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Richtungsangaben

JoDo 23.06.2008
Liebe "ostarrichi"-Freunde!

Eine gaaanz große Nuss gibt es da zu knacken, und da bitte ich Euch um Eure Mithilfe, und zwar handelt es sich um die Richtugsangaben im Österrreichischen.

auffe - auffa > hinauf - herauf
åwe - åwa > hinab - herab
umme - umma > hinüber - herüber
zuwe - zuwa > herbei/vom Betrachter weg - herbei/zum Betrachter hin
dãne - dãna > "von dannen"/ vom Betrachter weg - "von dannen"/zum Betrachter hin
fire - fira > hervor/vom Betrachter weg - hervor/ zum Betrachter hin

... und so weiter ...

Diese Worte finden sich zu Hauf mehr oder weniger richtig geschrieben bereits im Verzeichnis, teilweise sogar im Buch.

Was ich Euch bitten möchte:
Schaut Euch die einzelnen Worte noch einmal gut durch,
damit man das Ganze irgendwie vereinheitlichen und in einen Guß bringen kann.

mfG
JoDo

Re: Richtungsangaben

Padme 18.07.2008
Hallo!

Ich bin heute auf diese Seite gestoßen und finde sie sehr interessant.
Nun zu diesem Eintrag....also, ich bin ja aus Oberösterreich und die genannten Richtungsangaben sind mir alle geläufig. Was aber meines Erachtens abgeht, sind die Endungen auf "i", weil man das bei uns so sagt.
Also, z.B. auffe - auffa....spricht man bei uns auffi.
Ein Gespräch vor dem Verlassen des Hauses könnte also folgendermaßen ablaufen:
"Woart amoi, i muaß nu zerscht auffi geh und mei Handy hoin." "Passt. Kannst ma meine Tschick mit awi nehma?" "Freili. Sitzt' di hoit nu a weng zuwi und wartst do herbeiand auf mi." "Na, i muass eh nu zum Auto dani, des steht da hidanand aufm Nachbargrundstück" "Guat. Wennst scho dabei bist, foahrst da's firi vor d'Garage. I kumm dann glei umi"
Eine Endung auf "e" oder "a" würds bei uns nicht geben.

Aus welchem lokalen österreichischen Dialekt?

System 21.07.2008
.

Aus welchem lokalen österreichischen Dialekt stammen deine Beispiele? Möchtest du nun von uns die Übersetzung in das österreichische Standarddeutsch? Da werden wir kaum andere Begriffe finden; die Adverbien der Richtung sind nämlich gemeindeutsch, wie von dir angegeben:

-------------------
auffe - auffa > hinauf - herauf
åwe - åwa > hinab - herab
umme - umma > hinüber - herüber
zuwe - zuwa > herbei/vom Betrachter weg - herbei/zum Betrachter hin
dãne - dãna > "von dannen"/ vom Betrachter weg - "von dannen"/zum Betrachter hin
fire - fira > hervor/vom Betrachter weg - hervor/ zum Betrachter hin

Diese Worte finden sich zu Hauf mehr oder weniger richtig geschrieben bereits im Verzeichnis, teilweise sogar im Buch.

Was ich Euch bitten möchte:
Schaut Euch die einzelnen Worte noch einmal gut durch,
----------------------

Meinst du 'diese Wörter' (gemeindeutsch)?

.

Es kann sein, dass ich mich gewaltig irre,

Brezi 22.07.2008
aber ich sehe es ganz wie mein Vorredner oberhaenslir es auch sieht und meine,
es geht nicht darum, ob -e oder -i. Es geht darum, dass (m. o. m. im ganzen bairischen Raum, genau wie auch im Hochdeutschen bei Richtungsadverben streng zwischen der Richtung auf den Sprecher zu und vom Sprecher weg unterschieden wird.

Jeder, der in der Schule Deutsch gehabt hat, wird spätestens nach der ersten roten Anmerkung der Lehrerin im Aufsatzheft für immer im Hirn eingraviert haben, was der Unterschied zwischen

herauf und hinauf,
herein und hinein,
herunter (=herab) und hinunter (=hinab),
heraus und hinaus,
heran und hinan

etc. bedeutet. Anders ist es in der bundesdeutschen (neuerdings: deutschländischen) Umgangssprache, wo men rauf, rein, runter, raus und ran sagt.

