Forum Wörterbuch Deutsch-Österreichisch



Forum > Nachrichten > Allgem… > Tagesthema: Österreichisch - zweitklassig?

Tagesthema: Österreichisch - zweitklassig?

JoDo 07.02.2007
Am 7. Februar 2007 lief in der ORF-Vorabendsendung "Willkommen Österreich" folgender Beitrag
Tagesthema: Österreichisch - zweitklassig, altomodisch, fehlerhaft?
Das österreichische Deutsch kämpft im Ausland mit Image-Problemen. Es wird zwar für gemütlich und sympathisch, aber von den Lehrenden für zweitklassig, altmodisch bzw. fehlerhaft gehalten und daher an den meisten ausländischen Universitäten auch nicht unterrichtet. Das ergab eine aktuelle Studie der österreichischen Sprachforscherin Dr. Jutta Ransmayr, für die unter anderem 130 Deutsch-Lehrende und 800 Studenten an 23 Unis in Großbritannien, Frankreich, Tschechien und Ungarn befragt wurden.
Zu Gast sind heute die Autorin der Studie und Herbert Fussy, Autor des "Österreichischen Wörterbuchs".

http://tv.orf.at/program/orf2/20070207/398278501/232623/

Im KURIER liest man dazu:
Ist österreichisches Deutsch plump?
Unser Deutsch wird im Ausland für einen Dialekt und für altmodisch gehalten. Studenten sollten daher Hochdeutsch lernen.

KURIER/Gehrke "Richtiges und gutes Deutsch" - laut einer Untersuchung ist "Österreichisch" genau das nicht.

Kasten, Sessel, Fisole & Co.Das österreichische Hochdeutsch wird im Ausland als plump und Dialekt erkannt. Die norddeutsche Synchronisationssprache gilt als korrekt.

Das österreichische Deutsch kämpft im Ausland mit Image-Problemen. Es wird zwar für gemütlich und sympathisch, aber von den Lehrenden für zweitklassig, altmodisch bzw. fehlerhaft gehalten und daher an den meisten ausländischen Universitäten auch nicht unterrichtet. Das ergab eine im Peter Lang Verlag erschienene Untersuchung der österreichischen Sprachforscherin Jutta Ransmayr, für die unter anderem 130 Deutsch-Lehrende und 800 Studenten an 23 Unis in Großbritannien, Frankreich, Tschechien und Ungarn befragt wurden.
Plump und dialektal

Germanistik-Studenten mit österreichischem Akzent und korrekter österreichischer Grammatik haben es vor allem in Frankreich schwer. Wer beispielsweise "ich bin - statt bundesdeutsch: habe - am Fenster gestanden" bei einer Prüfung verwendet, muss unter Umständen mit einer schlechteren Benotung rechnen. Besonders deutsche Germanistik-Lehrende im Ausland befanden das Österreichische als plump und dialektal, während es die ungarischen Lehrenden durchaus als korrekt einstuften. Die Sympathie, die dem österreichischen Deutsch von allen Seiten bekundet wurde, hat offenbar unmittelbar damit zu tun, dass es nicht als Hochsprache wahrgenommen wird. "Man muss ja über jeden Dialekt ein bisschen lächeln", wird eine französische Professorin zitiert.
"Bundesdeutsch ist wichtiger"

Die östlichen Nachbarländer erwiesen sich dem Österreichischen gegenüber als weniger skeptisch. Während in Frankreich fast 60 Prozent für die bundesdeutsche Sprachvarietät im Unterricht plädierten, waren es in Ungarn nur etwa ein Viertel. Die Begründungen reichten von "Bundesdeutsch ist wichtiger" über "Ich glaube es ist besser, wenn die Studenten Hochdeutsch lernen" bis zu "Die Deutschkenntnisse sind beim Studienanfang schlecht genug." Unmittelbare Auswirkungen hat das auch auf die Lehrenden. So werden österreichische Lektoren in Großbritannien selten für Grammatik-, sondern eher für Landeskunde-Kurse eingesetzt.
Österreichisches Deutsch wird als falsch wahrgenommen

Dass das österreichische Deutsch als falsch wahrgenommen wird, zeigen auch häufig korrigierte Austriazismen. So werden österreichische Wendungen wie "auf etwas vergessen" von über der Hälfte der Auslands-Lehrenden ausgebessert, auch bei Begriffen wie "Tuchent" (35 Prozent), oder "Sackerl" (30 Prozent) zücken viele den Rotstift, obwohl der von allen Befragten verwendete Duden diese Wörter als varietätenspezifisch richtig ausweist. "Deutschlandismen" werden dagegen weitgehend für Standard gehalten. Auf die Frage, ob sie Begriffe nennen könnten, die nur in Deutschland verwendet würden, gab fast ein Drittel an, die Frage nicht zu verstehen oder beantwortete sie nicht.
Mehr Sprach-Marketing

Am meisten bundesdeutsche, aber auch österreichische Begriffe konnten die tschechischen Befragten nennen. Bei den "Deutschlandismen" kannten sie am häufigsten "Abitur" "Blumenkohl" und "Brötchen", bei den Austriazismen regierten ebenfalls kulinarische Begriffe wie die "Marille", die "Paradeiser" und das "Schlagobers" - wahrscheinlich Überbleibsel aus der Monarchie-Küche.

