In Memoriam ´Herr Severin´ [ von JoDo am 2010-12-11 07:47:24 ]
Das ist eine wahre Geschichte, wenngleich aus dem Gedächtnis zitiert und ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Also: Es war einmal in einer Wiener Tanzschule, in einer Zeit, als die Musik noch nicht aus dem Lautsprecher kam, sondern live von einem Pianisten beigesteuert wurde, DEM HERRN SEVERIN.
Dieser war schon sehr betagt und vom aufreibenden Dienst an den Tasten und dem in den Pausen vorgenommenen Alkoholkonsum sehr gezeichnet. Stunde um Stunde folgte er den Anweisungen der Tanzlehrer und variierte sein Klavierspiel ganz genau nach den Vorgaben - schneller, langsamer, Takt für Takt, ... - .
EIN Ereignis im Jahr gehörte aber ihm allein, das war SEIN großer Tag, der Krampustag. Da fand das sogenannte KRAMPUSKRÄNZCHEN statt.
Dafür hat sich Herr Severin was Besonderes einfallen lassen: Er baute rechts unterhalb der Klaviatur eine Hemmungs(Hammond)orgel sozusagen als zweites Manual ein und stellte links eine fußbetriebene Schlagzeugbatterie auf.
Und dann fetzte er los. Es wird wohl swing und boogie und so gewesen sein, aber es war großartig.
Bald darauf ging Herr Severin in Pension und seine Aufgabe wird seither von einer Beschallungsanlage erledigt.
Ruhe wohl! In lieber Erinnerung JoDo