Die den oben zitierten Schriftsprachausdrücken entsprechenden Bajuvarika sind aus der Vertauschung der Wortteile entstanden, bildeten sich also aus

auf-her / auf-hin
ein-her / ein - hin
usw.,

was im Dialekt dann (je nach Region) aufa(r) vs. aufi/aufe heißt. Und hier machen wir, denen unser Dialekt doch angeblich so nahe steht, schändlich viele Fehler: wir reißen ein Blattl aus einem Heft 'ausse', hauen etwas 'dana' usw. Wer würde z. B. hochdeutsch ein Blatt 'hinausreißen' oder etwas in Richtung zu sich selbst wegwerfen?

Das alles scheint sich bei Padme bzw. dort, wo Padme wohnt, gänzlich anders zu verhalten. So wie es dort geschildert wird, sind beide Endungen zu -i konvergiert. Eigentlich praktisch und uns Restösterreicher könnte der Neid fressen, denn so blieben uns viele Blamagen erspart.

In weiten Teilen Österreichs würde nämlich Sprecher 1 um sein Handy 'aufi / aufe' eilen. Der andere würde ihn aber bitten, ihm die Tschik 'oba(r)/owa' zu bringen.

An dieser Stelle möchte ich mich bei Padme ausdrücklich für die riesige Mühe beim erstellen dieses großartigen Beispieltextes bedanken. Er könnte eigentlich ein Ansporn für uns sein, auch wieder einmal in Sachen illustrativer Beispiele unterwegs zu sein, anstatt endlos neue Wörter hier einzutragen und uns den Teufel um die Verständlichkeit der Übersetzung zu scheren. Bitte sei uns weiterhin ein so gutes Beispiel!!!

So danke ich einerseits für den nützlichen Hinweis, dass JoDos Feststellungen nicht für alle bairischen Mundarten gelten, bitte aber gleichzeitig Padme um Verständnis, dass es eben vielerorts nicht so ist.

Um die Frage nach der Herkunft der Sprachbeispiele wenigstens notdürftig und rudimentär zu beantworten:

JoDos version spricht man in und um Wien, bis ins Nordburgenland. Je weiter man richtung Westen bzw. Alpen vorrückt, umso eher enden die Hin-Worter auf -i. In Kärnten dreht sich m. W. der Trend wieder um. Dort 'duat anar a Brot in die Supm einebreekln und noha wieda ausafiiischn'

Wie es sich in Altbayern (also Ober- und Niederbayern und der Oberpfalz) verhält, soll uns jemand Weißblauer erklären. Menem Empfinden nach ist aber dort auch ein Unterschied zwischen 'nei und 'rei, 'naus und 'raus.

Resümierend unterstelle ich also, dass es JoDo nicht so sehr um die genaue Ausprägung der Endungen gegangen ist, sondern primär darum, dass es hier (zumindest in weiten Teilen bairisch Österreichs) eine bedeutungsunterscheidende Paarigkeit gibt.

In der Hoffnung, dass oberhaenslir und ich eine drohende Auseinandersetzung schlichten konnten, mach i jetz den Deckl vom Computer zua, hau mi in d' Hapfm eine und hoffe vergeblich, dass noch jemand Zweiter zu mir eina steigt. Die schönsten Wünsche sind bekanntlich die unerhörten (in des Wortes zweischneidiger Bedeutung), denn sie enden nie.

Jó éj(szaká)t. Brezi.

Drei Anmerkungen zum Gesagten noch:

Das hier zitierte 'hinan' entwickelt sich langsam zu einem poetischen Wort und wird aus der Alltagssprache langsam verdrängt, weswegen ein Autofahrer 'rechts heran' fährt und nicht (was richtig wäre) hinan.

Zu um bayerischen Bairisch und dem hier kurz angerissenen Unterschied: einerseits sagt Karl Valentin in einem seiner besten Sketches: "Tuans den Hund 'naus", andererseits fragt der Gast in der Konditorei, eine dicke Dame vorm Eingang erblickend: "Kon die do rei?"

Zu dane/dana (von mir schon einmal abgehandelt): 'dana' ist selten, einfach weil es wenige Vorgänge gibt, bei denen sich etwas weg, aber gleichzeitig auf den Sprechenden zu bewegt. Man sagt also: "Geh daune! Hau's daune!" usw. Aber: "Vo dem Haazlüfter, do geht a Hitz dauna" oder "Stö's Radl a weng dauna vo da Wand"(= von der Wand weg, näher zu dir her). Diese Beispiele stehen wie gesagt schon irgendwo, aber wo?