Dass österreichischer Sprachexport also offenbar zuletzt in der Kaiserzeit passiert ist, stellt für Ransmayr einen wichtigen Grund für das Imageproblem dar. Österreich selbst müsse mehr Sprach-Marketing betreiben, forderte die Sprachwissenschafterin im APA-Gespräch. Die wichtigste Maßnahme wäre ein umfangreicheres Wörterbuch. "Für eine gehobene Sprachbenützung, aber auch für die Aussprache gibt es keine Standardwerke. Da bekommt man als Österreicher im Ausland oft Schwierigkeiten mit der Argumentation." Handlungsbedarf ortet Ransmayr auch an den heimischen Universitäten. Im Germanistik-Studium kommen die künftigen Deutschlehrer mit der Thematik überhaupt nicht in Berührung. Viele seien sich deshalb gar nicht sicher, ob sie wirklich richtig sprechen, wenn sie Österreichisch sprechen.

Artikel vom 30.01.2007, 10:09
http://kurier.at/nachrichten/chronik/53518.php

Perfektbildung der Zustandsverben

Gerfrei 31.10.2007

Die Verwendung des Hilfszeitwortes "sein" statt "haben" für das Perfekt von "stehen", "sitzen" "liegen" usw. ist keineswegs eine österreichische Besonderheit, sondern im ganzen oberdeutschen oder (im überstaatlichen Wortsinne) süddeutschen Sprachraum üblich. Zwar sagen manche Bayern und Baden-Württemberger wie ihre nördlicheren bundesdeutschen Landsleute: "Ich habe gestanden, gesessen, gelegen usw."); aber das tun auch manche Österreicher, die sich dem nord- und mitteldeutschen Sprachgebrauch anpassen – im ORF und anderswo.
Ja, es gibt tatsächlich Austriazismen. Man sollte aber nicht allgemein bairische oder überhaupt oberdeutsche Besonderheiten für Austriazismen ausgeben. Außerdem gibt es auch sprachliche Besonderheiten, die weder mit der Staatsgrenze noch mit der Mainlinie zu tun haben. Der "Samstag"
reicht im Westen über die Mainlinie hinaus und dringt auch nach Nord- und Ostmitteldeutschland vor, wo er den "Sonnabend" verdrängt. Der "Tischler" heißt zwar in Süddeutschland "Schreiner", aber in Norddeutschland wie in Österreich "Tischler". Statt "zu Weihnachten" heißt es zwar in Süddeutschland "an W.", aber in anderen Teilen Deutschlands schreibt und sagt man entweder wie in Österreich "zu W." oder einfach "Weihnachten".

Süddeutsch, Oberdeutsch, Bairisch, ... ?

JoDo 06.11.2007
Deiner Logik zu Folge dürfte die Bezeichnung "Österreichisch" nicht für Worte verwendet werden, die auch in einem größerem Sprachraum verwendet werden.
Na gut.
Warum sollte dann aber die typisch eigene österreichische Ausdrucksweise "Bairisch" heissen?
(bezieht sich auch auf Deinen Wortkommentar zu reise" target=_blank>http://reise).

Gerfrei @JoDo

Gerfrei 10.11.2007
Was in Altbayern (Bayern ohne Franken und Schwaben) genauso wie in Österreich gebräuchlich ist, bezeichne ich als als "bairisch" (nicht bayerisch). Was im ganzen oberdeutschen oder (im überstaatlichen Sinne) süddeutschen Raum (also südlich der sogenannten "Mainlinie") gebräuchlich ist, nenne ich ober- oder süddeutsch. Wörter wie "Baum",
"Holz" und "Tisch" nenne ich deutsch, weil sie eben nicht nur in Österreich, sondern im ganzen deutschen Sprachraum gebräuchlich sind.
Vastehst? Host mi? Kapiert?

I Di schoo, ...

JoDo 11.11.2007
"Vastehst? Host mi? Kapiert?"

Das Thema beschäftigt mich schon seit ich mich mit unserer Sprache befasse, also schon eine Weile.

Mich stört beim Betrachten von Sprachkarten, z.B.:
http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Bairisches_Mundartgebiet.PNG
dass da EIN Sprachgebiet (Mittelbairisch) von Augsburg bis Ödenburg ohne jede weitere Differenzierung sich wie ein Strudelteig durchzieht, andererseits soll da angeblich durch die Nördliche Längstalfurche eine Sprachgrenze gehen (?).

Da hat sich mein Wiederstandsgeist geformt. Alles muss ich den "Fachleuten" auch wieder nicht glauben, bei denen wahrscheinlich der Wunsch der Vater des Gedankens gewesen ist.

