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Dreinagelfreitag

Koschutnig 24.04.2009
Heut ist Drei-Nagel-Freitag, der 2. Freitag nach Ostern.
Und da nahezu alle Google-Seiten, so weit ich sehen konnte, mit Kärnten (und fast alle davon auch mit dem heute stattfindenden Vierbergelauf) zu tun haben, würd' ich gern wissen, ob diese Bezeichnung auch außerhalb Kärntens geläufig ist - und wenn, wo.
"Gandalf", der den Eintrag dazu in der Kathpedia gemacht hat - http://www.kathpedia.com/index.php?title=Drei-Nagel-Freitag, - hat das auch irgendwo vor Jahren schon gefragt und keine Antwort bekommen.

Zumindest eine Erwähnung gibt's allerdings auf
http://www.sinossevis.de/upload1/_Kyrie_Eleison_Teil_2.pdf :

Freitag – Venustag [Seite 18, damit's leichter ist]
Der Göttin der Liebe wurden im patriarchalisch jüdisch-römisch-christlichen Kalender
anscheinend keine Feste gewidmet. Ihre Wochentage sind offensichtlich mehr dem Tod
ihres Sohnes Jesus [sic!] vorbehalten:
1. Karfreitag, an dem Jesus ans Kreuz geschlagen wurde
2. „Drei-Nagel-Freitag“, zweiter Freitag nach Ostern (so benannt nach den drei Nägeln,
mit denen Jesus ans Kreuz geheftet wurde
3. Freitag, 06.08.532: Verklärung Jesus
Der Armenische Bischof Gregor Arsharuni berichtete im 7. Jahrhundert, Gregor der
Erleuchter habe dieses Fest Anfang des 4. Jahrhunderts eingesetzt anstelle des
heidnischen Festes "Vartavarh", einem Rosenblütenfest, mit dem Aphrodite verehrt
wurde.


K.

Re: Dreinagelfreitag

Koschutnig 12.04.2013
Heute ist wieder Dreinagelfreitag, der 2. Freitag nach Ostern. Vor 4 Jahren hab ich gefragt, ob jemand außerhalb von Kärnten mit dem Namen des heutigen Tages vertraut ist, doch keine einzige Antwort ist gekommen, obwohl die Zahl der Aufrufe mitt 3169 doch erstaunlich ist.

Der Tag hat ja in Kärnten eine besondere Bedeutung, denn es ist der Tag, besser gesagt, die Nacht des "Vierbergelaufs", einer Wallfahrt über 52 km.

Bitte um Meldungen, wenn der Name noch wo üblich ist (oder war).

K.

Re: Dreinagelfreitag

Weibi 26.04.2013
Lieber K,

sportlich nicht sehr versiert, konnte ich dazu nichts sagen. Daher habe ich nachgeforscht und bin bei Wikipedia u.A. auf die Route gestossen:

Die meisten Teilnehmer beginnen den Vierbergelauf am Magdalensberg und beenden ihn am Lorenziberg. Sie nehmen folgenden Weg: Magdalensberg - Treffelsdorf - Schloss Meiselberg - Prunnerkreuz - Zollfeld - Kadnig - Filialkirche und Schloss in Möderndorf - Pörtschach am Berg - Ulrichsberg - Karnberg - Eberndorf - Zweikirchen - Glantal - St Leonhard - Kulm - Liemberg - Schloss Liemberg - Burgruine Liemberg - Veitsberg - Gradenegg - Sörg - Reidenau - Fachau - Lorenziberg.

Die Metnitztaler Gruppe kommt über folgende Route auf den Magdalensberg: Pöckstein/Zwischewässern - Maria Wolschart - Stift St. Georgen - Niederosterwitz - St Sebastian - Magdalensberg.

Die Sörger Gruppe geht auf folgendem Weg auf den Magdalensberg und beendet die Wallfahrt wieder in Sörg: Sörg - Reidenau - Fachau - Lorenziberg - St Veit - St Donat - Magdalensberg.

