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schnurken / herumschnurken

von timbcc 10.10.2014
Ich war gerade etwas verwundert, dass ich dieses Wort nicht finden konnte. Also zumindest in Salzburg und Oberösterreich ist es ein gängiges Synonym für stöbern. Wobei es "stöbern" nicht ganz trifft, weil "schnurken" eigentlich negativ behaftet ist.

"Während sein Kumpel auf Urlaub war, fütterte er bei seinem täglichen Besuch nicht nur dessen Katzen, sondern schnurkte auch gerne in seinen Laden und Kästen herum."

Was meint Ihr?

Kann sein,

JoDo 11.10.2014
dass ich das schon einmal gehört habe, genaues weiß ich nicht.
Klingt aber nicht schlecht und wird sicher so verwendet werden.
Keine große Hilfe ist die Suchmaschine:
Quelle: Google

bringt 13 Ergebnisse, viele davon im Zusammenhang mit Katzen.
Als "Falschen Freund" betrachte ich auch den Fund aus dem Niederländischen, wo "snurken" Aussprache "schnurken" schlicht und ergreifend "schnarchen" heißt. "The oma said niks and schnurkte maar door." (Aus einer Rotkäppchen-Paraphrase - gibt's mehrere Fundstellen im Netz).

siehe auch: http://tinyurl.com/lelvprf

Koschutnig 11.10.2014
"Die größten Schnurken der Weltgeschichte. Von Dr. Mabuse bis Hannibal Lecter" von Franz Dimmler, z.B. bei www.booklooker.de u.a.! Zu haben um 7€!

Na gee!

JoDo 11.10.2014
immerhin bei der - von Dir angegebenen - Internetsuche 11 Treffer.
unglaublich!
P.S.: Wir hatten einmal einen Kater aus dem Tierschutzhaus, den wir erst SCHNURXL, später Nuaxn nannten. Das war aber rein lautmalerisch und seiner heimbedingten Störung geschuldet.
Davon leiteten wir die Adjektive nuaxn und umadumnuaxn ab.

Schnurken I

Anton.Koschi 12.10.2014
Sers, timbcc und Dialektfreunde!
Du hast recht, schnurken ist hier nicht zu finden und fehlt. Da ich sowieso
noch einen Ersatzeintrag brauchte, habe ich es eingesetzt und nun zu finden ☺

Schnurken (selten herumschnurken) entspricht dem Stöbern, aber auch
abfällig wie schnüffeln / herumschnüffeln (in fremden Sachen).
Das Voranstellen von herum ist nur eine unbedeutende Variante.

Schnurken ist recht weit verbreitet in Österreich und im angrenzenden Bayern.
Es ist überwiegend in der Umgangssprache angesiedelt und selten bei anderen
Sprachebenen zu finden.

Schnurken findest literarisch z.B. in einem Buch von Albert Ahrens mit dem Titel:
Ab in die Psycho - mein irres Leben. Albert Ahrens stammt aus einem
obersteirischen Bergdorf, lebte in der Jugend in einer Kleinstadt in den
Alpen und lebt nun (2014) mit aktuell 57 Jahren im Salzburger Raum.
Der Begriff müsste als ihm irgendwo begegnet wo er lebte so dass es in
seinen Sprach- und Schreibschatz wanderte.

Schnurken II

Anton.Koschi 12.10.2014
Hier einige Links auf denen man die Anwendung gut ersehen kann. Links aus
D beinhalten meist Bayern oder User aus Ö in deutschen Foren:
http://www.ipernity.com/home/131561 http://www.schnickschnack24.com/ http://tinyurl.com/lelhlee http://tinyurl.com/l9ezgby http://tinyurl.com/mp447p3 http://www.dampfer-board.de/index.php/Thread/311-Steckbriefsammlung/?pageNo=3 http://www.dachboden-wg.de/smf/index.php?action=printpage;topic=18083.0 http://madammim.beepworld.de/apps/guestbook http://computer.foraplex.de/unterhaltung/9761/wollte-mich-erst-einmal-vorstellen https://www.wildcat.de/user/guestbook.page/1043035

Schnurken III

Anton.Koschi 12.10.2014
Im Pinzgau findet man diesen Begriff im dortigen Dialekt unter

Schnuaggezn - neugierig sein und davon abgeleitet eben die
Neugier befriedigen und "schnüffeln oder stöbern".
So zumindest die Info eines Freundes aus der Gegend (Taxenbach).

Schnurken IV

Anton.Koschi 12.10.2014
Hier auf Ostarrichi findest Du im Übrigen Dialektvarianten von User

Tvinz
schnuachteln

und

hoeflp
schnuachtln

Hoffe Dir gute Hilfe geleistet zu haben und die Infos ebenso hilfreich waren.
Ich danke für das "Füllen" meines noch fehlenden Ersatzwortes ☺


Gruß Toni!

Anm.: Sämtlicher Text zum Thema Schnurken von mir sind Eigenzitate und fallen
nicht unter das Leistungsschutzrecht oder ein Copyright.
Das Einstellen reiner Links ist grundsätzlich gestattet bzw. erlaubt.




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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.