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Zuwarten oder abwarten?

1xEUROPA 12.10.2007
Hallo alle zusammen,

heute habe ich in Österreich (der Zeitung) gelesen: Platter will mit seiner Entscheidung zuwarten, bis der ... entschieden hat.

In Deutschland würde das "abwarten" heißen. Ist das "zuwarten" nun ein Tippfehler oder ist das österreichisch?

Wenn ja, dann fehlt das Wort anscheinend im Wörterbuch.

Grüße vom Hamburger aus Wien
Werner

System 01.12.2007
zuwarten = in Österreich zurückhalten
Mit der Entscheidung noch zuwarten = die Entscheidung zurückhalten

Re: Zuwarten oder abwarten?

Koschutnig 22.06.2008
DUDEN: "zuwarten (untätig warten); zugewartet; Zuwarten, das; -s"
WAHRIG: "zuwarten <V. i.; umg.> untätig abwarten; ich habe lange genug zugewartet"
DDR-DUDEN, Leipzig 1979: "Zuwarten, das, -s (untätiges Abwarten)"

Ein deutsches Wort also, aber offenbar nicht "gemeindeutsch", wenn man's in Hamburg nicht kennt.

K.

Re: Zuwarten oder abwarten?

System 21.07.2008
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heute habe ich in Österreich (der Zeitung) gelesen: Platter will mit seiner Entscheidung zuwarten, bis der ... entschieden hat.

In Deutschland würde das "abwarten" heißen. Ist das "zuwarten" nun ein Tippfehler oder ist das österreichisch?

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Deutschschweizerisches Standarddeutsch:

"Ich kann nicht zuwarten bis die Steuerveranlagung definitiv ist."

„Eine Rolle für das lange Zuwarten hat sicherlich auch die Tatsache gespielt, dass einige Musikhistoriker kein besonders grosses Interesse daran haben, unangenehme Wahrheiten über so genannte Idole zu Tage zu fördern.“

Das 'Abwarten' ist in der Schweiz A) die Pflege einer Gebärenden und B) die Berufsarbeit des Hausmeisters, eben des 'Abwarts'. Der Duden kennt sogar den Plural 'Abwärte'.




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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.