Österreichisch - Deutsch : zeigen wo der Bartl den Most herholt - zeigen wie es geht; alle Kniffe kennen

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Österreichisch - Deutsch : zeigen wo der Bartl den Most herholt - zeigen wie es geht; alle Kniffe kennen


Österreichisch :

zeigen wo der Bartl den Most herholt

Deutsch :

zeigen wie es geht; alle Kniffe kennen

 
Eingereicht von :Russi ( Region : Scheibbs)
Eingereicht am :2006-02-27 00:49:51
Verwendung :ugs
 
Kategorien : noch keine Kategorie


Kommentare
Herkunft: [ von Russi am 2006-02-27 00:51:16 ]
Eine Erklärung der Herkunft ist eine Entstellung aus dem Rotwelsch. Der barsel = Brecheisen und Moos = Geld, also eigentlich wissen wo man mit dem Brecheisen an Geld herankommt
Nix Teufel [ von JoDo am 2006-06-20 06:07:16 ]
Peter Wehle (bekannt von Bronner-Wehle) hat diese Erklärung bereits in seiner Dissertation über Rotwelsch und Gaunersprache hergeleitet. Siehe auch das Buch "Sprechen Sie Wienerisch" von demselben. Das mit dem Teufel ist eine Phantasie.
Zeigen wo der bartl den Most herholt.... [ von Meli am 2008-04-15 21:14:28 ]
ich habe diesen Ausspruch von meiner Oma noch bestens in Erinnerung, wenn sie auf jemanden sehr wütend war. *I zag dir scho nu, wo der Bartl den Most herholt, was dem gleichkam.... da kannst du was erleben! Mit *Bartl* war der Teufel gemeint. Ich bin mit Russi seiner Übersetzung nicht einverstanden....ausser es gibt mehrere Varianten, die ich nicht kenne. Lg meli
Zwei Deutungen: [ von JoDo am 2008-04-16 04:14:51 ]
wissen / zeigen, wo der Barthel den Most holt :
gewitzt / schlau sein; sich durchsetzen; Erfahrung haben; Stärke zeigen; jemanden herausfordern; sich zu helfen wissen
http://www.redensarten-index.de/suche.php?suchbegriff=Barthel+den+Most&bool=relevanz&suchspalte%5B%5D=rart_ou&suchspalte%5B%5D=bsp_ou

wissen, wo (der) Barthel den Most holt (umg.)
gewitzt sein, schlau sein, Erfahrung haben.
... Die Wendung ist seit dem 17. Jh. literarisch belegt (Simplicissimus), wahrscheinlich aber älter. Es gibt verschiedene Deutungen ihrer Herkunft. Im Niederdeutschen ist Batheld (Bartholomäuns, Barthold) der Name des Storches. Jemand, der weiß, woher der Storch die Mäuse (Kinder) holt, ... , ist also aufgeklärt und besitzt einige Erfahrung. Eine andere Deutung bezieht sich auf die Lautgestalt der hebräischen Wörter ´barsel´ (Eisen) und ´ma´oth´ (Münze, Geld). Die Wendung bedeutet dann, dass jemand weiß, wo er mit dem Brecheisen an Geld herankommt. (Volksetymologie: barsel = Barthel, ma´oth = Most)
Lexikon der Redensarten, Herausgegeben von Klaus Müller, Gütersloh/München 2005, Seite 48
1) ich bezweifle, dass es sich hiebei um ein ö-spezifikum [ von orgenizer am 2010-04-09 14:49:01 ]
handelt, da diese redewendung sicher auch im süddeutschen raum verwendet wird. 2) schreibt man es nicht bartl, sondern barthel siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Barthel 3) heißt barthel nicht teufel. 2 versch. herleitungen finden sich wiederum auf: http://de.wikipedia.org/wiki/Barthel
Über ein Dutzend Deutungen [ von Koschutnig am 2010-04-11 12:38:07 ]
auf
http://de.wiktionary.org/wiki/wissen,_wo_Barthel_den_Most_holt

Ein Kärntner Gasthausführer heißt ebenfalls so - mit "Bartl" wie im Eintrag
(Andrea Orgonyi und Rudolf Jakob Altersberger: "Wo der Bartl den Most holt. Kärntner Landgasthausführer, " Verlag Ritter, Klagenfurt 1993),
und das ist der einzige feststellbare Österreich-Bezug. -Nein, "Genussland Oberösterreich" wirbt ebenfalls mit "Wo der Bartl den Most holt" ("Ein Krügerl kellerfrischer Most ist schon eine herrliche Sache."
http://www.genussland.at/reisen/gruppenprogramme/2832324.html),

während ein Erzeugeralmanach aus Mittelfranken "Barthel" schreibt:
Andrea Kunstmann und Petra Teetz: " Wo der Barthel den Most holt. Erzeugeralmanach Mittelfranken." Verlag Ars Vivendi, Cadolzburg 1997

Eine Oberlausitzer Zeitschrift (Sachsen) erklärt 1853:
Eigentlich heiße das Sprichwort "St. Jürg weiß, wo Bartel den Most holt", was bedeute, dass man bereits um St. Georgii am Weinstock sehe, was er an Bartholomäi verspricht. (Neues Lausitzisches Magazin. Zeitschrift der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften, Band 30, Görlitz 1853 , S. 235)

Auch keine im Dutzend der übrigen Deutungen hat einen Österreich-Bezug, und die Wendung ist (bzw. war) im deutschen Sprachgebiet weit verbreitet.
In der Deutschschweiz lautet es "wo dä Bartli dä Moscht holt", eine plattdeutsche Version ist "He weet, wo Bartheld de Mus herhalt" ( `Bartheld´ =der Storch, `de Mus´ - s. JoDo-Kommentar 16.4.2008.
Dazu noch zur Jiddisch-Rotwelsch-Interpretation: `Most´ aus `ma´oth´ Münze, Geld: vgl. "Moos"!
Gegenargumente zur Herkunftserklärung aus der Gaunersprache gibt´s aber auch:
Friedrich Thiele: "Er weiss, wo Barthel den Most holt, " in: The German Quarterly, Jg. 12, Nr. 1 (Jänner 1939), S. 11-15 http://www.jstor.org/pss/400505 )
Beurteilungen
2006-06-21 09:32:43(Wien 2.,Leopoldstadt): Qualität=2: Bekanntheit=100%
   
2008-04-15 20:37:04(Wien 18.,Währing): Qualität=2: Bekanntheit=100%
   Russi´s Erklärung trifft es 100%! Alle anderen sind - leider - daneben ...
2008-08-26 01:47:33(Wien 7.,Neubau): Qualität=1: Bekanntheit=100%
   Russi: 100 Punkte!
zeigen wo der Bartl den Most herholt

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