungen (56)



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nie gehört, und das ist typisch österreichisch?
von dingle am Nov.2015

 
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Fensterschwitz, dieses Wort gibt es bei uns nicht. Weder für Bier noch für Kaffee.
von karlitos am Nov.2015

 
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Ich kenne das Wort aus Bayern in der Bedeutung "Kondenswasser".
von Remigius am Nov.2015

 
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Nie gehört. Klingt aber erheiternd und kreativ. Scheint eine zeitgenössische Neuschöpfung zu sein.
von Puser3857qu am Nov.2015

 
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Eine "zeitgenössische Neuschöpfung" ist's nicht, doch was mag im 18. Jh. im sächs. Erzgebirge der "Fensterschwitz" als Hausmittel gegen Flechten gewesen sein?
Die Flechten vertreiben sie mit Fenster-Schwitz oder nüchternen Speichel oder den aus einer angezündeten Bircken-Ruthe austropffenden Oehl oder mit der Fettigkeit so auf einen zinnern Teller von gebrandten Lösch-Papier bleibt.
Quelle: Christian Lehmann, „Ausführliche Beschreibung des Meißnischen Ober-Ertzgebürges
(1747), S. 882
Aber auch in Tirol war der Fensterschwitz mancherorts in der Hausapotheke zu finden. Aus Ranggen, Bez. Innsbruck Land, stammt das Geheimwissen:
Weihwasser und Fensterschwitz vertreiben die Kehrlecken
Quelle: Ignaz Vinzenz Zingerle, „Sitten, Brauche und Meinungen des Tiroler Volkes“(Innsbruck 1871)
Ein Schelm, wer jetzt was Unanständiges denkt! Siehe Kehrlecken

Eindeutig wird das auch in Wien bekannte Hausmittel gegen Herpes, Krätze, Flechte u.ä. jedoch durch die Aufklärung des Professor Popowitsch (1705 - 1774), den Pionier der österreichischen Standardsprache:
Zittrich. der, Ist ein besonderer scharfer roter Auswurf auf der Haut des Menschen, welchen die Ärzte unter die Kräze zählen; [...] im Winter tupfet man zu Wienn die mit diesem Uebel behaftete Haut mit dem Schwize der Fensterscheibe […]
Quelle: Johann Siegmund Valentin Popowitsch, Versuch einer Vereinigung der Mundarten von Teutschland als eine Einleitung zu einem vollständigen Teutschen Wörterbuche (Wien 1780)

von Koschutnig am Nov.2015

 


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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.