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Zön (oö.: Knuspriges Gebäck; dummer Mensch)

System 03.05.2008
Hallo!

Wer kennt den Zön (Zöllen?). Mit einem langen ö, reimt sich auf "wählen"

Ist im Innviertel (OÖ) ein Gebäck, eine Art Langos (nur knusprig) aus Brotteig, leicht mit Schmalz bestrichen und mit Salz und Kümmel bestreut, eine salzige Knusperei vom Bäcker in Form einer runden Scheibe, Durchmesser ca. 30 cm.

Und auch ein (mehr oder weniger) liebevoller Kommentar, wenn jemand etwas Kindisches oder Dummes gesagt hat: "Du Zön du!"

Re: Zön (oö.: Knuspriges Gebäck; dummer Mensch)

avenarius 03.05.2008
schauma im duden nach: Zel|ten, der; -s, - [mhd. zelte, ahd. zelto, eigtl. = flach Ausgebreitetes] (veraltend): 1. (südd., österr.) kleiner flacher Kuchen, bes. Lebkuchen. 2. (bes. westösterr.) Früchtebrot;

bei uns um mühlviertel gibts nur den lebzelten, und als ob ich die bezeichnung für einen dummen menschen schon einmal gehört hätte.
gruß
avenarius

Re: Zön (oö.: Knuspriges Gebäck; dummer Mensch)

System 03.05.2008
Danke! Unter "Zätn, Zelten, Zäödn" gibt's auf der Website auch schon einen Eintrag mit der Bedeutungsangabe: "antriebsloser Mensch; Zauderer, zaghafter Mensch"

Re: Zön (oö.: Knuspriges Gebäck; dummer Mensch)

Brezi 09.06.2008
Die Herleitung von 'Zelten' erscheint mir äußerst plausibel, wenn auch mir als Laien nur aus dem Bauch heraus. Aber es wäre zumindest nicht das erste Mal, dass im Oberösterreichischen ein t (d) an der Silbengrenze fast bis zur Unhörbarkeit abgeschwächt wird. Vgl. 'Soan - Saite'.




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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.