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Rätsel

Weibi 07.10.2011
Diesmal wieder eine Preisfrage:

Was ist ein "Glas zum Einschneiden"?

Der Gewinner kriegt einen Smiley!

lG, Weibi

Re: Rätsel

Koschutnig 07.10.2011
= neues Fensterglas als Ersatz für in Scherben gegangenes.

An Glas zum Einschneiden haperte es sehr nach den Bombenangriffen im 2. Weltkrieg, da durch den Luftdruck viele Tausende von Fenstern zu Bruch gegangen waren. Fensterrahmen mussten mit Karton gefüllt oder mit Decken verhangen werden.

Figl hat in einer berühmt gewordenen Rede "Glas zum Einschneiden" mit all den anderen Dingen aufgezählt, an denen es 1945 mangelte und die er dem Volk nicht geben könne, doch solle man an Österreich glauben.

Re: Rätsel

Weibi 08.10.2011
Hm, ja also, Du machst mich jetzt selbst unsicher. Deine Theorie mit dem Ersatzfensterglas nach Bombenangriffen kling sehr einleuchtend. Und mit Figl liegst Du auch richtig!
Hast Du den noch miterlebt, den Poldi?

Wir haben gestern im Büro darüber debattiert, was das Glas zum Einschneiden bedeuten sollte. Da kamen die lustigsten Dinge raus. Jemand schlug vor, das wäre eine Glasscherbe um sich die Pulsadern aufzuschlitzen! Ich nehme an, während des Krieges hätte das schon manch einer gerne getan! Ob der liebe Poldi das aber seinen Landsleuten empfohlen hätte, bezweifle ich sehr. Denn immerhin rief er zum Appell, an Österreich zu glauben, und Österreich ist nichts anderes als seine Leute, die dort wohnen. Diese Theorie wurde also strikt abgelehnt!

Zum Schluss einigten wir uns auf ein Rexglas. Wozu Figl jedoch Rexgläser verschenken wollte, wo es doch nichts zum (Hin)Einschneiden gab, war uns auch nicht ganz klar.

Was denkst Du?

Re: Rätsel

Koschutnig 08.10.2011
Tja, Weibi,
das Wissen, dass die Tätigkeit des österr. Glaserers, also der gesamte Vorgang, das Glas ins Fenster einzubringen, "einschneiden", heißt, da er das Glas ja erst aus einem größeren Stück zuschneiden muss, das ist eine Sache,
das zu beweisen eine andere, doch wer googelt der findet:

Mir tut allerdings der Kopf schon weh vom erstaunten Schütteln über den Unsinn, mit dem Figls Ausspruch vom "kein Glas zum Einschneiden" in seiner berühmten Weihnachtsrede 1945 mit seiner angeblichen Liebe zum Glaserl und seiner Trinkfestigkeit in Verbindung gebracht worden ist (vgl. die Maßeinheit „1 Figl“ oder und die Legende vom Abschluss der Staatsvertragsverhandlungen in Moskau)!

1) Thomas Chorherr: „Die Kanzler meines Lebens”:

„Ich kann euch nichts geben, kein Stück Brot, keine Kohle zum Heizen, kein Glas zum Einschneiden. Ich kann euch nur bitten: Glaubt an dieses Österreich!“ –, diese Radiorede, wenngleich nachgesprochen, weil die Erstfassung nach der Sendung in Verlust geraten war, ist auch für uns Gymnasiasten eine Aufforderung, eine Ermunterung gewesen. „Glaubt an dieses Österreich! “
Figls Worte sind bei irgendeiner Gedenkfeier vor ein paar Jahren wiederholt worden. Der Rundfunksprecher sagte: „Kein Glas zum Einschenken“. Das war nicht Ironie. Er wusste nicht, was es bedeutete, Fenster ohne Glas zu haben.( Die Presse v. 28.3.08)


2) Dass das Einschneiden von Glas immer noch eine in Österreich gebräuchliche Formulierung ist, zeigt der harmlose Satz:
Es gibt Schutzbrillen, wo man seine optischen Gläser einschneiden lassen kann
(Posting von einem zakrajsek auf einem recht unappetitlichen Forum, 28. März 2006)


3) DUDEN online bestätigt das:
einschneiden: Bedeutungen:
d.( österreichisch) zurechtschneiden und in den Rahmen einsetzen
Gebrauch: österreichisch. Beispiel: Glas, einen Spiegel einschneiden


4) Und wenn du noch nicht genügend Material hast, um deine Kollegen zu überzeugen - da ist Josef Schöner, ein überzeugender Zeitzeuge aus dem zerbombten Wien:

Freitag, 2. März 1945
In meinem Dienstzimmer werden heute schon die Fenster wieder eingeschnitten, ( die äußeren, die inneren sind durch Öffnen ganz geblieben) – es dürfte wenig Häuser geben, in denen dies schon acht Tage nach dem Luftangriff geschah. Unser tüchtiger Chef hat das Glas von der HStOV beschafft und heranführen lassen.
Private mussten 2-3 Monate auf Glaszuteilung warten, heute kriegen sie höchstens noch Pappendeckel. Eigentlich sollen nur Fenster in einem Wohnraum eingeschnitten werden, alle anderen Räume, Läden und Büros haben keinen Anspruch darauf. (Josef Schöner: "Wiener Tagebuch 1944/45", Böhlau, Wien 1992, S. 94)


Immer noch unsicher?

LG
K in K

Das Eintragen aber überlass' ich gern dir - tu's aber bitte bald, es ist so hübsch!

