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Wofür steht das p.t.

eska 31.07.2007
z.B. bei "die p.t. Gäste werdn höflich gebeten, ..."

Aus Wikipedia

Russi [Admin] 31.07.2007
pleno titulo (auch „p. t.“), eine Höflichkeitsfloskel, die etwa bedeutet: „mit vollem Titel“ (Alte Redewendung, besonders in Österreich gebräuchlich). In der heutigen Sprache etwa: „Sehr geehrte Damen und Herren mit allen Ihren Titeln“. Da es seinerzeit in der Anrede zwingend war den Titel der Person zu verwenden (Exzellenz, Fürst, Professor usw.) , wurde „PT Herrschaften“ für die kollektive Anrede gebraucht. Dem Autor ist nicht bekannt, ob das nur in der schriftlichen Anrede oder auch in der mündlichen Anrede geschah. Beispiel: ein Schild in einem altehrwürdigen Wiener Hotel besagt - „Die P.T. Herrschaften werden gebeten ihre Mahlzeiten im Hotel einzunehmen.“ Ironisches Beispiel aus einem österreichischen E-Mail: „…, aber ich bringe es den pt.-Herrschaften allhier zur Kenntnis.“ Auch Helmut Qualtinger sang im „g'schupften Ferdl“: „Die p. t. Gäste werden höflichst gebeten, die Tanzlokalität ohne Messer zu betreten …“.

Re: Aus Wikipedia

bessawissa 20.01.2008
pleno titulo (auch „p. t.“)


Sehr korrekt, nach einem Punkt kommt ein Leerzeichen! Das hat sich im allgemeinen Sprach-, recte Schreibgebrauch ziemlich aufgehört (z.B., u.a., P.S. u. v. a. m. :-), ist aber ganz korrekt.

Re: Wofür steht das p.t.

Brezi 20.01.2008
Auch ich, sonst nicht gerade ein Berufspedant, finde es schön, dass du das bemerkst. Ist doch einfach auch ganz logisch, dass der Punkt unmittelbar an das Wort anschließt und dann eine "Pause" vor dem nächsten Wort kommt. Übrigens (du weißt es natürlich) gehört diese "Pause" auch vor Abkürzung(szeich)en, wenn diese für ein Wort stehen: also 4,83 % (und nicht 4,83%), ebenso 7 mm, 1 083 kJ, 500 €/kg. Nur bei "°C" steht zwischen dem "Grad" und dem "Celsius" interessanterweise kein Abstand, vielleicht weil beides Bestandteil desselben Einheitenkürzels ist. Was auch viele nicht wissen, ist, wann vor und nach einem Bindestrich ein Abstand gehört und wo nicht, dabei ist auch das so watscheineinfach: es heißt "Die Strecke Graz - Linz" oder "das Verhältnis Häupl - Pröll", weil hier keine Wortzusammensetzung, sondern eine Relation vorliegt. Hingegen heißt es "Karl-Heinz", "CDU-CSU", , "7-mm-Geschoß", "Clausius-Clapeiron-Gleichung" und "Drogenkriminalitäts-Schnelleingreiftruppe".

Andere Interpunktionsvorschriften finde ich (obwohl verbindlich und tw. auch logisch) von der Optik so hässlich, dass ich sie am liebsten nicht befolgen würde (und es oft auch nicht tue). So schreibe ich "21. 5. 2008" zwar in Briefen, aber in Tabellen beinhart 21.05.2008 (und programmiere es in Listprogrammen - schon deshalb, weil es auch Kundenwunsch ist - ebenso). Ebenso geht mir die (sogar von der Gemeinde Wien akribisch befolgte) Vorschrift, bei Eigennamen, wie "Carl-Friedrich-Gauss-Weg" oder "Conrad-von-Hötzendorf-Kaserne" überall einen Bindestrich zu setzen, voll auf den Wecker, auch wenn sie noch so logisch ist. Aber ich finde, Bindestriche passen eher ins Französische ("Habite-t-il vraiment à Sainte-Claire-sur-Marne?", demande-t-elle.), als in unsere Sprache und diese Regel haben wir auch nur, weil wir unseren supergründlichen bundesrepublikanischen Nachbarn nicht nachstehen wollen wollen. Dagegen finde ich es direkt schon wieder zum Lachen, wenn Professionisten (etwa Vertragssachbearbeiter bei Versicherungen!!!) ohne Wimperzucken eintippen: Kaiser Ebersdorferstraße (und diese Adresse dann zum Ärgernis des Kunden auf allen Dokumenten und Briefen aufscheint). Also ich kenne einen Kaiser Franz-Josef, einen Kaiser Friedrich II., einen Kaiser Augustus, aber keinen, der mit Vornamen Ebersdorferstraße hieß.

Wie auch immer - wer Briefe in mangelhafter Schriftbildqualität und übersät mit Rechtchreibfehlern verfasst, wird kaum mit Missbilligung bedacht, ebenso Fernsesprecher(innen) die "Grande Nation" so aussprechen, als schriebe man es "Grand" (wie z. B. Grand Prix). Und dass selbst Universitätsprofessoren zum Mikrogramm "Mykrogramm" sagen (weil es doch auch μg abgekürzt wird, da soll sich einer auskennen, was?), ist nicht einmal mehr ein Kavaliersdelikt, sondern gehört schon fast zum guten Ton. Wer es hingegen wagt, sich in der U-Bahn in preiswerter No-Name-Kleidung aus Niedrigpreis-Warenhausketten zu zeigen, wird als unerträglicher Kulturbanause ausgepfiffen und man hört in diesem Zusammenhang Wörter wie "ekelig", "grauslich", "dass sich der/die net geniert!" u. Ä. m.. Ich selbst war erst kürzlich in einem Bundesbus in Tirol Opfer einer derartigen Verbalattacke. Das Delikt: ich trug eine 3-Euro-Wollhaube. Der Clou: als ich mir Tage später einen sündteuren Markenpullover kaufte, meinte die überaus elegante Verkäuferin, die belegtermaßen einen wirklich guten Blick hatte, dass mir diese Haube gut stehe. Und ich glaube, sie hat es ehrlich gemeint und nicht nur aus damenhafter Höflichkeit so dahingesagt. Die (demokratische?) Mehrheit hält es hingegen mit den weitaus populäreren Fußballern, die (wenn der eine Präzedenzfall Schule machen sollte) in so einem Fall sagen würden: "Guad ããzogn sei is wichtig. Ollas aundare is primär ..."