Der Wegverlauf der Wallfahrt hat sich über die Jahrhunderte mehrmals verändert: So ging der Weg früher von St.Leonhard über Gramilach und Mauer nach Wasai und von dort nach Liemberg, während die Wallfahrt heute von St.Leonhard aus über den steilen Kulm nach Liemberg führt. Ältere Quellen weisen darauf hin, dass der Verlauf des Flurumgangs in früheren Jahrhunderten westlich von Zweikirchen über die Burgruine Hardegg, den Haidensee, Tauchendorf, Gramilach, Mauer und das Kirchlein Wasai nach Liemberg geführt hat. Heute wird Gradenegg von der Mehrheit der Wallfahrer nicht mehr besucht, während Vorbeter und Kreuzträger den Ort nach wie vor auf ihrem Weg haben.
--------
Sollten einige dieser Orte außerhalb Kärntens liegen, müßßte dieser Dreignagellauf wohl auch noch anderorts bekannt sein.

lg, Weibi

Re: Dreinagelfreitag

Koschutnig 19.05.2013
Ich vermute, mit der Einführung des unterrichtsfreien Samstags auch an den höheren Schulen Kärntens ist die Teilnehmerzahl der Unter-Neunzehnjährigen am Vierbergelauf etwas geringer geworden. Das Ersuchen um Freistellung vom Samstag-Unterricht nach den gewaltigen Anstrengungen der Dreinagelfreitag-Nacht behufs carinthischer Brauchtumserhaltung war ja sicherlich stets gewährt worden, wobei der Klassenvorstand wahrscheinlich zugleich auch seiner Hochachtung gegenüber derartiger außerschulischer Kulturbeflissenheit Ausdruck verlieh. - Aber jetzt, wo der Samstag eh frei ist...

Doch leider hab ich bisher aus keiner Ecke eine Rückmeldung zum eigenartigen Namen dieses Freitags erfahren.

Re: Dreinagelfreitag

Koschutnig 21.08.2013
Mein Flehen wurde in Bayern erhört: Toni "stummer" hat eine intensive Dreinagelfreitags-Recherche durchgeführt und darauf eine großmächtige Umfrageaktion gestartet, die 20 (!) Rückmeldungen ausgelöst hat:

http://zwischenrast.forumprofi.de/thema-anzeigen-dreinagelfreitag-t611.html

Etlichen ist der Name aus mittel- oder unmittelbarem Kärntenbezug bekannt, einige Leutchen recht reifen Seniorenalters jedoch kannten bzw.erinnerten sich an den Dreinagelfreitag auch ganz ohne Kärnten-Assoziation, und da vor allem in Bamberg und Nürnberg.

Was da zusammengekommen ist, bietet richtig spannende Lektüre -

ein herzliches Dankeschön, Toni!

K.

Re: Dreinagelfreitag

tonerle 25.08.2013
Grüß Gott,

zunächst danke ich Dir, Koschutnig, für Deine Antwort und Deine PN.
Dort hast Du mir den Vorschlag gemacht, jenen Beitrag auch hier einzustellen.

Im Anhang findet Ihr also den Ursprungsbeitrag.
Anstelle der Wiedergabe der Einzelantworten tritt eine kürzelhafte Zusammenfassung.

Mit herzlichen Grüßen

tonerle

Anhang

Grüß Gott,

...

Absprachegemäß sei nun zunächst das Ergebnis einer internen PN-Umfrage ... erwähnt, welche selbstverständlich
nicht repräsentativ sein kann ...

Die Anfrage lautete:

Ist jemandem von Euch der Begriff Dreinagelfreitag bekannt?

Vorerst möge bitte lediglich ein einfaches spontanes „Nein“ bzw. „Ja“ genügen.

Bei Gelegenheit komme ich zu einem späteren Zeitpunkt auf die Umfrage zurück:
Dann kann auf inhaltliche Fragen und auf regionale Unterschiede bzgl. des Bekanntheitsgrades und auf individuelle Hintergründe eingegangen werden.

