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Allgemeindeutsch

Russi [Admin] 14.06.2007
Dies ist ein recht kompliziertes Thema, da viele Wörter zwar allgemeindeutsch sind (wir sprechen doch auch eine Art Deutsch ) aber dann in D kaum verwendet werden. Nehme ich veritabel, dann würde mich dieses Wort weder in Ö noch in D überraschen, aber das kann auch daran liegen, dass ich Österreicher bin. Wenn ich so zurückdenke, fällt mir kein Deutscher ein der mir gegenüber dieses Wort erwähnt hätte - aber auch nur wenige Österreicher.

Sieht man im Duden nach, so wird hier "veraltet" angegeben. Das deutet zumindest darauf hin, dass es nicht unbedingt ein Wort aus dem Durchschnittssprachschatz des Durchschnittsdeutschsprechers sein wird - meine ich.

Mein (persönlicher) Ansatz ist eher die Wörter zu belassen und wenn es zuviele werden eine Kategorie "Allgemeindeutsch" einzuführen. Damit sehen zumindest andere was es mit diesem Wort auf sich hat. Allerdings bin ich hier nur der Diensteanbieter und lasse mich von jedem guten Gegenteil überzeugen.

Wir sollten eine Gruppe "Durchschnittsdeutscher" hier einladen um uns zu unterstützen

Gruss Russi

Gute Ideen!

Brezi 02.07.2007
a) shadow hat da ein wichtiges Problem aufgegriffen, auf das es langfiristig eine taugliche Lösung zu finden gilt
b) Russi hat dazu einen guten Vorschlag gemacht. Nur leider sind die Deutschen scheinbar hier ausnahmsweise zu schüchtern. Bisher haben uns da am besten jene geholfen, die in beiden Ländern zuhause sind, also die typische Sprache sowohl einer österreichischen als auch einer deutschen Gegend (oder im Idealfall größerer Gebiete) gut kennen. Sie sind es auch, denen immer wieder Wörter auffallen, die uns "reinen" Österreichern gar nicht als Austriazismen bewusst sind. Leider ist diese Art von Benutzern bei uns eher dünn gesät, dafür aber umso fleißiger.

Mir ist es - ähnlich wie Russi beim Wort "veritabel" gestern bei "Besenstange" so gegangen. Ich hätte geglaubt, in weiten Teilen D's sagt man fast ausschließlich "Besenstiel". Aber dann tauchte das verfluchte Besenstangl auf mehr de-Seiten auf als auf Österreichischen. Was sagt das aber schon aus. Die können theoretisch alle aus dem Rupertiwinkel in Bayern stammen, wo man einen dem Salzburgischen noch ziemlich nahen Dialekt spricht, was dann nichts darüber aussagt, wie Besenstiele im Berliner Alltag benamst werden.

Auch sind - ich habe es mehrmals betont - auch manche österreichische Wörter den selteneren, aber eben doch auch vorkommenden Weg gegangen und haben von unserem Land aus Deutschland erobert, anstatt wie in der Mehrheit der Fälle umgekehrt. Sind es beim Import von Germanismen zu uns meistens die elektronischen Medien, die zur Verbreitung beitragen, so treten österreichische Ausdrücke meistens als Urlaubserinnerungen ihren Weg nach Deutschland an (leider auch manchmal aus volks-dümmlichen Musiksendungen, in denen vornehmlich pseudofolkloristischer Kitsch verbreitet wird, auch in vokabularischer Hinsicht).

Wir werden also nicht viel anderes tun können als alle zu bitten, bei heftig umstrittenen Wörtern möglichst viele Kommentare (und vorerst keine Beurteilungen) abzugeben, damit man sich dann ein Bild machen kann. Stellt sich dann heraus, das das betreffende Wort tatsächlich ein vornehmlich Österreichisches ist, können alle, die mit der Beurteilung gewartet haben, diese geballt loslassen und sie entspannt an der einen Frage ausrichten: kenne ich dieses Wort in dieser Bedeutung oder nicht. Der Rest wäre dann bereits geklärt und würde beim lockeren Beurteilen nicht mehr stören.

Daher mein Appell an alle (auch die von Auswärts): Fest mitmachen bei der Diskussion um vermeintlich oder tatsächlich gemeindeutsche oder gar aus D importierte Wörter.

Ich darf an dieser nicht ganz passenden Stelle meinen schon mehrmals erfolgten Appell nochmals deponieren, zu den sicher meist gut übersetzten Vokabeln auch viele praktische Beispiele als Kommentare hinzuzufügen, inklusive Beispiele, wie man ein Wort nicht verwenden kann. So kann (wie von mir zufällig gestern angemerkt) das Wort "Hund" für Fehler nur in der Bedeutung von engl. "bug", nicht jedoch in der Bedeutung "mistake" verwendet werden. Wer das Wort nicht kennt und nur die Übersetzung "Fehler" liest, dem wird möglicherweise beim Lernen unserer Sprache etwas Wichtiges unterschlagen. Übrigens: "Hund" in dieser Bedeutung steht noch nicht im Verzeichnis. Da aber die Anregung von meli kam, habe ich angeregt, sie möge den Eintrag auch vornehmen.

Hat euch das weiter geholfen? Hoffe es.

LG Brezi




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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.