Mir fallen z.B.: immer mehr Ähnlichkeiten zwischen Kärntnerisch und Wienerisch (richtiges Wienerisch, nicht Mundl) auf, obwohl beide Gebiete zu jeweils anderen Dialektregionen gehören sollen, das heisst, wenn wir einander sooft missverstehen, dann nicht wegen der sprachlichen Unterschiede, sondern den Ähnlichkeiten!

Auch finde ich es seltsam, dass die Sprache, die bei uns Identität stiftet, und die uns eindeutig als Österreicher erkennbar macht, Bairisch heissen soll, von dem es zweifelsohne vor 1200 Jahren abstammt, aber sich seit 800 Jahren WEGBEWEGT.

Also, würde man mich fragen, dann würde ich Bairisch und Österreichisch sehr wohl auseinanderhalten und nicht in einen Topf hauen.

Owa mi frågt jå kana.

Gerfrei 11.11.2007
Gerfrei @JoDo:"Bairisch", "Bayrisch-Österreichisch", "Mittelbairisch"

Die bairische Großmundart wird auch als "Bayrisch-Österreichisch" bezeichnet, was sicher in Deinem Sinne ist. Irreführend ist der Titel des
"Bayrisch-Österreichischen Wörterbuches". Während die in Wien
bearbeitete Abteilung, das "Wörterbuch der bairischen Mundarten in Österreich", wie der Titel besagt, nicht die alemannische Mundart in Vorarlberg und im tirolischen Außerfern erfaßt – es gibt ja ein eigenes
"Vorarlberge Wörterbuch" – , beschränkt sich die in München bearbeitete Abteilung nicht auf das Bairische in Ober- und Niederbayern und in der Oberpfalz, sondern erstreckt sich auch auf das Schwäbische und das Fränkische im Freistaat Bayern.

Selbstverständlich gibt es Gemeinsamkeiten zwischen dem Nord-, Mittel- und Südbairischen, also auch zwischen dem Wienerischen, einer ostmittelbairischen Stadtmundart, und dem zum Südbairischen zählenden Kärntnerischen. Aber die Gemeinsamkeiten zwischen dem Mittelbairischen in Bayern und jenem in Österreich sind – abgesehen
von einigen "Teutonismen" und "Austriazismen" – rein dialektologisch betrachtet doch stärker. Rate einmal, welchen Regionaldialekt Franz Freitag für seine 1935 von der Universität Wien approbierte Dissertation
"Beiträge zur Syntax des Mittelbairischen" untersucht hat. Nun, ich will Dich nicht auf die Folter spannen: Er hat die Mundart der Pfarre (und jetzigen Großgemeinde) Kautzen im niederösterreichischen Waldviertel untersucht.

Recht interessant!

JoDo 11.11.2007
Ich glaube auch, wir gehen im Großen und Ganzen konform, trotzdem werde ich den Verdacht nicht los, dass "dunkle" Kräfte das Thema gemeinsame Sprache für ihre jeweiligen Zwecke missbrauchen wollen, und habe diesbezüglich ein ganz ungutes Gefühl.

Ich bin kein Deutschnationalist und kein Österreich-Nationalist und auch kein "Bajuwarischer Befreier" (Franz Fuchs), ich bin natürlich Patriot und liebe mein Land, möchte aber deswegen keinen Keil zwischen uns und unsere Nachbarn treiben, weder, indem unsere Sprache die der Anderen bevormundet, noch umgekehrt.

So einfach, wie es sich die Sprachforscher machen, ist es sicherlich nicht!

Nachtrag (ob´s jetzt passt oder nicht ... )

Schluß eines Interviews mit Otto (von) Habsburg in der Presse

Die Presse: Sie sagten einmal, Österreich sei mehr als dieses kleine Land. Was meinten Sie damit?

Habsburg: Für mich ist in diesem gesamten Donaukomplex dieses kleine Österreich nicht alles. Dieses mörderische Wort von Georges Clemenceau (Frankreichs Premier 1917–1929; Anm.), „der Rest ist Österreich“: Das ist einfach nicht wahr. Österreich war immer was Größeres. Gehen Sie doch in die Bukowina. Es ist doch unglaublich, was dort weiter für ein österreichischer Geist existiert. Dieser Sinn für die österreichische Kultur ist doch enorm. Ganz gleich übrigens, ob Rumänen, Ukrainer oder Juden. Czernowitz ist eine österreichische Stadt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.11.2007)
http://www.diepresse.at/home/panorama/oesterreich/342228/index.do?_vl_backlink=/home/index.do

Re: Tagesthema: Österreichisch - zweitklassig?

