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setzen/sitzen

System 24.06.2013
Das Schild des Österreichischen Alpenvereins sagt: "Nicht auf die Geländer setzen!"
Rechtschreibungsfehler ? Oder kann 'setzen' in Österreich auch 'sitzen' bzw. 'sich setzen' bedeuten?

Re: setzen/sitzen

Koschutnig 25.06.2013
"Nicht auf die Geländer setzen!"
Rechtschreibungsfehler ? Oder kann 'setzen' in Österreich auch 'sitzen' bzw. 'sich setzen' bedeuten?

Ja, bei dieser Formulierung ist wohl etwas arg danebengegangen, denn was dieser Satz jetzt bedeutet, kann ja wohl wirklich nicht gemeint gewesen sein. In welchen Wetten oder Wettbewerben o.ä. würden Geländer auch eine derartige Rolle spielen, dass jemand auf den Gedanken verfallen könnte, auf diese fraglichen zu setzen?

Einerseits wollte man durch den beim Verb "setzen" korrekten Akkusativ der Richtung (Frage wohin?) die Handlung des Sich-auf-die Geländer-Setzens verbieten, andererseits aber lässt sich nur das Verb "setzen", nicht jedoch das reflexive Verb "sich setzen" auf diese Weise gebrauchen.

Das gleiche praktische Ergebnis hätte man allerdings auch - und zwar grammatikalisch richtig - erzielt, hätte man nicht schon die Handlung verbieten wollen, sondern erst das Resultat einer solchen Handlung untersagt: "Nicht auf den Geländern sitzen!" Wem nämlich klar ist, dass er nicht drauf sitzen darf, der wird ja gar nicht auf die Idee kommen, sich dorthin setzen zu wollen.

Interessant wäre nun noch zu erfahren, aus welcher Zeit dieses Schild stammt. Hat es der Deutsch-Österreichische, der Deutsche oder erst der Österreichische Alpenverein angebracht?

Zur Frage aber, ob 'setzen' in Österreich auch 'sitzen' bzw. 'sich setzen' bedeuten kann: Nein, aber umgekehrt ist bei mundartlichen Formulierungen mit "setz dich" der Imperativ 'sitz!' oder ein 'sitz di!' (sitz her da /sitz di zu uns / sitz zuawa / sitz ume / sitz nieder ! usw.) häufig zu hören.

K.

p.s. Die heutige Änderung betrifft einen Farbdruck speziell für Leisita.

Sich nicht auf die Geländer setzen.

System 29.06.2013
Das Schild des Österreichischen Alpenvereins sagt: "Nicht auf die Geländer setzen!"
Rechtschreibungsfehler ? Oder kann 'setzen' in Österreich auch 'sitzen' bzw. 'sich setzen' bedeuten?

sich setzen:
Sich nicht auf die Geländer setzen. (Wohin?)

sitzen:
Nicht auf den Geländern sitzen. (Wo?)

(Ohne Ausrufezeichen; das ist kein Imperativ.)

Re: Sich nicht auf die Geländer setzen.

Koschutnig 29.06.2013
sich setzen:
Sich nicht auf die Geländer setzen. (Wohin?)
sitzen:
Nicht auf den Geländern sitzen. (Wo?)
(Ohne Ausrufezeichen; das ist kein Imperativ.)

Hattest du nicht am 13. Mär 2013 darum gebeten, dass dein Account in diesem Forum gelöscht wird? („ Kein Wunder, dass in diesem Forum niemand mitmacht. Lösche bitte auch meinen Account! “ )

Dass deinem Wunsch bisher nicht entsprochen wurde,
ist doch kein zwingender Grund, dass du nun doch auch in diesem Forum wieder überflüssige und unsinnige Beiträge absonderst.


Was du hier gleich in in doppelter Ausführung soeben von dir gegeben hast, ist zum einen nämlich Quatsch ("Sich nicht ... setzen." als Aufforderung bzw. Verbot ist unmöglich ), zum andern einfach falsch!

Selbstverständlich ist das Ausrufezeichen gerechtfertigt!
Du solltest die Rechtschreibregeln lernen, ehe du andere kritisierst!
Du bist nämlich nicht der Maßstab, an dem andere ihre Rechtschreibung zu orientieren haben!
(Diese Ausrufezeichen dienen dazu, den Satzinhalten besonderen Nachdruck zu verleihen.)

