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die Gas odrah'n

Halawachl 03.10.2007
Ist dieser Ausdruck noch bekannt, jemandem die Gas odrah'n.
Und wenn ja: ist mit Gas die Geiss gemeint oder das Stadtgas??
Gruss,Hlw

Aus meiner Sicht ...

Brezi 03.10.2007
Eindeutig ist das Stadtgas, früher auch Leuchtgas genannt (Erdgas gibt es ja noch nicht lange), gemeint. Die Gas gehört ja zu den Wörtern, die auf "besonders gut" Wienerisch einen "falschen" Artikel haben (vgl. da Butter, des Tölla, der Radio, des Gnedl, die Intaresse, ... wobei die Grenze zwischen traditionsbewusster und unkenntnisbedingter Verwendung eine fließende ist).

Die Redewendung jemandem die Gas abdrehen heißt nichts anderes als einfach jemandem den Hahn zudrehen. Gemeint sein kann damit viel, von der Einstellung finanzieller Zuwendungen zum Entzug der moralischen Unterstützung. Ein Schulkollege hat sogar einmal ein von mir moderiertes Musiktonband so kommentiert: "Ausgrechnt, wo's so schee zum zwaastimmig singan aufaungt, drahst ihr die Gas o!". Gemeint war, dass ich die Sängerin und ihr Lied ausgeblendet selbst zu sprechen begonnen habe.

Ich bin mir sicher, dass hier nicht irgendeine arme Ziege ausgeschaltet oder gar abgewürgt wird. Es gäbe auch wenig Sinn.

Hat das dir das weitergeholfen? LG Br

wuppl 03.10.2007
sorry aber ich kann nicht anders....

Ziege -> abdrehen? kommt wohl auf die Sängerin an....

LG

Na man könnt der Gas ja...

Halawachl 03.10.2007
...die Gurgel zudrehn. Aber: Besten Dank für die rege Anteilnahme!
Bin geneigt es einzutragen.
Gruss, Hlw

Da fällt mir was Ähnliches ein:

JoDo 03.10.2007
"Man riecht es schon im Stiegenhaus, dass du einen KELCH gekocht hast."

Kohl - Kööch - Kelch

Diese falsche Rückverhochdeutschung ist in bestimmten Situationen durchaus das Mittel der Wahl.

Es ist also Absicht den umgangssprachlichen Kööch nicht in den Kohl zurückzuführen, wie es die Regel wäre, sondern in das im Dialekt gleichklingende Kelch.

Blasphemie, aber so gehört: "O Herr, lass diesen Kohl an mir vorübergehen!"

Zurück zu unserer Gas - Geiß Paradoxie:
Auch da glaube ich, dass hier ABSICHTLICH und im vollen Wissen ein falsches Dialektwort dem hochdeutschen gegenübergestellt wird.

wuppl 03.10.2007
lieber JoDo

Helmut "Kelch" ist ja zum Gück bereits passiert (bruhaha Wortwitz!)

Inwieweit meinst Du die Absichtlichkeit der Gegenüberstellung erkennen oder ableiten zu können/wollen? Oder sitz ich nur auf der Leitung?

LG

JoDo 03.10.2007
Inwieweit meinst Du die Absichtlichkeit der Gegenüberstellung erkennen oder ableiten zu können/wollen?LG

Momente gibt´s, da wollen meiner grauen Zelle im Oberstübchen keine Definitionen entschlüpfen, daher nur eine Wiederholung:

Dia weari no die Gas åådraan - die Gas = die Geiß anstatt das Gas ...

Dea Kööch fäüüd - Der Kelch feult anstatt der Kohl riecht unangenehm.

wuppl 05.10.2007
wieder mal eine gefürchtete Antithese

Eventuell hatten die Leute in der Zeit der Verwendung des Stadtgas auch noch ihre Geiß Zwecks Milchgewinnung im Hinterhof stehen, weshalb vielleicht DOCH die GEI? gemeint war.

Analog zum banktechnischen Autoabholer wennst Dir die Rate nimmer leisten kannst. Also eine frühe Leasing-Geiß?




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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.