austrobayer 25.02.2008
Dieses Thema liegt mir schwer am Herzen. Ich finde das hier ein extremer Gegensatz konstruiert wird der in dieser Art gar nicht besteht. Der Gegensatz zwischen Österreich und Bayern bzw. Süddeutschland auf sprachlicher Ebene.
Österreichisch-Deutsch was heißt das. Deutschland ist in seinen Landschaften und Dialekten so extrem verschieden das man doch nicht alles vereinheitlichen kann. Auch nicht die Deutsche Hochsprache, die wird in Hamburg, Berlin, Köln oder München von den jeweiligen Einheimischen natürlich jeweils anders gesprochen.
Wobei der Unterschied hochsprachlich zwischen einem echten Wiener und einem echten Münchner nicht so groß ist.
Der Dialekt in München ist dem Niederöstereichischen sehr ähnlich, die Ausprache und der Tonfall ist etwas anders, aber es gibt sehr viele Gemeinsamkeiten. Ob man im Osten Österreichs ans, zwa und daham wie in Franken sagt oder in den Bergregionen Niederösterreichs, im halben Oberösterreich, Salzburg, Tirol und der Steiermark oans, zwoa und dahoam wie in Bayern sagt , beweist doch keine seperate österreichische Sprache.
Natürlich gibt es in jeder Dialektregion verschiedene Ausdrücke und Bezeichnungen, aber die gibt es wie bereits oben erwähnt auch in den vielen verschiedenen Deutschen Regionen und nicht nur in Wien, Ostösterreich, Kärnten oder Tirol. Durch die österreichische Monarchie sind natürlich auch andere Wörter in die Sprache eingeflossen.
Aber Marillen und Palatschinken und einige weitere Ausdrücke sind auch in München schon bekannt.
Das wirklich interessante ist ja , das in Österreich meistens Wörter verbreitet sind die in Bayern fast garnicht benutzt werden. Tschüß zum Beispiel, hier sagt man Pfiat di oder Servus. In Niederösterreich und Wien hört man sehr viel Tschüß.
Tischler, Fleischhauer sind rein Norddeutsche Ausdrücke die man in Bayern nicht findet. Es gäbe noch eine ganze Reihe anderer Beispiele aber soviel für heute zu einem unendlichen Thema, bei dem sich ein teil der :| Österreicher immer mit aller Gewalt von Deutschland abgrenzen will oder muß??

Re: Tagesthema: Österreichisch - zweitklassig?

Weibi 26.02.2008
Tschuldigung,
will mich nicht in eure hochinteressante Diskussion, zu der ich, als nicht Sprachgelehrte, eigentlich nichts sagen kann, einmischen.
Trotzdem, ich muss was loswerden, und so sag ichs mit Ferdinand Raimund, und es betrifft nicht euch, die ihr hier in dieser Diskussion mitmischt's, ok? Ist nur eine spontane (und vielleicht etwas gallige) Reaktion auf die eingänglichen Zeitungsartikel.

1. Strophe aus dem Hobellied (Der Verschwender)

"Da streiten sich die Leut' herum
oft um den Wert des Glücks,
der eine heisst den andern dumm
am End weiss keiner nix!
Da ist der allerärmste Mann
dem andern viel zu reich,
das Schicksal setzt den Hobel an
und hobelt alle gleich!

In fuchz'g Joahr, vielleicht red ma eh olle Englisch und donn eribrigt sich eh' Olles. I persenlich werd's neamma dalebn, vielleicht is eh a guat so.

lG, Weibi

Re: Tagesthema: Österreichisch - zweitklassig?

Eberndorfer 08.03.2008
Kurier: „Das österreichische Deutsch kämpft im Ausland mit Image-Problemen. Es wird zwar für gemütlich und sympathisch, aber von den Lehrenden für zweitklassig, altmodisch bzw. fehlerhaft gehalten und daher an den meisten ausländischen Universitäten auch nicht unterrichtet.“


DAS ist das Thema von Jutta Ramsmayr und ich stimme ihr zu, nicht ob ein Wort hochdeutsch, bairisch oesterreichisch, wienerisch, etc, ist oder nicht. Viele Oesterreicher sprechen ein Deutsch, das man an auslaendischen Sprachinstituten nicht unterrichten kann. Ausnahmen bestaetigen die Regel.

Meine Erfahrung: Wenn ich im Fernsehen eine oesterreichische Diskussion miterlebe und sie mit einer deutschen vergleiche, dann habe auch ich das Gefuehl, dass viele Oesterreicher ein zweitklassiges und fehlerhaftes Deutsch sprechen. Natuerlich ist das hier imForum nicht der Fall; ausserdem bin ich zu kurz hier. Es gibt wenige ORF-Reporter, die einen anstaendigen Satz zustande bringen, den man auch veroeffentlichen koennte.

Warum ist das so? Ich habe in Graz Germanistik studiert (spaeter auch in Montreal an zwei Universitaeten) und war der Einzige der mit Deutschen und sprachlichen Auslaendern hochdeutsch gesprochen hat. Von meinen oesterreichischen Germanistik-Kollegen wurde ich dafuer belaechelt, Es ist nicht so, dass meine Kollegen nur nicht hochdeutsch sprechen wollten, sondern sie waren meistens nicht in der Lage dies zu tun. Dazu kommt noch, dass viele Oesterreicher sich schaemen in Gegenwart von Landsleuten hochdeutsch zu sprechen. Ich spreche mit allen Oesterreichern, Baiern und Schweizern kaernterisch-oesterreichisch, mit anderen Deutschen und deutsch lernenden Auslaendern hochdeutsch. Das geht einwandfrei. Viele Oesterreicher und Deutsche bemuehen sich nicht, mit Auslaendern hochdeutsch zu sprechen.

