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JoDo 27.08.2006
Erlaube mir hier eine meiner Lieblingsballaden in Wiener Dialekt zu präsentieren: Die Bürgschaft (Fr. Schiller) - Der Guatsteher (A. Krutisch)

(http://www.lesefit.at/mittelstufe/ss7_module/modul5/ct_ballade_buerg.htm)
Dieser link existiert nicht mehr - leider - die Seite hatte noch andere Kostbarkeiten auf Lager.
Daher hier ein Ersatzlink:
http://www.groeger.info/Guatsteher.html

Zum Dionys, dem Tyrann von de Griechen,
is der Mörus mit an Dolch hingschlichen,
aber wia er si so zuwedrängt
und ans Stechen net amol no denkt,
ham eahm scho de Kiberer derglengt.
Da sagt der Tyrann: "Hab i di, du Strolch!
Speib, was hast denn da machn wolln mit´n Dolch?'"
Mant der Mörus: "I bin a ehrlicher Knopf,
und wann ma de Wahrheit a kostad mein Kopf,
aber i sag´s - und soll mi der Teifel holn:
Ja, Pülcher, i hab di hamdrahn wolln!"
"Aha", schreit der Tyrann, "du pestigs Luader,
i hab´s glei gwusst, du bist ka Guater.
Aber bei mir, du Sandler, hast di vergoglt,
dafür wirst jetzt ans Kreiz anegnagelt."

Da winselt der Mörus ganz dasig: "O mei,
wia kann ma nua so nachtragert sei?
Der macht, wia wann i eahm wehtan hätt,
derweil war i zan Stechn eh viel zu bled.
Wann i net so patschert war, du Pippn,
hätt´st den Feitl scho lang zwischn de Rippn.
Aber wannst mir scho nehmen willst mei Lebn,
kunterst mir vurher a Gnad no gebn.
Wann i gach sterbert, war des saubled,
weil heite mei Schwester de Hochzeit hätt.
Lang gnua hätt´s ja gsuacht, die schiache Zechn,
und jetzt hat´s an gfundn, eh so an wechn,
der is so teppert und packt´s als a blinder
und spielt den Vatern für ihre drei Kinder.
I warert ihr Beistand, und wann i net kann,
rennt ihr des Weh vielleicht wieder davon.
Drum tät i di bittn: Lass mir mei Pflicht no derfülln,
wann´s vorbei is, kumm i zruck und derfüll dir dein Willn.
Nacher lasst mi halt bratn am Kreiz in da Sunn."
"Was warst denn so teppert?", sagt drauf der Tribun,
"Hättst halt mit dein Dolchstoß zuagwart bis morgn,
dann hättst zwegn der Hochzeit jetzt kane Sorgn.
Wer mitn Feitl spielt, verbrennt sich die Klebeln,
drum halt jetzt des Mäul und her auf mitn Keppeln.
I bin der Dionys, aber du glaubst i haß Ottl,
lassert i di jetzt gehn, dann war i a Trottl!
Du hast an Klopfer, wia stellst dir des vur?"
Drauf mant der Mörus: "Jetzt hörn S´ amal zua!
I hättert an Freind, der stingert ma guat,
und bleibert als Pfand da, derweil i bin fuat."
Und wirkli, der Freind is bereit zua der Hackn
und sagt: "I vertrau dir, du wirst´s scho derpackn!
Aber dass d´ waßt, dei Wurt, des muaßt haltn,
geh i statt dir ein, nacher sag i´s deiner Altn!
Und was dir dann bliaht, des kannst da ja denkn!"
"I kumm scho zruck", sagt der Mörus, "liaber lass i mi henkn!"

Da spricht der Kenich: "Dass net allawei haßt,
i bin a Tyrann und a pestiges Gfraßt,
so gib i halt nach deiner Bitte.
Aber weh eich, i kneiß a Petite,
dann kennts eich, es zwa alte Spezln,
glei die Baner anzeln zammenkletzeln.
Und jetzt schleich di zua Hochzeit, aber geh net in d´ Bliah,
i g´halt mir derweil den Haberer statt dir,
bevur dreimal de Sunn scheint, hängt er am Steckn,
und wan du bäulisierst, dann muaß er verreckn!"
"Bei mia hast di täuscht, i lass eam net stockn!",
sagt der Mörus und macht si auf de Sockn.

