Über ein Dutzend Deutungen [ von Koschutnig am 2010-04-11 12:38:07 ]
auf
http://de.wiktionary.org/wiki/wissen,_wo_Barthel_den_Most_holt
Ein Kärntner Gasthausführer heißt ebenfalls so - mit "Bartl" wie im Eintrag
(Andrea Orgonyi und Rudolf Jakob Altersberger: "Wo der Bartl den Most holt. Kärntner Landgasthausführer, "
Verlag Ritter, Klagenfurt 1993),
und das ist der einzige feststellbare Österreich-Bezug. -Nein, "Genussland Oberösterreich" wirbt ebenfalls mit "Wo der Bartl den Most holt"
("Ein Krügerl kellerfrischer Most ist schon eine herrliche Sache."
http://www.genussland.at/reisen/gruppenprogramme/2832324.html),
während ein Erzeugeralmanach aus Mittelfranken "Barthel" schreibt:
Andrea Kunstmann und Petra Teetz: " Wo der Barthel den Most holt. Erzeugeralmanach Mittelfranken." Verlag Ars Vivendi, Cadolzburg 1997
Eine Oberlausitzer Zeitschrift (Sachsen) erklärt 1853:
Eigentlich heiße das Sprichwort "St. Jürg weiß, wo Bartel den Most holt", was bedeute, dass man bereits um St. Georgii am Weinstock sehe, was er an Bartholomäi verspricht. (Neues Lausitzisches Magazin. Zeitschrift der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften, Band 30,
Görlitz 1853 , S. 235)
Auch keine im Dutzend der übrigen Deutungen hat einen Österreich-Bezug, und die Wendung ist (bzw. war) im deutschen Sprachgebiet weit verbreitet.
In der Deutschschweiz lautet es "wo dä Bartli dä Moscht holt", eine plattdeutsche Version ist "He weet, wo Bartheld de Mus herhalt" (
`Bartheld´ =der Storch, `de Mus´ - s. JoDo-Kommentar 16.4.2008.
Dazu noch zur Jiddisch-Rotwelsch-Interpretation: `Most´ aus `ma´oth´ Münze, Geld: vgl. "Moos"!
Gegenargumente zur Herkunftserklärung aus der Gaunersprache gibt´s aber auch:
Friedrich Thiele: "Er weiss, wo Barthel den Most holt, " in:
The German Quarterly, Jg. 12, Nr. 1 (Jänner 1939), S. 11-15 http://www.jstor.org/pss/400505
)