Re: Richtungsangaben

Weibi 11.08.2008
In Kärnten geht's so (verschiedene Gegenden, ohne Gewähr auf Vollständigkeit):

aufi/aufe = hinauf (vom Betrachter weg – geh’ aufi und hol mir …/geh hinauf und hol mir…)
aufer/aufa = herauf (zum Betrachter hin - kumm aufa zu mir/komm zu mir herauf)

å:bi/ å:be = hinab, hinunter (vom Betrachter weg – geh’ obe und hol mir …/geh hinunter und hol mir ….
å:ber = herab, herunter (zum Betrachter hin - kumm oba zu mir/komm zu mir herunter)

zuacher/zuachi = herbei, heran (zum Betrachter hin – kumm zuacher zu mir/komm zu mir her).
då:ner = “von dannen” (vom Betrachter weg/fort) - eigentlich auch schon fast poetisch

fiacher/fi:rer = hervor (zum Betrachter hin, z.B. hinter dem Kasten hervorkommen)
fiachi/fiache + fi:ri/fi:re = nach vorne, vorwärts (vom Betrachter weg, z.B. auch geh fiachi/überhol mich)

Dann wünsch ich viel Spass bei "eini/aufi/ummi/obi" - für den, der das in ostarrichi ausbessern müsste/wollte/sollte wäre das fast 'ne Lebensaufgabe!

lG, Weibi

Re: Richtungsangaben

Halawachl 12.08.2008
Fallen mir dazu ein:

1. Ein alpenländischer Sinnspruch:

Drunt'gstanden - auffig'schaut.
Auffikräult - abig'haut.


2. Ein alter Liedtext:

Das Schifflein schwingt sich dauni/e vom Land - ade!
Das Schifflein schwingt sich dauni/e vom Land,
komm' Schatzerl, reich mir Deine Hand
Ade, Adee, Adee.
A-a-a-dee, Lebewohl!

Re: Richtungsangaben

Weibi 12.08.2008
@Halawachl,

ad 1) Kenn so was Ähnliches: "Wars't net aufegschtiegn, wars't net obegfolln" .... mehr kann kann ich mich nicht mehr erinnern. Könnte auch ein Lied gewesen sein.

ad 2) Wie schön. Dass Gedichte das Meinige sind, hat in der Zwischenzeit wohl jeder bemerkt. Auf die Partitur wäre ich auch neugierig.

lG, Weibi

Re: Richtungsangaben

Brezi 12.08.2008
Nach den letzten Wortmeldungen in diesem Thread muss ich unumwunden sagen: hier geht's derzeit weit geistreicher zu als im Wörterbuch. Eine Lust, das zu lesen!

zu fircha/firer - zucha/zuache:

diese Varianten gibt es auch im O, nur klingen sie da etwas nüchterner:

fira/fire, zucha/zuche

'Fire' kennt man spätestens seit Rainhard Fendrichs 'Strada del Sole'. Fira kann man am besten mit 'hervor' übersetzen, und man sagt es auch oft statt 'da(u)na: "Do geht's haaß fira".

"Hock di zucha zu uns / zuche zu denan" ist synonym mit "Hock die zuwa " bzw. "zuwe"

Es gibt auch noch einen ordinären Witz (womit ich jetzt das Niveau dieser Kolumne drücke).Kennt ihr einen Satz mit "Schwarmführer?" - "Waunst an losst, dann geht's vom O...sch woarm fira"

Danke für die Aufmerksamkeit!

Brezi

Re: Richtungsangaben

Halawachl 13.08.2008
@weibi

Das Schifflein schwingt sich dauni... Ja, ich hab ein bissl gegoogelt und zumindest den kompletten Text gefunden:

Das Schifflein schwingt sich dani vom Land
l. Das Schifflein schwingt sich dani vom Land, ade!
Das Schifflein schwingt sich dani vom Land,
mei Schatzerl reich mir deine Hand,
ade, ade, ade! Ade! Lebe wohl!

2. Das Schifflein schwingt sich hin und her, ade!
Das Schifflein schwingt sich hin und her,
mei Schatzerl siach i nimmermehr,
ade, ade, ade! Ade! Lebe wohl!

3. Jetzt fahren wir ins Griechenland, ade!
Jetzt fahren wir ins Griechenland,
pfiat Gott, mei liabes Väterland,
ade, ade, ade! Ade! Lebe wohl!

