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upload/download

System 03.07.2011
Die Deutschen sagen hochladen, die Österreicher etwas anderes, so viel hab ich schon mitbekommen. Für 'to upload" habe man die Wahl zwischen heraufladen und hinaufladen. Gibt es da einen Unterschied? Und wie sagt man in Österreich 'to download’ ? Und wie heißen die entsprechende Substantive (an upload/a download) ?
Schönen Dank.
Kiat

Re: upload/download

dingle 04.07.2011
to download = herunterladen
to upload = hinaufladen
an upload = das Hinaufladen
a download = das Herunterladen

aber üblicherweise verwenden wir die englischen Begriffe.

lg dingle

Re: upload/download

System 04.07.2011
Vielen Dank für Ihre Hilfe.
Kiat

Re: upload/download

Koschutnig 05.07.2011
Für 'to upload" habe man die Wahl zwischen heraufladen und hinaufladen. Gibt es da einen Unterschied? ?

Nicht überall im nördlichen deutschen Sprachgebiet ist der Unterschied zwischen her (= zum Sprecher) und hin (= weg vom Sprecher) geläufig, wobei das Letztere mancherorts völlig aus dem Sprachgebrauch verschwunden zu sein scheint.

Da ist etwa der Ersatz der Richtungsadverbien hinauf, hinunter, hinüber, hinein, hinaus etc. bzw. herauf, herunter, herüber, herein, heraus etc. durch nach + Ortsadverb: nach oben, nach unten, nach drüben, nach drinnen, nach draußen;

bei den ugs. Kurzformen aber hat nur mehr das gekürzte "her" überlebt, dessen Kürzung auch nicht mehr durch Apostroph gekennzeichnet wird:

Da sind die (unrichtigen) Kurzformen: Geh rauf / runter/ rüber / rein / raus, in denen stets die Richtung weg vom Sprecher durch das gekürzte her bezeichnet wird und kein Unterschied zu
Komm rauf / runter/ rüber / rein / raus gemacht wird.

In Hagen/Westfalen wurde ich mehrfach gefragt "Und woher gehn wa jetzt?" worauf ich mich schließlich bemühte, der Sprecherin, die immerhin Erziehungswissenschaften studierte, den Unterschied zwischen woher und wohin zu erklären, jedoch auf ungläubiges Staunen stieß.

Die DUDEN-Grammatik behandelt das Phänomen in einem Abschnitt "Falscher Gebrauch von Adverbien" unter "her/hin" und schließt mit der Erkenntnis: "In der süddeutschen Umgangssprache wird an der Unterscheidung auch bei den verkürzten Formen weitgehend festgehalten: Ich geh' 'nunter (= hinunter), aber komm 'rüber (= herüber)."

Leider sind in Österreich die ersteren Kurzformen ( 'n.... ) kaum mehr zu finden. In der Sprachebene über dem mundartlichen "Auße!" kommt der Nord-Import-Befehl: "Raus!";
nicht nur für "Rutsch um a !", sondern auch für "Rutsch ans um e !" sagt inzwischen der "feiner" sprechende Österreicher, der auf einen leeren Sitz im Lokal deutet, leider oft "Rutsch rüber!"

Der neutral-deutsch-synchronisierte nette Waliser in "Denn du bist Staub" (der sich schließlich als der Mörder entpuppt) meint hingegen verblüffenderweise zu Chief Inspector Barnaby am 14. Juli (ZDF) über seine Verwandten: "...sonst kommen sie hierhin". Ist das nun Überkompensation?

Re: upload/download

wuppl 12.07.2011
obgleich kein schriftgelehrter, deucht mir derart gebildetes pädagogikpersonal zumindest in ansätzen ursächlich für die (cis-)grenzgenialen leistungen unserer heranwachsenden.

Re: upload/download

nicolai 14.08.2011


Leider sind in Österreich die ersteren Kurzformen ( 'n.... ) kaum mehr zu finden. In der Sprachebene über dem mundartlichen "Auße!" kommt der Nord-Import-Befehl: "Raus!";


...wie beruhigend, daß die "österreichische Sprachebene" immerhin auch die Formulierung "schleich Di !", gegebenenfalls unterstützt durch die Andeutung "sunsta..." anbietet...




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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.