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Wer darf beurteilen ?

Russi [Admin] 09.12.2007
Hallo Leute,

wieder mal eine Frage an euch: Wer darf für Wörter Beurteilungen vorlegen? Jeder angemeldete Benutzer oder nur jene welche einen österr. Bezirk als ihre sprachliche Heimat angegeben haben?

Wir lösen das hier ganz einfach basisdemokratisch. Die Umfrage ist bis 31.12.2008 offen und die Mehrheit entscheided - bei Gleichstand ich

Gruß Russi

Unter einer Bedingung:

JoDo 09.12.2007
Und zwar der, dass der "Auswärtige" das Wort als "österreichisches" (natürlich auch grenzüberschreitend bairisch, süddeutsch - so kleinlich möchte ich da nicht sein!) bewertet, also ob er das Wort unserem Sprachraum zuordnen kann, und nicht, wie schon des öfterem passiert, seinem eignen! Also es soll nicht passieren, dass ein Schleswig-Holsteiner, um das entferteste zu nennen, ein österreichisches Wort schlecht bewertet, weil es in Sch.-H. unbekannt ist. Wenn er das Wort allerdings - z.B. aus dem Urlaub aufgeschnappt hat und kennt - warum soll er es dann nicht auch beurteilen können?!

Brezi 10.12.2007
JoDo bringt es eh auf den Punkt. Ich würde es noch einmal so reformulieren:

Beurteilen sollte dürfen:

a) wer entweder ein Native Austrian Speaker ist (wobei ich Südtirolerisch aus sprachhistorischen Gründen trotz der territorialen Anderzugehörigkeit als österreichischen Dialekt bezeichnen würde). Egal wo er/sie lebt, vorausgesetzt, das Österreichisch wurde nicht schon zu sehr verlernt (wie bei Schwarzenegger )

b) wer in Österreichisch durch langes Leben hier o. Ä. derart gut und firm ist, dass er sich zu Recht kompetent fühlt, wobei es Teilkompetenzen geben kann, etwas: bei schriftsprachlichen Austriaka kenn ich mich aus, von Dialektwörtern lass ich aber die Finger.

Hier kann man mittels Softwaregestaltung allein nicht genügend fein regeln. Hier ist Eigendisziplin verlangt. Der Nicht-Native kann, wenn er gut ist, durchaus auch aus einem fremdsprachigen Gebiet kommen. Er soll sich nur bitte nicht überschätzen und uns etwas Falsches über unseren Dialekt erzählen wollen, egal ob er aus Bad Reichenhall oder Kasachstan kommt. Speziell die Probleme, die die Altbayern mit Berlin als Hauptstadt haben, können nicht unser Problem sein! Wir sind wohl auch kaum daran schuld, wenn halb Oberbayern "verpreusst" (wobei ich als letzter gegen andere deutsche Dialekte Ressentiments hege, im Gegenteil!)


Schlussfolgerung: jeder, der beim Registrieren zu Recht eine österreichische ode Südtiroler Sprach[b]heimat (mit profunden sprachlichen Kenntnissen derselben!!!) angeben kann [/b], soll zunächst auch beurteilen können. Wenn er dies aufgrund von Selbstüberschätzung und Kompetenzüberschreitung wiederholt eklatant falsch macht oder, sollte ihm die "Lizenz zum Beurteilen" entzogen und die österreichische Sprachheimat aberkannt werden. Das könnte die Moderatorengemeinschaft vorschlagen und der Sysadmin es daraufhin exekutieren.

Bei allem Verständnis für die diffizile sprachliche Situation unserer süddeutschen Nachbarn, insbesondere der aus Altbaiern, wo Bairisch gesprochen wird (ich habe wiederholt auf deren Québec-Syndrom hingewiesen), halte ich es für nicht gut, wenn diese ein österreichisches Forum als Projektionsfläche für ihre Probleme missbrauchen. Sie mögen sich bitte, wenn sie ihre Identität gefährdet sehen, an die Verursacher (Bayerischer Rundfunk, Regierung in Berlin oder was immer) wenden.

Schauen wir uns aber als Positivbeispiel - wie es auch gehen kann - nur Stanton an, der nie etwas Falsches schreibt und sich nur dort zu Wort meldet, wo er etwas zu sagen hat. Im Übrigen halte ich auch die Vorgehensweise mancher echten Österreicher für gefährlich kleinhorizontig. Man lese dazu bitte, was ich unter meinem eigenen Stichwort "einschichtig" geschrieben habe.