Re: Wofür steht das p.t.

bessawissa 20.01.2008
Vorsicht, Vorsicht, Brezi!!!! Du bist da in eine selbstaufgestellte Falle getappt. Du hast vor lauter Bindestrichen den Gedankenstrich vergessen. Das Verhältnis Häupl - Pröll gibt es – zumindest im unpolitischen Sinne – nicht, da es, wenn schon, hehe, ein Verhältnis Häupl–Pröll gibt. Die von Dir gesetzten Leerzeichen kann man als versteckten Hinweis auf die geistige Leere unserer Bonzen gelten lassen, richtig sind sie nicht. (Und wieder hab ich was dazugelernt. Ist schon erstaunlich, da hab ich mir vor zehn Jahren – übrigens werden Ziffern und Zahlen bis zwölf ausgeschrieben und ab 13 als Zahl geschrieben, wer's gewußt hat, braucht heute keine Hausübung machen – das Maschinschreiben beigebracht und erst heute habe ich kapiert, wie man einen Gedankenstrich setzt, nämlich mit der Alt-Taste und 0150 am Ziffernblock, ist ja ein Ding).

Hier Weiterführendes aus der von mir wenig geliebten Wikipedia, um die Welt heute abend wieder etwas besser zu hinterlassen als ich sie am Morgen vorgefunden habe.


Arten waagerechter Striche [Bearbeiten]

Für Bindestrich, Gedankenstrich, Bis-Strich, Streckenstrich und Minuszeichen werden unterschiedliche Zeichen verwendet:

Bindestrich [Bearbeiten]

Der normal auf der Tastatur eingegebene Bindestrich (-) wird für Wortverbindungen (und -trennungen, die hier normalerweise nicht vorkommen) und Ergänzungen verwendet (Küchenmesser-Schleifgerät, H-Milch, Müller-Lüdenscheid, deutsch- und englischsprachig). Zusammensetzungen aus wenigen kürzeren Bestandteilen sollten zugunsten eines ununterbrochenen Leseflusses nicht durch Bindestriche gegliedert werden, d. h., man schreibt in der Regel „Gaststättenverband“ (statt „Gaststätten-Verband“) oder „Stecknadelkopf“ (statt „Stecknadel-Kopf“). Einen Bindestrich zu setzen ist laut DUDEN in folgenden vier Fällen möglich:

* zur Hervorhebung einzelner Bestandteile (z. B. „Ich-Erzählung“ statt „Icherzählung“)
* zur Gliederung unübersichtlicher Zusammensetzungen (z. B. „Haushalts-Mehrzweck-Küchenmaschine“ statt „Haushaltsmehrzweckküchenmaschine“)
* zur Vermeidung von Missverständnissen (z. B. „Musiker-Leben“ zur Abgrenzung von „Musik-Erleben“)
* beim Zusammentreffen von drei gleichen Buchstaben (z. B. „Kaffee-Ersatz“ statt „Kaffeeersatz“)

Mehrteilige Zusammensetzungen werden durchgekoppelt, d. h., zwischen sämtlichen Bestandteilen steht ein Bindestrich (Erde-Mond-System, La-Plata-Staaten; siehe hierzu auch Deppenleerzeichen). Zusammensetzungen mit Zahlen werden durch Bindestriche getrennt, soweit es sich nicht nur um das Anhängen eines Suffixes handelt (10-prozentig, 3-teilig, aber 70er).

Gedankenstrich, Bis-Strich und Streckenstrich [Bearbeiten]

Für Gedankenstriche, Bis-Striche und Streckenstriche wird der Halbgeviertstrich (–) verwendet.

Man findet den Halbgeviertstrich auf der Bearbeiten-Seite in der Sonderzeichenliste unter dem Eingabefeld neben dem „«»“. Die Eingabe des Halbgeviertstrichs erlauben aber auch die meisten Tastaturbelegungen mit „Alt“ und dem Bindestrich (der Minustaste), sonst gilt für Windows die Tastenkombination gedrückte „Alt“-Taste und 0150 auf dem Ziffernblock. Ein „–“ stört den Lesefluss im Quelltext nicht so wie ein „–“.

Achtung: Beim Bearbeiten können im Quelltext Binde- und Gedankenstrich bei manchen Schriftarten gleich aussehen!

Gedankenstrich [Bearbeiten]

In deutschen Texten soll der deutsche Gedankenstrich verwendet werden – mit Leerzeichen links und rechts.

Bis-Strich [Bearbeiten]

Bis-Striche werden kompress gesetzt, also ohne Leerzeichen davor und dahinter. Bis-Striche sollten nicht am Zeilenende stehen und möglichst nicht Zahlen und Wörter verbinden, in solchen Fällen sollte „bis“ ausgeschrieben werden, dies gilt auch bei der Verwendung des Wortes „von“.