Meine Ansicht: Austrizismen, die sich sowieso nur auf einige Woerter und kurze Redewendungen beziehen, sind ueberhaupt kein Grund dafuer kein gutes Deutsch zu sprechen oder zu schreiben. Man muss nur die deutsche Syntax gelernt haben, am besten mit Hilfe von Latein, und einen Satz den man einmal begonnen hat syntaktiscvh richtig zu Ende bringen. Das Problem ist, viele oesterreichische Deutsch-Lehrer sprechen zuhause und und in der Schule mit ihren Schuelern Dialekt. Auf oesterreichischen Universitaeten ist es aehnlich.

Was mich bei oesterreichischen TV-Diskussionen am meisten irritiert: Die Diskutanten koennen ihre Temperamente nicht beherrschen und werden emotional. Bei deutschen Diskussionen ist es in der Regel nicht so. (Ist das Gefuehlsarmut oder Beherrschung?) Dann bleiben sie nicht beim Thema und ich schalte den Fernseher ab.

Reden wir da aneinander vorbei?

JoDo 08.03.2008
Also, wenn ich an "Österreichisches Deutsch" denke, dann fallen mir spontan die legendären Fenstergucker-Sendungen aus längst vergangenen Fernsehtagen ein, mit der unvergesslichen Stimme von Ernst Meister.
Das war nicht Dialekt, das war Hochdeutsch vom Feinsten, trotzdem unverkennbar österreichisch. Das war nicht gemütlich, nicht schlampig, nicht grammatikalisch oder syntaktisch falsch, das war einfach perfekt, trotzdem österreichisch.
Ebenso möchte ich alle auf unseren Radiosender Ö1 aufmerksam machen, der mich täglich seit über vierzig Jahren akustisch begleitet, und auf dem (fast) durchgehend ein Beispiel für gutes Deutsch österreichischer Provenienz gegeben wird.
Was für eine Sprache praktizier(t)en oder besser leb(t)en Richard Eybner, O. W. Fischer, Wolfgang Gasser, Miguel Herz-Kestranek, Wolfgang Hübsch, Paulus Manker, Johanna Matz, Josef Meinrad, Dorothea Neff, Susi Nicoletti, Elfriede Ott, Dorothea Parton, Karl Paryla, Romuald Pekny, Erika Pluhar, Walther Reyer, Albin Skoda, Curth Anatol Tichy, Jane Tilden, Oskar Werner, Paula Wessely, Gusti Wolf, ...? (sträflich verkürzte Liste)
Und da soll noch einer sagen, das wäre zweitklassig!?

Re: Tagesthema: Österreichisch - zweitklassig?

Eberndorfer 09.03.2008
J. Ransmayr: "(Oesterreichisches Deutsch) wird zwar für gemütlich und sympathisch, aber von den Lehrenden für zweitklassig, altmodisch bzw. fehlerhaft gehalten und daher an den meisten ausländischen Universitäten auch nicht unterrichtet."


Man kann natuerlich alles untersuchen wofuer man ein Stipendium bekommt. Aber, wer an auslaendischen Universitaeten "oesterreichisches Deutsch" erlernen will, ist selber schuld.

Zu untersuchen gewesen waere, ob so fuerchterlich oesterreichisches Deutsch sprechende oesterreichische Professoren a) in der Lage sind an auslaendischen Universitaeten Hochdeutsch zu unterrichten, und b) ob es in dieser Hinsicht seitens des Auslands Beanstandungen gegeben haette.

a) Selbstverstaendlich!
b) Keine Ergebnisse, weil keine Frage

a) Wenn nicht, ist nicht das Oesterreichische Deutsch daran schuld, denn es ist an dieser Frage so unbeteiligt wie bairisch, ungarisch oder tschechisch, sondern der Germanistikunterrricht an oesterreichischen Universitaeten, dessen Germanistik-Professoren logischerweise auch Hoch-Deutsche sein koennen.

Die Muttersprache eines Menschen hat nichts mit der Beherrschung seines Berufes zu tun!

Re: Tagesthema: Österreichisch - zweitklassig?

