Jahn, Jaun: eigentlich ein Flächen- od. Längenmaß wechselnder Größe [ von Koschutnig am 2011-12-26 15:16:46 ]
(in div. dt. Maa. auch Jam, Jan, John, Juhn, Jon, Jün, s.a. Sprach- Brockhaus v.1940, S. 266: 'der Jahn'),
ein schmaler Acker-, Wiesen- oder Waldstreifen (s. F. Khull, Steir. Wortschatz, S. 362), meist brandgerodet
Grimm'sches Wb: "
jahn, m. weit verbreitetes wort der landwirte und winzer, sowie des forstwesens".
< br>*FS Herwig Wolfram: Volkskunde und Volkskultur:
In Nestelberg werden die Brandflächen [...] gemeinschaftlich genützt, daher wird die Fläche mit etwa 3 m langen Stangen auf neun „Jahn" (Jaun, Flächenstreifen) „ausg'laagt, ausgjaaht" (ausgemessen). S. 59 http://tinyurl.com/cfzp3fg
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Bis eine Länge des Brandstreifens abgabrannt war, vergingen meist Stunden. Nichts durfte unabgebrannt bleiben. [...] Vier Jaun waren abgebrannt, Gott sei Dank... (Heinrich Paar: "Brand- und Schlagkorn", in: Karl Bauer (Hg.): Bauernleben. Vom alten Leben auf dem Land, S. 84 -) http://tinyurl.com/carjvt8
* Forschungen zur geschichtlichen Landeskunde der Steiermark, 1970:
Es müssen also viele Brandhelfer mittun, daß dieses Ziel erreicht wird, und daher wirkt dies bei der Jaunbreite mit. In Osterwitz hackt man die Narbe nicht, brennt aber mit starker Flamme... (S. 83)
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Das Stauden- und Astholz muß dabei auf dem Jaun möglichst waagrecht gelegt und dicht geschichtet werden, damit das Feuer wie in einer eingerollten Decke bergab gewälzt werden kann. (S. 82)
* In Haslau wird sonnseitig vormittags, in Schattseiten nachmittags gebrannt, damit die Sonne auf den
Jaun scheint und die Flamme vom Brenner wegzieht, so daß das Brennen rasch geht
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Man nennt in Amasegg die Arbeitsstreifen nicht Jaun, sondern Dumen.- Ein Kuriosum aus der Biskaya:
Die Brandflächen werden auch Jaun genannt, abgeleitet nach Bericht von Baso-Jaun (Herr des Waldes), sonst bedeutet dort Jaun — 'Herr'. , S. 112 http://tinyurl.com/d77mhx6