Beispiele:

* 1420–1462, von 1420 bis 1462, 14.–15. Jahrhundert, 312 v. Chr. bis 291 v. Chr. (vgl. Wikipedia:Datumskonventionen).
* Literatur: Thomas Mustermann: Musterartikel. In: Musterbuch. Verlagsort 2000, S. 420–446.

Streckenstrich [Bearbeiten]

Bei geografischen Strecken, z. B. Verkehrswegen oder Flussläufen, wird der Streckenstrich eingesetzt. Im Sinn entspricht er dem Bis-Strich. Die einzelnen Wegpunkte (z. B. Städte oder Bahnhöfe) sind so besser lesbar und übersichtlicher als bei einer Trennung mit Bindestrichen (-), außerdem besteht die Gefahr der Verwechslung mit Ortsteilangaben, z. B. „Kassel-Wilhelmshöhe“. Diese Schreibweise ist eine Kurzform von Sätzen mit „von“, „über“ und „nach“. Der Duden sieht vor, dass als Streckenstrich der Halbgeviertstrich kompress gesetzt wird (nicht von Leerschritten umschlossen, konkret in der Form „A—B“ im Sinne von „von A nach B“).

Beispiel: Hannover—Kassel-Wilhelmshöhe—Frankfurt am Main—Würzburg/Nürnberg—Augsburg

Minuszeichen [Bearbeiten]

Minuszeichen (−) unterscheiden sich von Gedankenstrichen durch ihre Höhenlage in der Zeile, die der des horizontalen Strichs im Pluszeichen entspricht. Der einfache Bindestrich ist ebenfalls als Minuszeichen ungeeignet, da er viel zu kurz ist und zu tief liegt. Das Minuszeichen ist in der Sonderzeichenleiste rechts neben dem Pluszeichen zu finden.

Schrägstrich [Bearbeiten]

Der Schrägstrich (/) wird zur Trennung von Alternativen/Varianten/Wahlmöglichkeiten oder zur Darstellung von Brüchen (1/2, 12/100) verwendet, seltener zur Zusammenfassung aufeinanderfolgender Zahlen. Er wird immer ohne Zwischenraum gesetzt.

Weitere Zeichen [Bearbeiten]

* ´`: Der Akut- und der Gravisakzent kommen nur in Verbindung mit einem Buchstaben vor, beispielsweise é oder à.
* Die Minuten- (′) und Sekundenzeichen (″) werden in Minuten/Sekunden- oder in Fuß/Zoll-Angaben als Einheitenzeichen (ohne Leerzeichen zwischen Zahl und Gradzeichen) benutzt: 13° 45′ 46″ (13 Grad, 45 Minuten, 46 Sekunden) bzw. 5′ 5″ (≈ 1,625 m).
* ’: Dieses Zeichen wird als Apostroph verwendet: ’s ist bald so weit, wer’s glauben mag.


Hier noch was Praktisches aus Wikipedia, obwohl ich kein Freund dieser Einrichtung bin, gefunden unter dem Stichwort "Deppenleerzeichen":


Bezeichnung [Bearbeiten]

Das Wort Deppenleerzeichen enthält die spöttische Konnotation, dass es sich bei dem bewusst oder unbewusst Falschschreibenden um einen einfältigen Menschen handelt. Um diese zu vermeiden, wird gelegentlich das weniger gebräuchliche Synonym Agovis verwendet. [1] Die Didaktik der deutschen Sprache kennt für das beschriebene Phänomen bisher keinen Namen.

Vorkommen [Bearbeiten]

Wesentlich älter als der Begriff ist die Erscheinung selbst. Allerdings ist nicht jede Leerzeichensetzung, die den jeweiligen Rechtschreibregeln widerspricht oder widersprochen hat, als Deppenleerzeichen zu bezeichnen. Sie kann auch andere Gründe haben (siehe den Abschnitt Ursachen).

(...)

Erich Kästner soll sich dazu einmal in dem Sinne geäußert haben, er schreibe seinen Namen im täglichen Leben auch ohne Bindestrich – daher ziehe er bei Benennung nach Personennamen wie bei Erich Kästner-Schule diese Schreibweise vor.

Sehr häufig anzutreffen ist der Fehler überall dort, wo Komposita ganz oder teilweise aus dem Englischen entlehnt sind, des Weiteren in den Bereichen, in denen Namen für Unternehmen und Produkte in Zusammensetzung benutzt werden (hier zum Teil beabsichtigt, siehe Abschnitt Ursachen).

Leerzeichen können auch für Wortspiele genutzt werden. So warb Mazda 2005 mit dem Werbespruch (der den sportlichen Anspruch des Fahrzeugs unterstreichen sollte) „Mehr Sport wagen“ für einen Kombi, die Kondomkampagne „Mach's mit“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mit Lieblings Farben.

Ursachen [Bearbeiten]

Einfluss des Englischen [Bearbeiten]

Als Hauptursache für das in den letzten Jahren vermehrte Vorkommen wird oft die zunehmende Anglisierung der deutschen Sprache angenommen.[2] Im Englischen werden Komposita in der Regel getrennt geschrieben. Beim Übertragen von englischen Texten ins Deutsche (auch und gerade bei maschineller Übersetzung) kann es passieren, dass die Leerzeichen irrtümlich übernommen werden: aus car wash wird Auto Wäsche.[3]

Wettbewerbsrecht, Markenrecht [Bearbeiten]
Quellenangaben
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Das Regelwerk der deutschen Rechtschreibung gilt ausdrücklich nicht für die Eigennamen von Unternehmen (siehe unten). Viele Unternehmen nutzen diese Freiheit auch für ihre Firma oder Marke. Damit soll einerseits der Markenname im Rahmen der Corporate Identity unverwechselbar gestaltet werden. Andererseits hängt dies mit dem juristischen Schutz des jeweiligen Begriffs zusammen. Denn Begriffe können ihren Markenschutz als Wortmarke verlieren, wenn das Wort die Herkunftsfunktion der Marke nicht mehr erfüllt, also die Verbraucher nicht konsequent auf die Eigenschaft als Marke hingewiesen werden und der Begriff klar unterscheidbar eindeutig verwendet wird. Mithin ist der Markeninhaber besonders in diesen Fällen gezwungen, seine Marke konsequent durchzusetzen und auch das optische Erscheinungsbild des Wortes abzugrenzen. In Unternehmensveröffentlichungen wird daher statt des Namens häufig das Firmenlogo gesetzt (Volkswagen Partner). Hierdurch ergibt sich nach dieser Interpretation zwangsläufig Getrenntschreibung.