Duat hat er als Beistand ganz schnell unterschriebn,
aber trotzdem is er dann no picknbliebn
und hat gfressen und gsoffn und kudert und glacht,
und de Remasure hat dauert zwa Tag und zwa Nacht.
Wia er mit an depperten Schädl derwacht in der Hapfn,
fallt eahm der Freind ei - da hauts eahm aus d´ Schlapfn.
Zwölf Stund hat er nua mehr bis zum Abendrot
und wann er net zrechtkummt, is der Haberer tot.
Ohne Abschied, ohne Fruahstuck und ohne Rasiern
schleicht er si furt und fangt an zu Marschiern.

Da fangt´s an zan Trepfln, dann regnet´s und schitts,
aber er, er hatscht weita bei Dunna und Blitz.
Doch wia er zan Fluss kummt, verliert er den Reis,
de Bruckn is weg - was tua i, o Zeus?

Wia soll i da drüber, i hab kan Schinakl,
und bei dem Wellengang schwimmen, na, des is ka Hackl!
Aber es bleibt eahm nix über, er muaß durch des Wasser,
also hupft er halt eine, er wird immer nasser,
und raft mit de haushochn Wogn.
Und x-mal hätt´s eahm bald abezogn,
aber er tuat betn und bittn und sempern,
und dar Zeus hat a Mitleid und lasst eahm net schlempern.

So kummt er mit Ach und Krach ume,
kräult auße, sagt: "Wann i mi tummel
kumm i no vurn Abendrot eine in d´ Stadt.
Der machert an Fotz, der Zwiefelkrawat!"
Und weiter rennt er mit patschnassem Frack,
wia wann eahm scho sitzert der Ginkerl im Gnack.
Da versperrn eahm auf amal Räuber den Weg.

"Schleicht´s eich", schreit er, "i hab ja an Dreck.
Des anzige, was i no hab, is mei Lebn,
und des muaß i heite mein Kenich no gebn!"
Aber de kräuln eahm net abe und wolln eahm derschlagn,
da geht er brisant, da platzt eahm der Kragn,
er gibt an a Tetschn, dem zweitn an Schuss,
dem drittn an Magnbeitler voller Genuss,
dem vierten an Ferschler, von hinten an Reiber,
de andern varkummen - und er rennt scho weiter.

Aber sche langsam werdn bleiern de Haxn,
er wiad miader und miader, es krachn de Flaxn,
und er denkt si: "Kummt des von dem Jauken
oder hätt i net allaweil solln so viel rauken?"
Doch er jappelt stur weida auf d´ hinichen Schleich,
de Sunn geht scho aba, der Himmel wiad bleich.

Da kummt er zan Stadtrand mit hängender Zungan
und denkt nua des ane: "Gelungan, gelungan!"
Da kummt eahm sei Hausmasta no in de Quer
und schreit: "Du rettest den Freind nimmermehr!
´s is z´spät, se ziagn eahm scho aufe aufs Kreiz,
rett du dia dei Lebn und verduft in die Schweiz!"

Doch er gibt net nach, reißt si no amal zamm,
spuckt in die Händ und sagt: "Glei wer ma´s ham!"
Und start´ wia der Nurmi eine in d´ Stadt.
Durt zaans´ den Freind aufs Kreiz aufe grad.
Und der Tyrann, der hänselt eahm immer:
"Na Tepperter, dei Spezi kummt nimmer!"
"Der kummt!", rechelt der Freind, obwohl er´s net glaubt.
Auf amal siacht er von der Weitn, wias´s staubt
und ana brüllt: "Macht´s ma Platz, i hab ja ka Zeit!"
Der Freind voller Freid schreit: "Holladero!
Was sagst jetzt, Tyrann, der Mörus is da!"

Dem Tyrann fallt vor Enttäuschung abe des Ladl,
er glaubt, er tuat tramen und zwickt si ins Wadl,
aber es is wahr und wirkli ka Tram:
Der Mörus - des gibt´s net - is wieder daham.
"Freindschaft", schreit der Mörus, "geht mia über alles,
jetzt bin i da, Freind, und rett dia dein Hals!"
Und de zwa falln si vor Rührung so lang in de Arm,
dass d´ Leit umadum scho glaubn, de san warm.

