Beileibe kein österr. Wort, sondern Import! [ von Koschutnig am 2011-01-20 14:24:38 ]
In den mittel- und niederdeutschen Mundarten geläufig.
Der Schlesier Gerhart Hauptmann, der Ostpreuße Hermann Sudermann, der Berliner Kurt Tucholsky, der DDR-Schriftsteller Erwin Strittmatter verwenden es.
Unter den Beispielen in DWDS - http://tinyurl.com/682b8gd- ist nur eine einzige österr. Publikation plus Günther Nenning im
Spiegel.
Ahd.
scur(a)gan
Friedrich Schmitthenner, "Kurzes deutsches Wörterbuch für Etymologie, Synonymik und Orthographie", Darmstadt 1834, S. 266, leitet es noch ab von
scheren, Schur.
Nach Jacob Grimm von
schürgeln (= „schiebend vorwärts bewegen“), und mit Anlehnung an ein
Schur = "Verdruss, Quälerei" zu "quälen, schulmeistern, kujonieren"
Schriftsprachlich untergegangen ist das Wort wohl wegen der zahlreichen verschiedenen früh-nhd Lautformen mit
-u/i/e/ü- im Stamm.
Die dreisilbige Form
schurigeln mit dem Sprossvokal -i-
erstmals nachweisbar 1613 im sächs. Meißen (Kluge, Etym. Wb.)
Doch da sie so wunderschön aktuell sind, noch 2 Beispiele aus den letzten Jahren (Wortschatzlexikon
http://wortschatz.uni-leipzig.de/cgi-bin/wort_www.exe?site=1&Wort=schurigeln
*Konrad Adam über die Rechtschreibreformer:
“Sie wussten aber auch, dass man nicht Regeln, sondern Willkür braucht, um die Menschen zu schurigeln.“ (: welt.de vom 06.03.2006
http://www.welt.de/print-welt/article201969/Ein_Sieg_der_Pfennigfuchser_Kolumne.html)
*Schriftsteller Sven Regener:
“ In einer Wehrpflichtarmee ist im übrigen ein großer Teil der Freiwilligen damit gebunden, die Wehrpflichtigen, also die Nicht-Freiwilligen, zu schurigeln.“ ( tagesschau.de vom 26.10.2005
http://www.tagesschau.de/inland/meldung133628.html)