In der Werbung und in Anzeigen wird die Getrenntschreibung teilweise bewusst genutzt, um Aufmerksamkeit auf (insbesondere nicht am Anfang des Kompositums stehende) Wörter zu lenken (etwa bereits in den 1970er-Jahren Volkswagen Original Teile, hier kommt das Wort Original mehr zur Geltung), häufig aber auch unbewusst aufgrund von Nachlässigkeit oder mangelnden Rechtschreibkenntnissen (Damen Strümpfe, Garten Handschuhe). Wenn die Produktbezeichnungen auf Verpackungen aus Platzgründen auf mehrere Zeilen aufgeteilt werden, wird inzwischen fast immer auf den Bindestrich verzichtet, weil dieser nach Ansicht einiger Verpackungsdesigner die Optik störe (Beispiele: Frühlings Gemüse Suppe, Frucht Joghurt); hierbei ist allerdings nicht eindeutig, ob zwischen den einzelnen Wörtern ein Leerzeichen eingefügt (und nur nicht sichtbar) ist oder ob hier (genauso falsch, aber nicht zum Begriff Deppenleerzeichen gehörend) nur der Trennstrich weggelassen wurde.

Im redaktionellen Teil von Zeitungen und Zeitschriften wird die Schreibweise von Unternehmen, Vereinen und Verbänden häufig an die Regeln der Rechtschreibung angepasst. Auch Unternehmensnamen mit Deppenleerzeichen werden folgerichtig häufig zusammengeschrieben oder mit einem Bindestrich verbunden.

Missverstandene Rechtschreibreform [Bearbeiten]
Quellenangaben
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Eine weitere mögliche Ursache liegt in den – 2006 teilweise wieder zurückgenommenen – Regeln zur Getrennt- und Zusammenschreibung der Rechtschreibreform von 1996. Darin wurde eine vermehrte Getrenntschreibung von Verben und Adjektiven vorgeschrieben. Dies wird häufig irrtümlich so interpretiert, dass jetzt alles getrennt geschrieben werden dürfe oder gar müsse. Typisches Symptom ist das Auftrennen von Verben etwa in "herunter laden" oder "an machen".

Abweichende amtliche Schreibvorgaben in Österreich [Bearbeiten]

In Österreich bestanden bei der Benennung von Verkehrsflächen über Jahrzehnte abweichende Regeln für die Setzung von Bindestrichen:

In Wien waren nach einem Beschluss des Stadtrats vom 19. Juni 1907 nach Personen benannte Straßen mit Leerzeichen zu schreiben: Johann Strauß-Gasse, Johann Nepomuk Berger-Platz usw. Dieser Praxis in ihrer Reichshaupt- und Residenzstadt folgten viele Orte der damaligen österreichisch-ungarischen Monarchie. Die Setzung von Leerzeichen statt Bindestrichen wurde in diesen Fällen zum Teil der amtlichen österreichischen Rechtschreibregeln. In den Schulen wurde danach noch über Generationen nach diesen Regeln unterrichtet, siehe Österreichisches Wörterbuch[4]. Als Grund für die Schreibweise ohne Bindestrich wurde genannt, dass in diesen Zusammensetzungen der Bindestrich die Aufgabe habe, eine selbstständige Wortgruppe mit einem anderen Wort zu verbinden. Es bestehe kein Zweifel, dass es sich bei der Abraham a Sancta Clara-Gasse in der Wiener Innenstadt nicht um eine Claragasse, sondern um die nach dem Prediger Abraham a Sancta Clara benannte Gasse handle.[5] Zumindest in den Jahren ab 2006 folgt die offizielle Schreibung von Straßennamen jedoch den Regeln der alten wie neuen Rechtschreibung (Johann-Strauß-Gasse). Die Bezeichnungstafeln werden erst bei zusätzlichem Bedarf umgestellt, sodass die ältere Praxis noch auf längere Zeit im Straßenbild und in Landkarten sichtbar bleiben wird.

Die Rechtschreibregeln des Duden sahen in diesen Fällen stets die Schreibung mit Bindestrichen („Durchbindung“) auch bei mehrteiligen Personennamen vor (Doppelkopplung).[6] Das wurde auch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts trotz der amtlich genehmigten anderen Regelung in Österreich unverändert so publiziert.[7] Das Österreichische Wörterbuch wich aus historischen Gründen bewusst in diesem wie einigen anderen Punkten von den Regeln des Duden ab bzw. ignorierte der Duden die österreichische Variante.[8] Leerzeichen in älteren topografischen Bezeichnungen, zumindest in Österreich, können auf diese Situation zurückzuführen sein.