Der Tyrann, der steht danebn und sinniert:
"Der Mörus, des Huhndsviech, der hat mi blamiert.
Jetzt kann i nix tuan wie vertuschn mein Gizzi."
Und urfreindlich sagt er: "Es seids mia zwa Strizzi.
I mecht eich schee bittn in derer Stund:
Nehmts mi als drittn in eichern Bund!"
Da sagt der Mörus zum bekehrten Tyrann:
"Du, des is leiwand, mir brauchn eh an,
und i hoff, du Surm, du wirst uns net pflanzen,
du wirst unser Dritter - beim Preferanzen!"

Viel Spaß
JoDo

Amalia 27.08.2006
http://imageshack.us
köstlich

Pirron und Knapp

JoDo 04.09.2006
Grosse Lachparade
~ Pirron und Knapp

Produktinformation
CD (26. März 2001)

Label: Fontana Sp
ASIN: B000050OTZ

DAS TRÖPFERLBAD

Am vergangnen Freitag warn wir zwa im Tröpferlbad,
daß Sie net dabei warn, des is schad,
schad, schad, schad, schad, schad, schad.

Drunten beim Kassier da macht a Frau grad an Bahö:
Was, Se sagn i bin a alte Fee,
Fee, Fee, Fee, Fee, Fee, Fee?
Was san denn Sie dann
Sie zrupfter Bisam?
Warn Sie ka Amtsperson
heratn'S an andern Ton.
Doch weil ich fein bin
und net gemein bin,
stell i mi nimmermehr
mit Ihnen her.
Se glaubn, weil Se in an Voglhäusl sitzn,
könnan´s a schwache Frau tyrannisieren?
Jetzt halt's mi zruck,
sonst kumm i no in d'Hitzn
und werd dem Kartenbändiger,
dem Kartenbändiger, dem Kartenbändiger
a no ane schmiern !

Endlich sama drinnen in da Umkleidekabin,
de Nackatn, die rennen her und hin,
und her und hin, und her und hin,
und her und hin.
Aner von de Nackatn,
der is unhamlich gfüllt,
sei Freund schaut aus als wia a Röntgenbild,
-bild, bild bild bild bild

´S ist ein Gedränge in dera Menge
und kaner waß net gwiß,
welcher Fuaß sein eigner is.
´S is wia in an Narrnhaus,
wir ziagn uns d'Schua aus,
doch unser Nebenmann,
ziagt's uns an.
Jetzt probiern ma´s halt amol mit unserer Hosn,
kaum samma draußt,
hülft uns da Nachbar wieder rein.
Wir kriegn an Zorn
und zwar an Mordstrumm großen
und gengan samt dem Gwand,
samt dem Gwand, samt dem Gwand
ins Bad hinein.

Der Gfüllte, der kummt eine
und steigt mitten auf a Saf,
der längs nach haut's eam hin
und er is baff,
baff baff baff baff baff baff
Wia er wieder aufsteht,
will er zur Brause hin,
er paßt net eine in die Duschkabin,-
bin, bin bin bin bin bin bin.
In der nächsten Klause
unter der Brause
da hupft des Röntgenbild
grad hin und her wia wild.
'S ist ein Verhängnis,
daß er so dünn is,
wann der zum Abfluß rutscht,
dann is er pfutsch!
Da machts an Pumperer,
wir zwa san furchtbar zsammenzuckt,
weu unsern Gfüllten haut's grad wieder amal hin.
Die Brausn san verbogn,
die Wänd hot´s eindruckt,
des ganze Tröpferlbad, Tröpferlbad, Tröpferlbad,
des ist jetzt hin

Weihnachten ist eine schöne Zeit - Georg Kreisler

JoDo 24.12.2007
Weihnachten ist eine schöne Zeit

Georg Kreisler



Weihnachten ist eine schöne Zeit,
denn es wird gefeiert weit und breit,
bitte alle mit mir singen:
Weihnachten ist eine schöne Zeit.

Weihnachten ist eine schöne Zeit,
insbesondre,wenn es tüchtig schneit,
durch die Flocken klingen Glocken -
Weihnachten ist eine schöne Zeit.