Zusammenfassung der Zusammenfassung: Kleiner Vertrauensvorschuss, aber bei unvertretbarer Ausnützung desselben: Gas abdrehen. Bei Zugereisten: es muss die Wahlheimat vom neu Registrierten explizit als Sprachheimat angegeben werden. Ist diese "erschlichen" kann ich mir sogar einen Rauswurf vorstellen.

Hoffe gedient zu haben!

LG Werner

Bitte, nicht schlagen!

JoDo 11.12.2007
Dem zu Recht bisher gesagten möchte ich folgendes hinzufügen:

Bisher war es doch so, dass - der Einfacheit halber - jeder angemeldete Benutzer mit seiner Herkunftsregion in die Beurteilung aufgenommen wurde. Das heisst, ein Wort, wuaschd von wo, wurde, falls vom Teilnehmer bekannt und also bewertet, mit DESSEN Herkunftsregion markiert, was die Schlussfolgerung nahelegte, es wäre auch dort "bekannt und verwendet".

Herrschaften: Das kann so sein, ODER AUCH NICHT!

Wenn man schon genau beurteilen möchte, dann doch so, dass zu einem Wort auch abgefragt wird: Ist dieses Wort für Dich/mich in DEINER HERKUFTSREGION BEKANNT UND VERWENDET, oder kenntst Du es nur, und kannst bestätigen, dass es (das Wort) in SEINER Herkunftsregion, als solches üblich ist. Das macht einen kleinen Unterschied! Ich selber habe mir schon öfter beim Eintragen "fremder" Wörter so eine Differenzierungsmöglichkeit gewünscht - Da fällt mir als Beispiel nur der ÖDÖGGEDÖGGE (Öltiegeldeckel) ein, der IN DIESER FORM wahrscheinlich NUR in Oberösterreich verwendet wird, wenn ich den positiv beurteile, wird er schwuppsdiwupps zu einem WIENER WORT, was so ja ganz falsch ist. Aber so lange es sich nur innnerhalb der engen Grenzen Österreichs abspielt ist der "Fehler" vernachlässigbar. Nicht aber so, wenn das Feld der Teilnehmer und Beurteiler vergrößert werden soll, WAS ICH SEHR BEGRÜßEN WÜRDE!

Es macht ja schon einen Unterschied, ob ein Teilnehmer aus BAYERN - und das sage ich jetzt bewußt, wegen der Nähe - ein Wort bei sich zu Hause GENAUSO kennt und verwendet, wie wir, oder er kennt es NUR von Österreich.

• Da kommt mir gleich die erste Idee:
Nicht nur eine Karte von Österreich einblenden, sondern für ALLE deutschsprachigen Bereiche Mitteleuropas.

• Differenziern zwischen: 1.) Herkunft des Teilnehmers, und 2.) Herkunft des Wortes, dann kann man gleich sehen, ob ein Wort AUCH österreichisch ist, weil es z.B. im ganzen süddeutschen Raum verwendet wird, oder ob es sich um eine REIN unsrige Kreation handelt.

Da diese Vorschläge sowohl für die Teilnehmer, wie auch für den Programmierer dieser Seite ein ziemlicher Alptraum sein dürften, bitte ich nur um Nachsicht und Gnade für das soeben geäußerte, und
BITTE, TUT´S MICH NICHT SCHLAGEN!

JoDo

Brezi 11.12.2007
Zum Vorschlag JoDos!

Gewiss, er ist nicht einfach zu verwirklichen, aber er ist super!. Es gibt da auf einer Homepage des Germanistik-Instituts der uni Tübingen(?) Sprachkarten. Wenn man die anschaut, kommt man ins Staunen, etwa wo überall "Briefträger" zum Postboten gesagt wird oder gar "Postler". Umgekehrt (ich zitiere da immer "mein" Beispiel Gehschule) kann ein typisches Austriakum durchaus auf Teile unseres Landes beschränkt sein und man anderorts den vermeintlich piefkinesischen Ausdruck verwenden. Eine solche Karte wäre somit das Allergelbeste vom besten Ei.

Gleich zwei Richtigstellungen, noch bevor überhaupt ein Missverständnis da ist:

a) ich halte einen Ausdruck auch dann für einen Austriazismus, wenn es außerhalb Österreichs kleine Gebiete gibt, wo er "zufällig" ebenfalls verwendet wird.

b) ich halte einen Ausdruck auch dann für einen Austriazismus, wenn er in größeren Teilen Österreichs durch ein gemeindeutsches Wort ersetzt wird

(ist aber doch eigentlich logo, oder?)