Ich zitiere die
" Überarbeitete Fassung des amtlichen Regelwerks 2004 " zur deutschen Rechtschreibung, § 69 :

„Mit dem Ausrufezeichen gibt man dem Inhalt des Ganzsatzes einen
besonderen Nachdruck wie etwa bei nachdrücklichen Behauptungen,
Aufforderungen, Grüßen, Wünschen oder Ausrufen“

Unter den Beispielen finden sich die Folgenden, die keinen Imperativ enthalten:

Du musst die Arbeit abgeben, weil morgen der letzte Termin ist!
Wenn ich dich noch einmal erwische, kannst du was erleben!
Zurücktreten!
Bitte die Türen schließen und Vorsicht bei der Abfahrt des Zuges!
Bitte nicht stören!
Hoffentlich sehen wir uns bald wieder!
Wäre nur die Prüfung erst einmal vorbei!
Ruhe! Guten Morgen! Das ist ja großartig! Welch ein Glück! Au! Das tut weh! Nein! Nein!

Nachzulesen hier:
http://www.korrekturen.de/regelwerk/pdf/regeln2006.pdf

K.

Re: setzen/sitzen

hertaleis(at)sonnenkinder.org 29.06.2013
Koschutnig schrieb über oberhaenslir:

Du bist nämlich nicht der Maßstab, an dem andere ihre Rechtschreibung zu orientieren haben!

Ergibt sich die Frage für mich :

Bist Du denn etwa der Maßstab aller grammatischen Weisheit?


Und wenn genehm eine weitere Frage:

Wie wäre die Formulierung auf dem Schild des Österreichischen Alpenvereins,
Sektion Warndorf/Krimml grammatisch "koschutnigmäßig" richtig?

Gruß L.

Re: setzen/sitzen

Koschutnig 29.06.2013
Zur 1. Frage: Ich sauge mir das, was ich sage, nicht aus meinen Fingern.

Die 2. Frage, wenn's genehm ist, habe ich kiat bereits beantwortet.

Re: setzen/sitzen

SeppSD 30.06.2013
Also ich sehe den Text auf dem Schild nicht so kritisch. Ich habe zwar keine Regel gefunden, aber man findet auf Seiten über Grammatik und in der Wirklichkeit "Nicht hinauslehnen!". Das ist doch grammatisch genau dasselbe.

Wenn "Nicht hinauslehnen!" richtig ist und "Lehnen Sie sich nicht hinaus!" bedeutet, dann ist auch "Nicht auf die Geländer setzen!" richtig und bedeutet "Setzen Sie sich nicht auf die Geländer!".

Re: setzen/sitzen

hertaleis(at)sonnenkinder.org 02.07.2013
Ein kleines Résumé des Bisherigen:

Die Sektion Warendorf/Krimml hat Rechtschreibprobleme und
formuliert auf einem Hinweisschild "arg danebengegangen"
Zitat Koschutnig 25.06.2013

User oberhaenslir´s Beitrag wird als überflüssige und unsinnige
Absonderung bezeichnet Zitat Koschutnig 29.06.2013

Ferner im Verlauf der Beitrag als Quatsch und zum andern falsch
bezeichnet.

Dem eigentlichen Beitrag nicht zugehörig und sehr unpassend der
Angriff mit Hinweis auf Löschung des Account dieses Users.

Behauptung der User oberhaenslir sauge sich das alles aus seinen
Fingern im Gegensatz zu K. nur der, der gute Quellen nutzt.

Behauptung der User oberhaenslir hätte den Anspruch erhoben,
der Maßstab zu sein an dem andere ihre Rechtschreibung zu
orientieren haben!

Letztendlich als Ergebnis:

"Nicht auf den Geländern sitzen!" ist einzig richtig laut K. der
selbst damit wie es scheint ? ? ? meint, der Maßstab zu sein, an
dem andere ihre Rechtschreibung zu orientieren haben.

Gruß L.

P.S.
Die Formulierung des Schildes sehe ich persönlich weder falsch noch
arg daneben. Ebenso siehe SeppSD keine grammatischen Fehler darin
sieht.

Re: setzen/sitzen

System 03.08.2013
Bin einige Wochen ohne Internetzugang unterwegs gewesen, möchte mich jetzt noch für eure Hilfe bedanken.
Habe das Ösistudium wieder aufgenommen, komme bald mit eine weitere Frage.

Re: setzen/sitzen

JoDo 18.08.2013
Das Schild des Österreichischen Alpenvereins sagt: "Nicht auf die Geländer setzen!"
Rechtschreibungsfehler ? Oder kann 'setzen' in Österreich auch 'sitzen' bzw. 'sich setzen' bedeuten?

Das Ganze sieht SO aus:
https://picasaweb.google.com/lh/photo/kIFjU_WWXVDdKhe2oa5AudMTjNZETYmyPJy0liipFm0
https://picasaweb.google.com/lh/sredir?uname=100627490551186759553&target=ALBUM&id=5773273632136750033




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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.