Peter Rosegger, Als ich noch der Waldbauernbub war [ von JoDo am 2007-01-06 20:44:43 ]
Unsere schöne Mühle im lichten Wiesental, in der ich meinem Vater so oft das Korn mahlen half, war in einer Nacht niedergebrannt, bis auf die zahllosen Eisennägel und die zwei Mühlsteine, die ganz dunkelrot angelaufen und dann in mehrere Stücke auseinandergefallen waren. Das Wasserrad am halbverkohlten
Gründel allein war stehengeblieben, und auf dasselbe schoß der Mühlbach nieder, und das Rad lief und tanzte in hastiger Eile wie närrisch. Verrückt war es geworden ob des Unglückes. Und erst als mein Vater den Mühlbach ab in den Fluß leitete, blieb das Rad stehen und stand viele Jahre lang hoch und kohlschwarz und unbeweglich über dem Schutt.
http://gutenberg.spiegel.de/rosegger/waldbaur/Druckversion_waldb291.htm
Nachtrag: Rosegger verwendet hier in kurzem Abstand ein und dasselbe Wort in zwei unterschiedlichen Bedeutungen: war stehengeblieben - erhalten geblieben, und: blieb das Rad stehen - hörte zu laufen auf
auch interessant