Die Problematik, was man z. B. als Wiener macht, wenn ihm ein Wort präsentiert wird, das er aus dem Sölktal gut kennt, selbst aber nie verwendet, wurde schon mehrmals angeschnitten, zuletzt wieder von JoDo einen Beitrag weiter oben in diesem Thread (danke!!!). Eine Lösung, wie man die Bekanntheit signalisieren kann, ohne die Österreichkarte deshalb "falsch" einzufärben, ist mir noch immer nicht eingefallen.

Nur so viel für heute noch: das Engagement und die ungeheure Energie, die die Moderatoren zur Lösung dieser Fragen aufwenden, begeistern mich schwer!

Euer Brezi

P.S. Und wenn JoDo für seine Ideen geschlagen werden soll, dann bitte aber zum Ritter!

So, glaube ich, können wir´s stehen lassen!

JoDo 11.12.2007
Und ich unterschreibe, aber mit einem

JA

Danke Brezi, shadow und Reimeli für Eure interessanten und beachtenswerten Details.

Und alle wohlgesonnenen - und damit meine ich nicht kritiklosen! - Bayern, Badischen, Württemberger, Franken, Sachsen, Hessen, ... Ihr wisst schon wie´s weitergeht ... sollen uns willkommen sein.

Re: So, glaube ich, können wir´s stehen lassen!

Russi [Admin] 11.12.2007
Hallo Freunde,

vielen Dank für die interessanten Ideen aaaber hier muß ich leider mitteilen, dass dies mittelfristig nicht realisiert wird - dazu fehlt mir momentan die Zeit - ist doch recht komplex.

Und die Herkunft eines Wortes ist mit Sicherheit eine tolle Idee aber woher nimmt man diese Information? Händisch eintragen ist wohl etwas fehlerbehaftet und umfangreich - automatisch vom Bezirk des Absenders auszugehen ist wohl etwas sehr grob und ungenau.

Eine Erweiterung der Landkarte könnte ich mir noch eher vorstellen.

Allerdings darf man hier nicht vergessen, dass dies auch nicht gar so simpel ist. Dazu muss man Vektoren für die einzelnen Regionen erstellen - das ist eine Zeichnerei sondergleichen. Und damit es sinnvoll ist, sollte man z.B. Bayern nicht als eine Region einrichten sondern als Minimum auch die Regierungsbezirke eintragen - besser noch die Landkreise. Davon gibts alleine in Bayern übrigens 71 (die kreisfreien Städte noch gar nicht mitgerechnet). An diesen Aufwand will ich gar nicht denken.

Außerdem ist mir das fast schon zu generell - ich mag die Leute rund um Österreich liebend gern - aber dafür soviel Arbeit ist mir dann doch zuviel des Guten.

... und jetzt was ganz anderes: ich plane (in ferner Zukunft) ein ähnliches Konzept wie hier auf einer etwas globaleren Ebene. Also nicht nur Österreichisch sondern Sprachen allgemein. Da mir bewusst ist, hier etwas ziemlich unmögliches zu versuchen bin ich über Vorschläge, Ideen, Konzepte, ... immer dankbar. Die Grundidee ist relativ einfach: für viele Sprachen sowie Dialekte gibt es kaum verwertbares Material. Wo findet man z.B. gute Informationen über das Kreol-Französisch von La Reunion?

Gruß Russi

Re: So, denke ich, können wir´s noch lange stehen lassen!

JoDo 12.12.2007
Liebes Christkind!

Wir wissen, Du hast gerade in der Vorweihnachtszeit viel zu tun, weil so viele Kinder was von dir wollen!

In dem Fall ist es aber nicht ein dringender Weihnachtswunsch, sondern eine Überlegung "pro futuro", den wird man schon auch eine Weile unrealisiert so dastehen lassen können.

Lieber Russi!

Wenn der Bedarfsbefriedigungsbedarf dafür, auch Zuagroaste beurteilen zu lassen, ins Unausweichliche auszuufern droht, kannst ja einfach die Tabellen erweitern, ich würde vorschlagen nur mit denjenigen "locations", die von den Teilnehmern in einem freien Feld in der Anmeldemaske eingetragen werden.
Musst ja nicht alle Postleitzahlen von Mitteleuropa erfassen!

Verausgab´ Dich nicht vor Weihnachten!

Manche Wünsche lösen sich bei näherer Betrachtung von selbst auf.

VlG
JoDo

Re: Wer darf beurteilen ?

Russi [Admin] 31.12.2007
Ende der Umfrage.

Damit wird es in naher Zukunft so sein, dass nur Benutzer welche einen österreichischen Heimatbezirk angegeben haben auch eine Beurteilung abgeben dürfen.

Danke für die Teilnahme und Gruß

Russi




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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.