JoDo 09.03.2008
Aus einem Artikel von Ulrich Ammon in der "WELT" vom 11. Juli 2000
http://www.welt.de/print-welt/article522468/Erdaepfelsalat_bleibt_Erdaepfelsalat.html
... Die Meinungen, die bei uns (der Autor Ulrich Ammon ist Professor für Germanistische Linguistik an der Universität Duisburg) über Deutsch in Österreich kursieren, sind nicht nur oft falsch, sondern wirken dort auch arrogant. Den Gipfel bildet die Behauptung, österreichisches Deutsch sei einfach Dialekt, nur deutsches Deutsch also richtig. In Wirklichkeit handelt es sich um zweierlei, gleichberechtigtes Deutsch. Natürlich wird in Österreich Dialekt gesprochen - wie bei uns auch. Nach wissenschaftlicher Einteilung ist der Dialekt in Österreich Bairisch (die Österreicher sagen lieber "Bairisch-Österreichisch"), ähnlich dem Dialekt im deutschen Bundesland Bayern (man achte auf die unterschiedliche Schreibung!) In der Öffentlichkeit jedoch wird wie hier Standarddeutsch gesprochen, aber eben österreichisches. ...

Re: Tagesthema: Österreichisch - zweitklassig?

Halawachl 10.03.2008
Was soll das, Leute?! Ob und wieviele österreichische Professoren in Deutschland oder sonstwo falsches Deutsch oder richtiges Österreichisch oder Suaheli mit italienischem Akzent unterrichten, interessiert mich äusserst wenig.
Vive la nuance! Vive la difference! Hlw.

Sprache mit Seele, NZZ Online, 16. März 2007, 06:58

JoDo 22.03.2008
«Marillen», «Nachtmahl», «gnädige Frau» - kann das österreichische Deutsch in Europa überleben?

Lange hatten die Österreicher Angst davor, mit ihrer speziellen Variante des Hochdeutschen provinziell zu wirken. Allmählich entdecken auch die Sprachwissenschafter und die Schriftsteller die nationale Färbung als wichtigen Teil der kulturellen Identität.

Es war ein schlichtes Mittagessen an jenem 31. März 1994, aber es erwies sich als historisch. In einem an der Brüsseler Rue Stevin gelegenen Restaurant wurden von einem kleinen Grüppchen hochrangiger österreichischer Landesvertreter jene 23 Wörter festgelegt, für die man in Europa Rechtsstatus erwirken wollte. Im späteren «Protokoll Nr. 10 über die Verwendung spezifisch österreichischer Ausdrücke der deutschen Sprache im Rahmen der Europäischen Union» waren sie dann aufgelistet. «Eierschwammerl» und «Erdäpfel» sind dabei, «Marillen» und «Topfen», «Karfiol» und «Vogerlsalat». Die Gründungsurkunde eines neuen österreichischen Selbstbewusstseins war umweht von Küchenduft. Seit der Beitrag der Alpenrepublik zur Sprachregelung der EU amtlich ist, weiss man nicht, ob man diese Ansammlung von Kochzutaten für Schildbürgerei halten soll oder für einen soliden Ausdruck der nationalen Identität. Immerhin: In den Gesetzesblättern der EU hat neben einem bundesdeutschen «Aprikose» jetzt immer das Wort «Marille» zu stehen.

Plurizentrisch ist die Welt Europas, plurizentrisch aber ist auch die deutsche Sprache. In ihr ist das österreichische Hochdeutsch, so wie das schweizerische, keine Randerscheinung. Sagen die Sprachwissenschafter. Aber sage das einmal einer den Europäern. Allmählich erst hat Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg wieder zu seiner Sprache gefunden. Als 1951 die erste Ausgabe des «Österreichischen Wörterbuchs» erschien, war das ein Versuch, das nationale Selbstbewusstsein wieder aufzumöbeln. Seither hat das Kompendium eines «hierorts» üblichen Deutsch vierzig Auflagen erlebt. Und auch die Germanisten im Lande haben in den letzten Jahren die Varietät «Österreichisch» entdeckt. Jahr um Jahr beschäftigen sich mehr Publikationen mit dem Thema, und während die Literaten der Wiener Schule für Dichtung es bei wiederkehrenden Aufrufen belassen, in der EU die Heimatsprache nicht zu vergessen, sind die Sprachwissenschafter deutlich aktiver.
Zur eigenen Sprache zurückgefunden

Ist es also wahr, dass der Österreicher ist, was er isst? «Österreichs Spezialität gerettet: EU lässt uns unsere Marmelade!», titelte das Massenblatt «Kronenzeitung» am 23. 10. 2003 nach langwierigen Verhandlungen, ob das, was man sich hierzulande aufs Brot schmiert, die sonst EU-übliche Konfitüre oder eben Marmelade ist. Der Österreicher hat sein ihm zu Herzen gehendes «Soulfood», wie die Kulturwissenschafter sagen. Solches ist ihm nicht «powidl» - was sowohl «egal» heisst als, im Falle des Substantivs, auch «Pflaumenmus». Wenn sich der Österreicher sprachlich vor allem über Essbares definiert und darüber mit der EU erregte Debatten führt, dann liegt das nahe an jenem Image, das ihm dereinst schon Friedrich Schiller vorgehalten hat. Das Stereotyp, ein gemütliches Phäakenvolk zu sein, wird der Österreicher schon deshalb nicht los, weil er selbst daran hängt. Alle Zuschreibungen, die ihn in einen Zusammenhang mit Gemütlichkeit und Charme bringen, hält er mit Begeisterung für wahr.