Mutter kriegt Toilettenseife,
die sie zum Toilettenwaschen braucht.
Vater kriegt eine neue Pfeife,
weil er schon seit Jahren nicht mehr raucht. Ja,

Weihnachten ist eine schöne Zeit,
wie man sich zu Weihnachten doch freut:
Sternchen kleben,Geld ausgeben,
Weihnachten ist eine schöne Zeit.

Ich bekomm viel schöne Bücher,
leider sind es jene Bücher,
die ich schon gelesen und gehaßt.
Tante kriegt zwei Seidenblusen,
wobei ihr von beiden Blusen
weder eine noch die andre paßt.
Oma kriegt die Samowaren,
die sie selbst vor zwanzig Jahren
irgendwem gegeben hat,zurück.
Onkel kriegt zehn Taschentücher.
Taschentücher braucht er sicher,
er hat eine Taschentuchfabrik. Ja,

Weihnachten ist eine schöne Zeit,
drüber gibt es sicher keinen Streit:
Goschen halten,Hände falten
Weihnachten ist eine schöne Zeit.

Zwar es geht nicht jedermann zur Mette,
denn Weihnachten gibts anderes zu tun untertags.
Dafür kauft dann jeder eine nette
Kerze und ein Engelchen aus Plastik oder Wachs.

Und am Weihnachtsabend,wie erquicklich:
man speist mit den Verwandten,die man's ganze Jahr vermied.
Nach dem Essen fühlt man sich so glücklich,
weil man die Verwandten dann ein Jahr lang nicht mehr sieht.

Weihnachten ist eine schöne Zeit,
das ist wirklich keine Neuigkeit!
Nicht verschnaufen,weiter kaufen,
Weihnachten ist eine schöne Zeit.

Weihnachten ist eine schöne Zeit;
wenigstens das sagen alle Leut'!
Sind wir ehrlich: einmal jährlich
Weihnachten ist eine schöne Zeit.

Gib uns Frieden,Fest des Friedens,
gib uns Liebe,liebes Fest,
gib,daß man statt Platitüden
uns die Wahrheit sehen läßt!

Gib uns Weisheit und Verständnis,
laß uns nicht beim Lügen lachen,
und verleih uns die Erkenntnis,
wie aus Menschen Menschen machen!

Laß uns nicht beim Geben sparen,
laß uns nicht in Zorn entbrennen.
Gib,daß wir in Zukunftsjahren
endlich ehrlich sagen können:

Weihnachten ist eine schöne Zeit,
Weihnachten ist eine schöne Zeit,
freut uns auch nicht,was wir kriegen,
macht uns Freude,was wir bringen.

Geben wir auch, weil wir müssen,
einmal wird es uns gelingen,
daß wir geben,weil wir wollen:
dann laßt uns zusammen singen:
Weihnachten ist eine schöne Zeit!

Tauben vergiften - Georg Kreisler

JoDo 12.04.2008
Schatz, das Wetter ist wunderschön,
Da leid ich's net länger zu Haus!
Heute muß man ins Grüne gehn,
In den bunten Frühling hinaus!
Jeder Bursch und sein Mädel
Mit einem Freßpaketel
Sitzen heute im grünen Klee,
Schatz, ich hab eine Idee!

Schau, die Sonne ist warm und die Lüfte sind lau,
Gemma Tauben vergiften im Park!
Die Bäume sind grün und der Himmel ist blau,
Gemma Tauben vergiften im Park!
Wir sitzen zusmam' in der Laube
Und a jeder vergiftet a Taube,
Der Frühling, der dringt bis ins innerste Mark
Beim Tauben vergiften im Park.

Schatz, geh bring das Arsen gschwind her,
Des tut sich am besten bewährn,
Streus auf a Graubrot kreuz über quer,
Nimms Scherzel, des fressens so gern.
Erst verjag mer die Spatzen,
Denn die tun eim alles verpatzen,
So a Spatz ist zu gschwind, der frißt's Gift auf im Nu,
Und des arme Tauberl schaut zu.

Ja, der Frühling, der Frühling, der Frühling ist hier,
Gemma Tauben vergiften im Park!
Kanns geben im Leben ein größres Plaisier
Als das Tauben vergiften im Park?
Da Hansel geht gern mit der Mali,
Denn die Mali, die zahlt's Zynkali,
Die Herzen sind schwach und die Liebe ist stark
Beim Tauben vergiften im Park!
Nimm für uns was zu naschen
In der andern Taschen,
Gemma Tauben vergiften im Park!