Re: Rätsel

Weibi 10.11.2011
Mein lieber lieber K.

vielen herzlichen Dank! Hatt leider erst heute Zeit, das Forum nach längerer Zeit wieder einmal zu durchforsten, und so bin ich erst heute auf diese Nachricht gestossen. Du hast mein Smiley, wie könnte es auch anders sein. Und nicht nur eins, sondern ...

So, ich benütze die Gelegenheit, Dir/Euch mein/unser neues Büro zu zeigen, das GsD sehr wohl eingeschnittene Fenster hat:
http://www.google.es/search?q=casa+de+las+punxes&rls=com.microsoft:es:IE-SearchBox&oe=UTF-8&rlz=1I7ADRA_esES397&redir_esc=&um=1&ie=UTF-8&hl=es&tbm=isch&source=og&sa=N&tab=wi&biw=1280&bih=568&sei=kUa8TsDcHoTDtAbX54jBAw

Im Volksmund wird es "Casa de les Punxes" genannt, weil es so viele Spitzen auf dem Dach hat. Ansonsten ist es im katalanischen Jugendstil vom Architekten Puig i Cadafalch gebaut.

So, jetzt bin ich auch neugierig und werde mal in dieses widerliche Web hineinschaun. Vielleicht, und nach all dieser "political" Korrektheit ist ja auch irgendwie erfrieschend?

lG, Weibi

Irgendwie scheint der Link nicht zu funktionieren. Also, eingeben "Casa de las punxes", dann auf google pictures gehen.

Re: Rätsel

Koschutnig 11.11.2011
Josep Puig i Cadafalch ?
Und ich hatte bei 1. Hinschaun schon voreilig vorgehabt, geistreich zu antworten mit "Was für ein(e) Gaudi!", doch hat's eigentlich doch nicht so recht Gaudí-mäßig ausgeschaut. Na, immerhin waren die beiden ph/fantstische Zeitgenossen.

Dein Link funktioniert doch. Zwar wird einem ein Zwischenklick abverlangt, aber das ist zumutbar bei der Herrlichkeit, die dann geboten wird. Durch solche Fenster schaust du täglich hinaus?

Übrigens: Ehe du im Oktober deine Preisfrage mit dem Smiley als "Best" hereingestellt hast, hatte schon im Juni einer das Eintragen des "Einschneidens" besorgt: "einschneiden - zurechtschneiden (eines Glases / Fenster)" von Bilgelik570. Wenn du nach den vielen, die du mir geschickt hast, noch irgendwo ein auftreiben kannst, schick ihm doch auch eins als PN. Ich geb' aber keins mehr her.

LG (XXXL) nach Barcelona

K.

Re: Rätsel

JoDo 11.11.2011
Ich hab´mir eingebildet "eh" immer ins Forum hineinzuschauen,
weit gefehlt!

Da hat sich hier eine Diskussion entfaltet, die ich nicht
ohne meinen "Senf"
auskommen lassen möchte.

Also, Folgendes:
Meinen ersten und einzigen Besuch in Barcelona absolvierte ich 1981.
Damals war den Touristen sogar Antoni Gaudí ziemlich wuaschd.
Mir wurde die unerwartete "Ehre" zuteil, einige seiner Zeitgenossen hautnah zu erleben,

• Piuj y Catafalch und
• Dominech y Montaner.

Da übernachtete ich in einer Jugendherberge weiter "oben". und spazierte dann den Hang hinunter durch das
http://de.wikipedia.org/wiki/Hospital_de_la_Santa_Creu_i_Sant_Pau

Wau!

Re: Rätsel

Weibi 18.11.2011
@K: Du musst selbstverständlich keinen Deiner Smileys mehr hergeben! Aber natürlich habe ich auch für bilgelik570 einige parat: ... werde seinen Eintrag auch gleich bewerten.
Und ja, jeden Tag schaue ich durch eines dieser Fenster, und so 3-4x am Tag stehe ich auf einem dreieckigen Balkon (oberster Stock) und rauche, mit einer Tasse Kaffee in der Hand. Jeden Tag fahre ich mit dem Aufzug, wenn ich nicht zu Fuss gehe. Ich hoffe, Ihr habt das Treppenhaus gesehen.

@JoDo: Beim Hospital de Santa Pau haben Sie jetzt Neubauten, da diese doch kleinen Häuschen für ein modernes Krankenhaus heutzutage total unpraktikabel sind. Die Decke der Eingangshalle ist übrigens vor ein paar Jahren eingestürzt, es gab Verletzte!
Weiss jetzt aber nicht, was sie genau daraus machen wollen, ist jedenfalls denkmalgeschützt wie die Casa de les Punxes auch. Im Lift gibt es übrigens zwei Bänkchen zum gemütlichen Hinsetzen, denn langsam ist er wohl!

Liebe Grüsse, Weibei

Hier noch einen link zu einem sehr schönen, von Gaudi konzepierten Garten. Hab ich selbst noch nicht gesehen, ist nicht in Barcelona:

http://www.urbanity.es/foro/urbanismo-cat/18677-pobla-de-lillet-jardines-de-can-artigas-gaudi.html

Re: Rätsel

JoDo 19.11.2011
Danke - weibi
für den schönen Link zu den
Jardines de Can Artigas!
Bei mir hat´s gerade einmal zum Park Güell gereicht, aber DIE Atmosphäre habe ich nicht vorher und nicht nachher erlebt.
Schönen Abend
JoDo




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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.