Wer Material für freundliche Unterstellungen braucht, kann in der Soziolinguistik hochoffiziell fündig werden. Der Grazer Sprachwissenschafter Rudolf Muhr beschreibt in seinen Untersuchungen schon des Längeren die lokalen sprachlichen Wesenszüge in ihren praktischen Merkmalen. Und er zeigt, dass seine Landsleute in der Kommunikation ziemlich pragmatisch sind. «Österreichische Sprecher sind im Vergleich zu deutschen in der öffentlichen Kommunikation eher indirekter, im privaten Kontext aber wesentlich direkter. Insgesamt bevorzugen österreichische Sprecher aber eher indirekte Formen der Kommunikation.» Es liegt eine Welt zwischen Deutschen und Österreichern, zwischen Quark und Topfen. Nicht nur, was er sagt, sondern auch, wie er es sagt, macht den Österreicher aus. Er neigt zur I-Vokalisierung und zur Schwa-Tilgung, er unterscheidet sich durch Nasalassimilation, Lenisierung und ein eigenes Dialekt-Standard-Kontinuum. Die Gemächlichkeit seiner Sprache hält man ihm im Ausland offenbar stärker vor, als er vermuten würde.

Die Wiener Sprachforscherin Jutta Ransmayr hat sich jetzt mit einer grossen Studie («Der Status des Österreichischen Deutsch an nichtdeutschsprachigen Universitäten. Eine empirische Untersuchung». Verlag Peter Lang, Bern 2006) dorthin begeben, wo international die Kompetenz in Sachen deutsche Sprache am grössten sein sollte. An den Germanistikinstituten von insgesamt 23 Universitäten der Länder Frankreich, Grossbritannien, Tschechien und Ungarn hat sie das Prestige des österreichischen Deutsch überprüft. Das Ergebnis war ernüchternd, wenngleich auch wenig überraschend.

Was das Alpenvolk mit eigenen Worten formuliert, klingt den anderssprachigen Ländern sympathisch, aber etwas unbeholfen. Selbst Germanistikprofessoren in Oxford, Paris oder Budapest ist nicht immer ganz klar, ob diese hochdeutsche Varietät nun ein Dialekt ist oder nicht. In Frankreich weiss man am wenigsten über das österreichische Deutsch, man gibt sich dafür aber besonders puristisch. Von einem Studienjahr im Alpenland würde man den Studenten eher abraten, Austriazismen werden bei Prüfungsarbeiten als Fehler gewertet. Auch für fremdsprachige Germanisten changiert Österreich offenbar zwischen Charme und Küche. Man kennt «gnädige Frau» und «Guglhupf», «Karfiol» und «Küss die Hand». In Tschechien und Ungarn hängt man der Monarchie noch deutlich in kulinarischen Lehnwörtern an und hält die Sprache für wichtig, während ebenfalls befragte Bundesdeutsche die österreichische Variante des Hochdeutschs für eher unwichtig halten.

Schon vor dem Beitritt Österreichs zur EU im Jahr 1995 wurde mit der Arbeit an einem Glossar für «Ausdrücke des öffentlichen Bereichs in Österreich» begonnen. Das 160 Seiten starke Werk mit insgesamt 1130 Begriffen wird bis heute vom Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission, Abteilung Terminologie, Sprachkoordination Deutsch, verwendet. Wer wüsste bei EU- Debatten ohne dieses Kompendium österreichisch-bürokratischer Eigenarten, dass Akten «in Verstoss geraten», wenn sie verschwinden, dass es «entwöhnungsbedürftige Rechtsbrecher» gibt oder den «Inspektor» als Polizisten.
Halbstündiger Tumult

Grosse Unruhe gab es bei einem EU-Plenum, in dem ein österreichischer Beamter davon sprach, dass in seiner Heimat illegale Grenzgänger «betreten» worden seien. Die Folge war ein halbstündiger Tumult, weil allgemein befürchtet wurde, dass in Österreich die Menschenrechte buchstäblich mit Füssen getreten würden. Die Sache liess sich aufklären: Wird jemand «betreten», so ist er ertappt. Heidemarie Markhardt, die Verfasserin des Glossars, hat kürzlich in einer Studie («Das Österreichische Deutsch im Rahmen der EU». Verlag Peter Lang, Bern 2005) den langen Weg beschrieben, den es offenbar braucht, um in der EU den Sinn für nationalsprachliche Varianten zu schärfen. Die Brüsseler Bürokratie noch mit österreichischem Bürokratendeutsch anzureichern, hat seine Tücken. Nicht selten eilt jetzt der sprachliche Gehorsam des Landes der internationalen Nivellierung voraus. Schon harren die Wiener Postkästen nicht mehr der «Aushebung», sondern der Leerung.