Die Schreibweise bei Eigenschaftswörtern darf damit nicht verwechselt werden: Eine Straßenbezeichnung wird selbst dann nicht mit Bindestrich versehen, wenn das Eigenschaftswort von einem Namen abgeleitet ist[9]: Breite Gasse, Große Querallee, Leipziger Straße, Potsdamer Platz, Breitenfurter Straße[10], Triester Straße usw. Dies gilt selbstverständlich nur für echte Eigenschaftswörter: So ist der Zähringerplatz in Konstanz vom Eigennamen Zähringer abgeleitet, während die Zähringer Straße in Freiburg das Eigenschaftswort zu Zähringen enthält.[11] Ein Bindestrich ist nur bei mehrteiligen Zusammensetzungen und Aneinanderreihungen aus Wortgruppen verpflichtend.[12]

Abweichende offizielle Schreibweise in der Schweiz [Bearbeiten]

Die heutige geltende offizielle Schreibweise von Straßennamen in der Stadt Zürich folgt dem oben erläuterten Wiener Beispiel von 1907: Name und Vorname einer Person werden nicht mit Bindestrich aneinander gekoppelt. Schreibweisen wie Max Bill-Platz oder Alfred Escher-Strasse entsprechen dem offiziellen auch auf Straßentafeln geführten Standard.

Technische Schwierigkeiten am Beginn elektronischer Textverarbeitung [Bearbeiten]
Quellenangaben
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In Texten aus den Jahren ca. 1965 bis 1975 können unnötige Leerzeichen auf den damaligen technischen Stand bei der maschinellen Textverarbeitung zurückgeführt werden:

In diesen Jahren, in denen EDV-Anlagen erstmals nicht bloß für rechnerische/statistische Aufgaben, sondern auch zur Darstellung von Tabellen und Texten verwendet wurden, gab es weitgehend keine Silbentrennungsprogramme. Zeilenumbrüche erfolgten bei Leerzeichen oder gar mitten in der Zeichenfolge. Wenn nun ein Begriff wie Südautobahn in einer schmalen Tabellenspalte unterzubringen war, kam es vor, dass von Technikern hinter Süd bewusst ein (an sich falsches) Leerzeichen eingefügt wurde, um damit einen Zeilenumbruch auszulösen und Trennungen mangels Silbentrennungsprogramm wie Süda-utob-ahn oder Sueda-utoba-hn in Texten aus Schriften gleicher Schrittweite zu vermeiden. Solcherart entstandene Zwischenräume sind keine Deppenleerzeichen, sondern Zeilenumbruchanweisungen aus der Frühzeit der Textverarbeitung. Wenn das für spätere Druckausgaben in der Setzerei und bei der Korrektur übersehen und nur der dadurch z. B. entstandene kleingeschriebene Wortteil autobahn auf Autobahn bzw. Sued auf Süd verbessert wurde, entstanden Zeichenfolgen, die auf den ersten Blick dem Lemma entsprechen. Diese Situation kam vermehrt in Arbeitsbereichen vor, die technische Schwerpunkte aufwiesen oder in denen weniger Wert auf exakte Textdarstellung gelegt wurde.

Rechtschreibprüfung [Bearbeiten]

Die meisten automatischen Rechtschreibprüfungen (z.B. Word und OpenOffice.org) erkennen getrennt geschriebene Substantive wie Auto Wäsche nicht als Fehler. Es gibt aber zusätzlich erhältliche Rechtschreibprüfungen, die diese Komposita auflösen und zwei hintereinander stehende Substantive als Fehler erkennen. Frühere Software (z.B. ältere DOS-Programme, elektronische Schreibmaschinen etc.) arbeiten mit einfachen Wortlisten, da der begrenzte Speicher und die Rechengeschwindigkeit keine komplexeren Algorithmen erlauben. Damit können generell keine Deppenleerzeichen erkannt werden.

Problematisch sind alle Rechtschreibprogramme generell z.B. in Bildungseinrichtungen, wenn Schüler nach der „Try & Error“-Methode (Versuch und Irrtum) am PC ihre Rechtschreibung trainieren.

Sprachfluss [Bearbeiten]

Falsch gesetzte Leerzeichen können den Lesefluss stören, weil ein zusammengesetzter Ausdruck nicht sofort als solcher zu erkennen ist. Zudem ist der Sinn des gemeinten Begriffs gegenüber der korrekten Zusammenschreibung oder einer Schreibweise mit Bindestrichen bisweilen vieldeutig oder verändert. Unfreiwillig komisch ist beispielsweise die Werbung eines Mobiltelefonanbieters, der mit „24 Monate ohne Grund Gebühr“ warb.

Die Schreibweise mit Leerzeichen kann auch zu veränderter Betonung führen. Der Hauptakzent eines zusammengesetzten Wortes liegt im Deutschen normalerweise auf dem ersten Teilwort. Beispielsweise liegt der Hauptakzent bei Stadtbahnwagen auf Stadt- ([ˈʃtatbaːnˌvaːgn̩]). Ein Deppenleerzeichen führt hingegen zu einem weiteren (falschen) Hauptakzent, beispielsweise in Stadtbahn Wagen auf Wagen ([ˌʃtatbaːnˈvaːgn̩]). Auf diese Weise entstehen in gesprochener Sprache häufig sogenannte Holzwegsätze. Deutlich wird der Bedeutungsunterschied auch in den Sätzanfängen „Meine kranken Schwestern“ bzw. „Meine Krankenschwestern.“

Eigennamen im Kontext des Regelwerks zur deutschen Rechtschreibung [Bearbeiten]

Im Regelwerk zur deutschen Rechtschreibung wird darauf hingewiesen, dass Eigennamen nicht an die orthographischen Regeln gebunden sind und daher deren Schreibung davon abweichen kann. In den Vorbemerkungen des Abschnitts C. Schreibung mit Bindestrich heißt es:

Die Schreibung mit Bindestrich bei Eigennamen entspricht nicht immer den folgenden Regeln, so dass nur allgemeine Hinweise gegeben werden können. Zusammensetzungen aus Eigennamen und Substantiv zur Benennung von Schulen, Universitäten, Betrieben, Firmen und ähnlichen Institutionen werden so geschrieben, wie sie amtlich festgelegt sind.[13]

Dennoch wird von manchen auch die Durchkopplung solcher Eigennamen (z. B. Auto Teile Unger zu Autoteile Unger, Einstein Forum zu Einstein-Forum, die Mainzer "Johannes Gutenberg-Universität" zu "Johannes-Gutenberg-Universität") gefordert, zumal die Bedeutung eines Namens durch eine Getrenntschreibung verkehrt werden kann. So ist zum Beispiel die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle eine Kontrollinstanz und keine Unterhaltungssoftware, wie man nach dem Lesen des Namens glauben könnte. Und das Schiller Theater müsste eigentlich das Theater des imaginären Städtchens Schill sein und nicht an Schiller erinnern. Selbst der Wissen Media Verlag und das zugehörige Bertelsmann Lexikon Institut, die unter dem Markennamen Wahrig auch Rechtschreibwörterbücher herausgeben, verwenden für ihre Namen die bindestrichfreie Getrenntschreibweise.

Behördliche Namensschreibweisen folgen den jeweiligen Regeln, die von der amtlichen Rechtschreibung abweichen können. Das betrifft auch die Setzung von Zwischenräumen oder Bindestrichen. Schreibweisen der Standesämter (Personenstandsbehörden) dürfen nicht zwecks Vermeidung von Leerzeichen „verbessert“ werden.


Re: Wofür steht das p.t.

bessawissa 20.01.2008
Hehe, jetzt haben wir den Forums-Admin kalt erwischt. Wir diskutieren ein Thema, das es in der Forums-Typologie gar nicht gibt. Denn in meinem obigen Text werden Binde- und Gedankenstriche (und wahrscheinlich alle anderen Abarten auch) gleich abgebildet, womit sich die Lesbarkeit und Nachvollziehbarkeit extrem erschwert, wenn nicht sogar verunmöglicht. Grad beim oben geschilderten Beispiel des Verhältnisses Häupl–Pröll (hier von mir mit Gedankenstrich verfaßt) und der Variante Häupl-Pröll (mit Bindestrich geschrieben) kommt das rüber. Ja, mein lieber Russi, so können wir über dieses Nebenthema hier nicht reden, tut leid.

Gedanken- und Bindestrich

Brezi 20.01.2008
Lieber bessawissa!

Also in die von mir gestellte Falle tappe ich ohne den geringsten Genierer! Dieser (wie sich eben erst wieder gezeigt hat) gar nicht in allen typographischen Umgebungen existente Unterschied zwischen Binde- und Gedankenstrich war mir wirklich unbekannt und wenn ich mich an die Worte unserer Maschinschreiblehrerin am WiFI erinnere, dann schrieb man anstatt des Streckenstrichs auf den damals modernen elektrischen Schreibmaschinen für den Streckenstrich eine "Binde", von je einem Leerzeichen flankiert. Mir ist übrigens jetzt noch kein Licht darüber aufgegangen, warum das Word manchmal einen von mir getippten kurzen waagrechten Strich in einen langen verwandelt und ein anderes Mal nicht und in beiden Fällen sich das Resultat nicht korrigieren lässt. Im Übrigen finde ich, dass auch "Hannover - Kassel-Wilhelmshöhe - Frankfurt/Main" klar und deutlich wiedergibt, was gemeint ist. Fazit für mich persönlich: ich halte das Nebeneinanderexistieren zweier Zeichen, die ich nur mit einer Messlatte voneinander unterscheiden kann, für schwachsinnig. Und da (wie sich jetzt zeigte, dein "Häupl-Pröll" hier, obwohl von dir richtig eingegeben, falsch wiedergegeben wird, musste ich erst deinen nachgeschossenen Absatz lesen, um zu kapieren, wie es gemeint war (ich habe an meinem ohnehin schon geringeren IQ nun endgültig gezweifelt).

Dass in Wien die Straßennamen früher anders geschrieben wurden, kenne ich noch aus meiner Kindheit, aber ich hätte gemeint, dass schon vor 2006 die Tafeln mit der alten Schreibweise fast restlos ausgetauscht waren.

Thema Bis-Striche: also wir haben gelernt, dass man schreibt "Rienößlgasse 22 - 24" (weil der Strich für ein Wort, "bis", steht). So hätte ich dieselbe Regelung auch bei Zeitangaben (Jahreszahlen, Uhrzeiten) vermutet und wohl auch so geschrieben. Jetzt ist es mir natürlich bewusst, dass das generell nicht so geschrieben wird, sondern genau wie in der von dir zitierten Stelle angegeben. Bei anderen Maßzahlen hat sich anstelle des Bis-Striches ohnehin die Verwendung der 3 Punkte eingebürgert (was ich gut finde, denn der waagrechte Strich könnte mit einem Minuszeichen verwechselt werden und es sieht auch schöner aus, wenn steht: Ruhestrom: 2,75 ... 3,00 mA anstatt 2,75 - 3,00 (also minus 0,25, was nicht einmal unlogisch wäre, denn es gibt negative Ströme. Das sind solche, die in die entgegengesetzte Richtung (zu einer vorher vereinbarten) fließen).