Es handelt sich um das WACHAUER SCHIFFERLIED von Josef Lechthaler.
Noten find ich aber leider keine, und vorsingen kann ich's Dir hier ja nicht.

Gruss Hlw

Re: Richtungsangaben

Weibi 14.08.2008
Danke, Halawachl,

komplett ist es natürlich noch einmal so schön.

Schönes langes Wochenende, ich freu mich selbst schon riesig drauf.

lG, Weibi

Schifflein

Brezi 14.08.2008
Dass mir der Name Josef Lechthaler noch einmal unterkommt! Der ist nämlich der Urvater des Liederbuches, das wir in der Unterstufe verwendeten. Da er zur Zeit der Drucklegung schon verschieden war, schienen als Herausgeber bereits andere auf. Er wurde nur erwähnt.

Die Noten könntest du hier übrigens wohl auch schwer anzeigen lassen.

Wenn ich wieder in Schweden bin, dann sing es mir bitte unbedingt vor.

Gruß an euch beide.

Re: Richtungsangaben

Weibi 15.08.2008
Schade auch, dass ich euch eines meiner Lieblingslieder nicht vorsingen kann, vielleicht kennt ihr es aber auch:

Du redst ållweil vom Scheidn,
vom Ǻbschied nehman.
/: Wer wohl i amål furtgehn
und neamer keman :/

Jå i wer amål furtgehn
und neamer keman,
/: und då wer’n deine Äuglan
in Wåsser schwimman :/

Kärntner Volkslied

lG, Weibi

Das ist nicht österreichisches Standarddeutsch

System 16.08.2008
.

Richtugsangaben im Österrreichischen.

auffe - auffa > hinauf - herauf
åwe - åwa > hinab - herab
umme - umma > hinüber - herüber
zuwe - zuwa > herbei/vom Betrachter weg - herbei/zum Betrachter hin
dãne - dãna > "von dannen"/ vom Betrachter weg - "von dannen"/zum Betrachter hin
fire - fira > hervor/vom Betrachter weg - hervor/ zum Betrachter hin


Das ist nicht österreichisches Standarddeutsch, sondern allenfalls ein österreichischer Dialekt? Könntest du den ORT angeben?

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Re: Das ist nicht österreichisches Standarddeutsch

JoDo 16.08.2008
Das ist nicht österreichisches Standarddeutsch, sondern allenfalls ein österreichischer Dialekt? Könntest du den ORT angeben?

Kann ich natürlich nicht! Sonst hätte ich mir die ganze Frage ja ersparen können.
Lieber Oberhaenslir!
Spät erst komme ich dazu - urlaubsbedingt und nach einem Teilausfall meines Modems - auf Deine zahlreichen Eingaben zu antworten.
Wie ich herausbekommen zu haben meine, stammst Du aus Bern.
Herzlich willkommen auf "ostarrichi". Aus Deiner Sicht ist die Frage ja berechtigt.
Da ich aus Wien komme verwende ich daher auch die e-Endung und nicht die mit i.
Für die "unsrigen" ist die Feinheit in der Unterscheidung auffi - auffe einerseits bekannt, andererseits nicht so wichtig, verstehen tun wir einander so oder so. Interessant wäre schon deren genaue Abgrenzung, wie Brezi sie weiter oben bereits vorgezeichnet hat, mir selber ist das gar nicht soo bekannt, bei der Gelegenheit: Dankeschön an "padme" für die Ergänzungen und Beispiele. Auch dazu sollte dieser Aufruf von mir dienen.
Andererseits aber wollte ich dazu animieren, verschiedene Richtungsangaben nicht in einen Topf zu werfen, sondern sauber auseinanderzuhalten: zum Sprecher hin - vom Sprecher weg.
Nun zu Deiner Kritik:
Was heißt Standarddeutsch? Davon war überhaupt keine Rede. In diesem Fall reden wir von mehr oder weniger großflächigen Dialekten und deren Darstellung in "ostarrichi" - wohlgemerkt deren möglichst richtige und möglichst gleichartige.
lG
JoDo

Re: Richtungsangaben

SediciValvole 02.01.2009
Was ist eigentlich mit so schönen Wörtern wie

in/an aschling(s), zwerigst/zweregst (beides im Wörterbuch),

bin hin zu dem vermutlich schon praktisch ausgestorbenen innviertler Dialektwort "iwaroat", kennt das noch jemand? Leider kenn ich nur das Wort an sich noch, bei der genauen Bedeutung muss ich schon passen.




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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.