Österreichisch ist nicht nur eine Varietät des Deutschen. «Österreichisch ist der Zweifel an der faktischen und der Glaube an die sprachliche Realität», schreibt der Schriftsteller Herbert Eisenreich. Solange man zwischen Wien und Bregenz «Nachtmahl», «Kukuruz», «Kasten», «Polster» und «Plafond» sagt, ist nicht alles verloren. Bestenfalls der Glaube an ein alles normierendes Europa. «Österreichisch ist», meint Eisenreich weiter, «ein Misstrauen in alles, was gemeinhin für wichtig und richtig, was gemeinhin für existent und in seiner Faktizität für unbezweifelbar gilt.»

Paul Jandl

Re: Sprache mit Seele, NZZ Online, 16. März 2007, 06:58

Koschutnig 12.01.2010
Lange hatten die Österreicher Angst davor, mit ihrer speziellen Variante des Hochdeutschen provinziell zu wirken [...] an jenem 31. März 1994 wurden von einem kleinen Grüppchen hochrangiger österreichischer Landesvertreter jene 23 Wörter festgelegt, für die man in Europa Rechtsstatus erwirken wollte. [...] Die Gründungsurkunde eines neuen österreichischen Selbstbewusstseins war umweht von Küchenduft [....] Ausdruck der nationalen Identität.
23 Wörter! Die Herren Landesvertreter hätten in ihrer heldenmütigen Rebellion wider den Geruch des Provinziellen zuvor ein
"Den wienerischen Köchinnen gewidmetes Kochbuch: Enthaltend alle Arten von Speisen sowohl an Fleisch- als Fasttagen auf das geschmackhafteste zu bereiten, nebst einem Unterricht von Backereyen und Konfekturen" der Josepha Grossmann, "vormals gewesener herrschaftlichen Köchinn", Wien 1795, studieren sollen!

Das wundervolle Opus der "Joh. Grassmannin" [sic!] wird allerdings von einem Herrn Dr.Johann Heinrich Becker, "Herzoglich Mecklenburgisch-Schwerinischer Hofrath und ausübender Arzt zu Parchim in Mecklenburg" in seinem "Versuch einer allgemeinen und besondern Nahrungsmittelkunde: Versuch einer Literatur und Geschichte der Nahrungsmittelkunde", Band 1, Stendal 1810, in der "V. Abtheilung: Schriften, welche von der Zubereitung der Nahrungsmittel überhaupt handeln ", Abschnitt "Scripten, welche specielle Anweisungen und Vorschriften zur Zubereitung der Nahrungsmittel enthalten" unter Nr. 630 (Seite 242f.)
http://tinyurl.com/ye3yyuk
wie folgt beurteilt:
"Gut! doch der vielen Provinzialismen wegen unverständlich"

Die Besprechung in der Allgem. Litt.-Zeitung vom Jahre 1797, Spalte 518 f. ( unter http://tinyurl.com/ye4vwwk "Seite" 528 ) führt eine Reihe jener gar befremdlichen Begriffe des Wiener Küchendeutsch-Provinzialismus (z.B. Obersschöberl, Semmelknetterl, Ollosuppe) an.

Unter Nr. 127 wird von Dr. Becker auch ein anderes in Wien erschienenes Werk eines "ehem. ordentlichen und öffentlichen Lehrers auf der Hohen Schule zu Wien, Mitglieds der Römisch-Kaiserl. Akademie der Naturforscher und der Botanischen zu Florenz ", nämlich Sr. K.K. Ap. Majestät Rath
Heinrich Johann Nepomuk Crantz': Medizinisch und Chirurgische Arzneymittellehre, 1. Band, 1. Theil: Getreidarten, Hülsenfrüchte, Pflanzengemüse, Wurzelgemüse. Eine freye Übersetzung aus dem Lateinischen mit vielen Anmerkungen, Zusätzen und Verbesserungen von Xaver Jos. Lippert, Wien 1785,
http://tinyurl.com/ycmmhsx oder http://tinyurl.com/yedhnp9
" vieler Provincialismen und mancher den Sinn entstellenden Ausdrücke " wegen verdammt. http://tinyurl.com/y8watk2 (Seite 152 f.)

Verfasst wurden die ob ihrer provinziellen Sprache kritisierten Werke zu einer Zeit, als Wien die "Haupt- und Residenzstadt" des Heiligen Römischen Reiches "deutscher Nation" war!
Das vernichtende Urteil erfolgte, nachdem Franz II. das Kaisertum Österreich geschaffen und danach das Hl. Röm. Reich für erloschen erklärt hatte. Und seither..., doch s.o.!

K.




Alooha | Österreichisch | Bairisch | Bayrisches Dialektwörterbuch | Costeño | Urbanes Wörterbuch | Business Argot | American Slang | Aussie Slang | Sinhala | Ceylon | Russwurm | Embedded Labs | Jerga Urbana | Atlas Körper Zentrum | Atlas Body Center | NLP | Witze | Emoji DictionaryAGB | Impressum

Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.