Zu den Straßennamen mit Adjektiv: Mir ist der Sachverhalt, was als richtig gilt, genau so bekannt, wie du es zitierst. Dass es "Lange Gasse" und nicht "Langegasse" heißt (letzteres wäre eine Gasse, die nach einem Herrn oder einer Frau Lange benannt ist, leuchtet mir ein. Dass wir (einer pangermanischen Normierung blindwütig folgend) von Linzerstraße auf Linzer Straße changiert haben, erscheint mir nicht restlos logisch und konsequent, wird doch (zumindest bei uns in Österreich) Linzererstraße "vorne betont". Somit heißt für mich als gelernten Österreicher "Linzer Straße" eine Straße, sich irgendwo in Linz befindet ("eine Linzer Straße" "so wie "ein Linzer Autokennzeichen", "eine Linzer Mundartdichterin"). Dahingegen kann es (außer in Wien 14) überall eine Linzerstraße (auf "Linzer" betont) geben, also eine nach der Stadt Linz benannte Straße. Wie in deinem langen Artikel angeführt, kann es da natürlich auch zu Verwechslungen kommen. Jetzt heißt ein nach Hugo Wiener benannter Platz "Wienerplatz", während "Wiener Platz" in der Stadt Wien seinen Namensgeber hat. Aber kann man das nicht in Kauf nehmen? Schließlich gibt es auch eine Erdbergstraße in Wien. Wonach heißt die jetzt? Nach einem Ort namens Erdberg? Nach einer Person, die mit Nachnamen Erdberg hieß? Oder gar nach einem Berg Erde? Ich als Wiener kenne natürlich die Antwort, allein, aus den geltenden Sprachregeln lässt sich das nicht ableiten. Also bleibe ich dabei: Linzer Torte ist eine Torte, die in Linz gebacken wurde (auch wenn es eine Marillen-, Malakoff- oder Sachertorte ist). Linzertorte hingegen ist eine bestimmte, uns allen wohlbekannte Torte nach bestimmtem Rezept, egal wo sie hergestellt wurde oder sich gerade befindet.

Für den Hinweis, betreffend die hochgestellten Maßeinheitszeichen für Bogengrade, Minuten, Sekunden bzw. Zoll: danke. Es war mir bekannt, aber nicht bewusst. Trotzdem glaube ich dass man "Grad Celsius" oder "Grad Fahrenheit" dennoch mit einem Leerzeichen nach der Maßzahl schreibt (also -40 °F, -40 °C; weißt du übrigens, warum ich gerade -40 gewählt habe? Klar, du mit deinem IQ!).

Zur Schreibung von Zahlwörtern (in Ziffern oder in Buchstaben). Das habe ich auch so gelernt und auch nicht vergessen. Allerdings ist mir geläufig: In Fachtexten schreibt man alle Zahlen in Ziffern und Maßeinheiten als Abkürzungen, in "belletristischen" Texten schreibt man hingegen beides aus. Also:

"Die maximal zulässige Bandbreite von Amateurfunkaussendungen auf Trägerfrequenzen unter 30 MHz beträgt 7 kHz". "Im Mineralwasser XY wurde eine Li-Konzentration < 1 mmol/l gefunden". In einem Roman würde hingegen stehen: "Klaus drehte übers ganze Band. Da gewahrte er ein dickes Signal von vielleicht sieben Kilohertz Bandbreite!". Ebenso würe (selbst in einem Sci-Fi-Roman nie die Rede von Li oder mmol sein, sondern von Lithium und Millimol. In einem Brief (oder Forumsbeitrag) würde ich zweckmäßigerweise mit beidem (auch gemischt) rechnen: "Mein Hämoglobin ist noch immer nicht ganz in Ordnung. Zuletzt haben sie 12 Gramm im Deziliter gefunden".

Wie ich ohnehin am Eingang meines letzten Beitrages schrieb: ich bin kein Berufspedant. Ich setze nach: aber ein bissl ein Ästhet bin ich. Da meine Hämoglobinkonzentration im Blut übrigens tatsächlich noch nicht auf dem für geistige Tätigkeiten geforderten Mindestwert liegt, sondern um ein Siebtel zu niedrig ist, bleiben (auch ganz arge) Flüchtigkeitsfehler in dem, was ich schreibe, zu meinem eigenen Leidwesen noch immer an der Tagesordnung. Loben und preisen werde ich den Tag, an dem meine eigene Leistung wieder meinen eigenen Forderungen genügt. Nur damit du weißt, wovon ich da rede: zu wenig Hb im Blut lässt einen so arge Fehler machen wie den, dass man statt "Wetterumschwung" "Klimawandel" sagt oder "Invormation" schreibt (beides passiert, und zweifle bitte nicht, dass ich weiß, was richtig ist!).

Herzlich, Brezi

P. S. Noch während ich den vorigen Beitrag schrieb, da wurde in unserem Wortverzeichnis ein Zitat angeführt, in dem die Abkürzung für "Kilohertz" wieder in falscher Schreibung vorliegt. Da die Zitierende diese Schlagzeile sicher nicht abgetippt, sondern kopiert hat, liegt der Fehler mit 99,9 -prozentiger Sicherheit bei der Zeitung, aus der das Zitat stammt.

P. P. S.: Stellt euch darauf ein, dass ich weiterhin zwar zwischen Monatsgedanken und Monatsbinden, nicht aber zwischen Gedanken- und Bindestrichen unterscheiden werde. Es mag, je nach emotioneller Beurteilung meiner Person, als Sturheit oder als mutige Konsequenz ausgelegt werden.

Re: Wofür steht das p.t.

bessawissa 20.01.2008
Ein Vollprofi-Layouter hat mich dahingehend belehrt, daß es auch Dreiviertel-Gedankenstriche und Zweidrittel-Leerzeichen (z. B. zwischen dem letzten Wort und den drei Punkten ...) gibt. Oder umgekehrt. Ist auch schon egal. Dazu haben wir ja die gutbezahlten Experten, daß sie Sachen mühevoll hinkriegen, die wir nicht mal unterbewußt wahrnehmen, hehe. Kein Wunder, daß die Menschen immer weniger lesen ... (natürlich habe ich kein Zweidrittellehrzeichen auf Lager, daher hier das falsche ganze Leerzeichen vor den drei Punkten).

