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Was haltet ihr von "Doserldoktor" ?

Russi [Admin] 07.02.2007
Also normalerweise fliegen Worte, die extrem beleidigend sind oder nichts mit Dialekt zu tun haben, raus. Bei diesem Wort war ich kurz davor, dann fiel mir aber ein, dass es mir auch nicht unbekannt war. Man hört es zwar nicht jeden Tag aber es ist mir schon einige Male untergekommen. Logischerweise nicht in hochgeistigen Diskussionen aber auch nicht unbedingt extrem negativ besetzt.

Also dachte ich wir machen hier einfach eine Abstimmung. Warten wir 10 Ergebnisse ab und wenn 7 oder mehr positiv sind lassen wir es, sonst fliegt es raus.

stanton 07.02.2007
Halten wir mal fest:

[list:32dyonid]* Dose ist ein Ausdruck für das weibliche Geschlechtsorgan, den ich zwar als Slang, aber nicht notwendigerweise abwertend bezeichen würde.
* Zwar ist es ein allgemeindeutscher Ausdruck; die Verkleinerungsform "Doserl" hingegen ist ein österreichischer Diminuativ, wobei Verkleinerungsformen eine eher verniedlichende Wirkung haben.
* Gleiches gilt für das Kompositum "Doserldoktor". Das ist zwar eine plakative Beschreibung, abgeleitet von einem wesentlichen Tätigkeitsgebiet, aber nicht mehr oder minder beleidigend als die Ausdrücke, aus denen es zusammengesetzt ist - was sowohl für den Doktor als auch für die Patienten gilt.[/list:u:32dyonid]

Damit ist in meinen Augen der Angeklagte vom Vorwurf der Beleidigung freizusprechen. Das ist für mich das gleiche, als hätte jemand den Ausdruck "Eierdoktor" oder "Zipfedoktor" mit Übersetzung "Urologe" eingetragen, womit ich als Mann (also potentieller Patient eines solchen) auch kein Problem hätte - auch wenn ich keinen der erwähnten Doktorbegriffe in meinem aktiven Vokabular habe.

Last but not least: it's a descriptive, not a prescriptive dictionary - zu deutsch: dem Volk aufs Maul g'schaut. Hauptauswahlkriterien sollten daher sein:

[list:32dyonid]* Handelt es sich um einen gängigen Ausdruck? Also nicht um Eigenkreationen oder Insidersprache, die nur eine kleine Clique benutzt?
* Ist es ein typisch österreichischer Ausdruck, der sonst nirgends benutzt wird? (Bayern und Südtirol als Gebiete mit eng verwandtem Dialekt ausgenommen - sonst müssten wir mehr als die Hälfte der Wörter löschen.)[/list:u:32dyonid]

doc 08.02.2007
Ich kann mich deinem Standpunkt nur anschliessen.
Es ist ein Slang, bekannt, gebraucht (wenn auch nicht so oft) und wirklich nicht beleidigend, daher bin ich für Beibehaltung.
Auch wenn einige "präpubertär" sein könnten. Wir sind ja hier nicht im
Therapiezentrum.

Ausserdem bin ich wirklich nicht für übertriebene Zensur.
Ich habe auch schon Wörter gehört, die ich wirklich nicht eintragen möchte,
und es auch nicht tun werde.
Auch wenn es beleidigende Wörter gibt, die aber noch "vertretbar" sind,
sollten sie eingetragen werde, dafür haben wir die Spalte abwertend bzw.
vulgär, und es sind schon viele Wörter eingetragen worden, die viel derber,
(wenn es dieses überhaupt ist) als dieses hier sind.

Für mich z.B. sind Wörter, wie z.B. "abkratzen" oder "ins Gras beissen" viel schlimmer.

HeleneT 08.02.2007
Wie ich zum Schluss angebracht habe, es gibt solche und ähnliche Worte in allen Regionen, eben mit der unterschiedlichen Lautfärbung bis zum Döslidoktorli. Für mich hat das absolut nichts mit Dialekt zu tun.

Es ist ganz normal, und ich tue es auch, dass man den Gyn und auch die Genitalien in verniedlichender Art und weise anspricht, weil die meisten Menschen nicht gelernt haben über Sexualität und ihre damit verbundenen persönlichen Bedürfnisse zu sprechen. Was auch eine Basis für die steigende Gewaltqualität allerortens ist. Aber das ist eine andere geschichte und da forschen schon einige dran.

Aber, es ist kein österr. Spezifikum.
In unserer Familie hat sich der Höhlenforscher durchgesetzt und ich habe es auch schon anderswo gehört. Deshalb würde ich es hier nicht eintragen.
Das eine hat mit dem anderen einfach nichts zu tun.

Forscher und Co

wuppl 08.02.2007
Betreifft wohl nicht nur den Doserldoktor, sondern auch den von mir eingebrachten Locherldoktor.

Es handelt sich hier nicht um (maskuline) pubertätre Erscheinungsformen, sondern um tatsächliche Verwendungsformen (dem Volk aufs Maul geschaut)

Ich denke nicht, dass jene Damen (23, 37, 67), denen ich das abgehört habe, a) maskulin oder b) postpubertär sind oder ein Problem mit Ihrer Sexualität haben.

Abgesehen vom Höhlenforscher, den ich auch schon in Mitteldeutschland gehört habe, meine ich doch, dass der Locherl- oder Doserldoktor - abgesehen vom medizinischen - auch im Dialektforum seine Berechtigung hat.

LG

wuppl

HeleneT 08.02.2007
wuppl, einfach mal lesen und dann werten.

Abgesehen davon, jetzt gibt es den Doserldoktor, den Locherdoktor. Jetzt schreibt euch einmal auf welche Bezeichnungen ihr für weibliche Geschlechtsorgane findet und hängt nur mal Doktor dran. Wenn ihr lsutig seid, dann erweitert es um Fummler, Tischler. Und rechnet euch mal nur diese Varianten aus. Und das soll Dialekt sein?

Es gibt nun mal lokale Verbalisierungen dafür, gut so oder auch nicht. Wie auch immer. Aber, sie sind kein Dialekt!




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Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

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Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.