Gerhard Bronner: Der g´schupfte Ferdl (1952)

JoDo 07.06.2008
Heute ziagt der gschupfte Ferdl frische Socken an,
grün und gelb gestreift, das ist so elegant,
schmiert mit feinster Brillantine seine Locken ån,
putzt sich de Schuach und nåchher håut er sich ins Gwånd,
denn beim Tumser dråusd in Neu-Lerchenföd
is Perfektion.
Ån da Eckn trifft er dån de Mitzi Wasdabschick,
das beliebte Pin-Up Görl von Hernois,
ihre Kleidung ist wie seine ganz dezent und schick,
sie håt beinåh echte Perln um an Håis,
denn beim Tumser dråus in Neu-Lerchenföd
is Perfektion.
So gehn die beiden mit vergnügtem Sinn zum Tumser hin,
bei der Gardrobe sehn sie ein großes Schild,
die p. t. Gäste wean höflichst gebeten,
die Tanzlokalität ohne Messer zu betreten,
då legt der gschupfte Ferdl ohne långe zu redn
sein Tåschnfeitl hin -- die Mitzi hat im Taschl eh no an drin, verstehst?
Da fångt mit Schwung und Elan
a gschtråmpfter Tschitaboog an,
gespielt von Charlie Woprschaleks Golden Boys
aus Hernois,
und mit Elastizität,
die sich von selber versteht,
schleift der Ferdinand die Mitzi aufs Parkett,
des ist ziemlich übervölkert schon,
weil beim Tumser is heut', eh schon wissen,
Perfektion.
Das Saxåphån, dås imp(a)rovisiert,
die Nummer: I can give you anything but love.
Beim letztn Ton, da hat er sich geirrt,
woråuf der Ferdl sågt, des is a gsöchter Aff',
åber gleich nebenan steht ein junger Mann,
der glåubt, daß ihn der Ferdinand gemeint haben kann,
und er ist über diese Randbemerkung sehr deprimiert,
der gschupfte Ferdl hat ihm nämlich einst die Mitzi entführt,
er findet das sehr gemein,
doch hasst er Schlägereien,
drum beißt er nur den Ferdl in die Nåsn hinein,
der is gånz deschparat,
er waß sie kan Rat,
weil er's Messer blöderweis in der Garderob liegn håt,
aber gleich drauf wird ihm besser,
weil ihm fällt ein, die Mitzi håt ja noch ein Messer,
er reißt sich z'såmm und gibt dem Gegner einen ziemlich leichten Steßer,
durch diesen Steßer fliegt er durch das gånze Tanzparkett,
und am Ende pickt er traurig an der Wand,
und fünf, sechs Tänzer ringeln sich am Boden.
Davon sagt einer: "Jetzt gibt's wåascheinlich an Marodn",
darauf sagt ein anderer: "Warum net gleich an Totn?"
Sie schütteln sich die Hand,
und beuteln mitanånd den Ferdinand ausm Gwånd.
Kaum hat der Ferdl seine Flåschna,
sågt er: "Mitzi reib ma's Messer aus der Tåschna",
doch die Mitzi sågt: "Der Teufel soll's holn,
jetzt håt mir wer mein Taschl gstohln."
Und indem, daß dånn der gschupfte Ferdl wehrlos war,
hat die Übermacht ihn ziemlich malträtiert,
er bekam ein blaues Äugl, daß er schwerlos war,
das hat er mit kalte Umschläg sich kuriert,
und er nimmt sooft ihm der Schädl brummt,
zwa Pyramidon.
Doch nächste Wochn zieht der gschupfte Ferdl wieder frische Socken ån,
grün und gelb gestreift, das ist so elegant,
schmiert mit feinster Brillantine seine Locken ån,
putzt sich die Schuach, und nåchher haut er sich ins Gwånd,
weil beim Tumser draus in Neu-Lerchnföd is wieder amoi Perfektion.

Tipps aus YouTube

JoDo 12.02.2010
Helmut Qualtinger - Der g'schupfte Ferdl





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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.