Re: Gedanken- und Bindestrich

bessawissa 20.01.2008
Monatsbinden


Adenauer sagte einmal, als ihm ein Abweichen oder gar Nichtbeachten von Wahlversprechen vorgeworfen worden war, die legendären und erstaunlich offenen Worte:"Was kümmert mich, was ich gestern gesagt habe!"

Und was kümmert einen alten Forumshasen der Topic?

Hier wird extemporiert.

Daher:

Wäre ich ein Pedant, dann schriebe ich jetzt, daß "Monats"-Binde eigentlich den Punkt nicht trifft. Andernfalls bräuchten wir alle paar Jahre eine Kalenderreform.

Bessawissa ist ein Sir

Brezi 20.01.2008
Lieber bessawissa!

Du bist ein Sir, weil du meinen Rechtschreibfehler (den falsch geschriebenen Pedanten) sicher gesehen und nicht reklamiert hast. Da ich dasselbe Wort oben richtig geschrieben habe, bekommst du eine Vorstellung davon, wie rasch sich der Hämlglobinspiegel einer Person ändern kann.

Du hast übrigens auch einen Flüchtigkeitsfehler gemacht, aber sicher schon ausgebessert, noch bevor ich diese Zeilen hier abschicke.

Klar wird hier extemporiert!!! Nur so bleibt etwas am Leben. Ich habe an anderer Stelle in diesem Forum (und sicher zum Ärgernis von vielen) zu Neujahr die Meinung vertreten, das alles, sobald einmal festgeschrieben, dem Altern und Falschwerden preisgegeben ist. Das gilt doch erst recht für die Themenvorgaben in einer Rubrik . Außerdem habe ich sicher zum weitaus größeren Teil mein Wissen fabulierenden Ausschweifungen anderer zu verdanken als systematisch und tabellarisch vorgetragenen Fakten. Das heißt, dass etwas, was nicht in der richtigen Betreffspalte steht, von nicht geringerem Wert für die Lernenden und Wissbegierigen ist, als wenn unter einen dafür vorgesehen Titel gestellt.

Dass die Bezeichnung Monat (genauso wie die Binde) dehnbar ist, zeigt schon, dass allein die Astronomen ein halbes Dutzend Monatsdefinitionen kennen (die ich mir gar nicht merke, nur so viel, dass in allen Kulturen der Mondmonat geringfügig bis erheblich vom Kalendermonat abweicht). Und zum Vorschlag, eine Kalenderreform zugunsten eines an der Menstruation gemessenen Monats durchzuführen, kann ich nur, um die sache gleich vorweg ad absurdum zu führen, ein Ordinationsgespräch zitieren:

Gynäkologin: Wie ist Ihre Regel?
Patientin: unregelmäßig

Und jetzt fällt der Hauptschalter. Ich habe schon wieder 4 Stunden zu viel an diesem idiotischen Gerät verbracht, die ich eigentlich dem Lesen (richtigem Lesen, von bedrucktem Papier!) widmen wollte.

Aber fass es als Kopliment auf, dass ein Teil dieser vier (jetzt ausgeschriebenen) Stunden für deine geistreichen Ausführungen aufgegangen ist.

NLG Brezi

Re: Gedanken- und Bindestrich

bessawissa 20.01.2008
Zur Schreibung von Zahlwörtern (in Ziffern oder in Buchstaben). Das habe ich auch so gelernt und auch nicht vergessen. Allerdings ist mir geläufig: In Fachtexten schreibt man alle Zahlen in Ziffern und Maßeinheiten als Abkürzungen, in "belletristischen" Texten schreibt man hingegen beides aus. Also:

"Die maximal zulässige Bandbreite von Amateurfunkaussendungen auf Trägerfrequenzen unter 30 MHz beträgt 7 kHz". "Im Mineralwasser XY wurde eine Li-Konzentration < 1 mmol/l gefunden". In einem Roman würde hingegen stehen: "Klaus drehte übers ganze Band. Da gewahrte er ein dickes Signal von vielleicht sieben Kilohertz Bandbreite!". Ebenso würe (selbst in einem Sci-Fi-Roman nie die Rede von Li oder mmol sein, sondern von Lithium und Millimol. In einem Brief (oder Forumsbeitrag) würde ich zweckmäßigerweise mit beidem (auch gemischt) rechnen: "Mein Hämoglobin ist noch immer nicht ganz in Ordnung. Zuletzt haben sie 12 Gramm im Deziliter gefunden".


Die Grenzen sind da sicher fließend, sodaß es auf das Sprachgefühl ankommt. Wenn eine einzige Prozentzahl (unsere Verfassung kennt übrigens nur den Begriff "v. Hdt") vorkommt, dann wird die Ziffer oder Zahl und der Begriff "Prozent" ausgeschrieben, wenn mehrere Prozentangaben gehäuft auftreten, dann beläßt man es bei den Ziffer- und Zahlenangaben und auch beim Prozentzeichen, wie schon richtig erwähnt, mit Leerzeichen (was ja logisch ist, weil ja das Prozentzeichen das Wort "Prozent" ersetzt und dieses hätte ja auch davor ein Leerzeichen). In Zeitungstexten - und daher kenne ich die Anweisungen des Layouters - ist im Text die Regel "bis 12 und ab dreizehn", wenn es um reine Mengenangaben geht, also "zwei Gesetze" oder "14 beschädigte Fahrzeuge".




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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

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Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.