Mit herzlichen Grüßen

toni

Die Antworten verteilen sich wie folgt (die Forumsnamen sind in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet) :

A)
Der Begriff „Dreinagelfreitag“ war mir bisher unbekannt. [ Anzahl : 7 ]

-atheist- (Landshut / Niederbayern / * 1956)
Geworfene (Berlin / 1977)
hexelinchen (Zitat: >>1982 in Mittelfranken geborene und lebende „Halbpreußin“<<)
Ines (Hamburg / * 1983)
Kottanixl (Lkrs. MÜnchen / * 1950)
Patricia (vgl. hexelinchen / * 1963)
timida (vgl. hexelinchen / * 1990)


B)
Der Begriff „Dreinagelfreitag“ ist mir bekannt. [ Anzahl : 13 ]

Abkürzungen:
E = Begriff Dreinagel(frei)tag bekannt durch Einheimische in Bayern ; in {} : Jahrgang
K = Begriff Dreinagel(frei)tag bekannt durch Kärntner bzw. Kärntenaufenthalte


Betroffener (Oberbayern / * 1952): K
Bummerl (Niederbayern / Bayerischer Wald / * 1956): E {1902}; K
Humanoide (Mittelfranken / * 1958): K
Kiachlpacker (Regensburg / * 1960): K; später: E {1920 / 1927}
opfler (Oberpfalz / Lkrs. Amberg / * 1956): E {ca. 1875}; K
Restzucker (Mittelfranken / * 1964): E {ca. 1900}: K
Rosi (Oberpfalz / Stiftland / *1980): E {1868}; K
Samunix (München / * 1955): K
Schlenkerlasela (Oberfranken / Bamberger Land / * 1985): E {1918 / 1938}; K
stummer (Oberbayern / Werdenfelser Land / * 1956): E {1885 / 1893 / 1930}; K
Thomasd (Unterfranken / * 1962): K
Wiggerl (Oberbayern / Berchtesgadener Land / * 1955): E {vor 1860}; K
XXL_bärle (Mittelfranken / Nürnberger Land / * 1982): E {1923 / 1928}: K

Dabei vermag ich nicht zu beurteilen, ob es Zufall ist, dass „wir 13“ alle aus Bayern stammen.
Neinstimmen finden sich sich ja indes auch unter bayerischen Foristinnen.

...

Die Kernfrage in diesem Zusammenhang ist, ob …

„… jemand außerhalb von Kärnten mit dem Namen des heutigen Tages vertraut ist, …

Der Tag hat ja in Kärnten eine besondere Bedeutung, denn es ist der Tag, besser gesagt, die Nacht des "Vierbergelaufs", einer Wallfahrt über 52 km.

Bitte um Meldungen, wenn der Name noch wo üblich ist (oder war).
[Quelle: s.o.: Re: Dreinagelfreitag Verfasst: Fr Apr 12, 2013 6:24 pm]

Zunächst sei ein Zitat zu dem ähnlichen Begriff „Dreinageltag“ angeführt:

„Drei nageltag, der zweite (Helwig fälschlich dritte) Freitag nach Ostern, Freitag nach Quasimodogeniti. Am montag nach der heyligen drey nägel tag nach Ostern 1426 (Helwig ans dem Wiener Archiv); 1465 an der heil. dreyer nagl tag (Font. rer. Austr. II, 39, 449); 1480 am freytag der heiligen drey nagel tag (Helwig aus dem Wiener Archiv). Am fritag vor dem Sonnentag misericordia als man begodt den tag der sper und nagel unsers herren (Keisersberg nach Brinkm. Gloss. I, 639); s. Festum lancee et clavorum.“
Quelle (bitte scrollen):
http://www.manuscripta-mediaevalia.de/gaeste/grotefend/g_d.htm#Dreinageltag

Bei Gesprächen zum Thema kann es gelegentlich geschehen, dass die Begriffe Dreinageltag bzw. Dreinagelfreitag verwechselt werden mit dem
ikonographischen Fachwort Dreinagelkruzifix bzw. Dreinagelkreuz.
[ Das erlebte ich z. B. bei einem Oberschlesier (Jahrgang 1928) und einer Ostpreußin (Jahrgang 1935), denen indes Dreinageltag bzw. Dreinagelfreitag
beim nochmaligen Nachfragen kein Begriff waren bzw. sind. ]

Im Zusammenhang mit dem Vierbergelauf merkt H.-D. Pohl u. a. an:

,,Der Vierbergelauf entstand im 15. Jahrhundert und hängt mit der Übertragung des Dreinagelkultes aus Oberfranken nach Kärnten zusammen (nach Wilhelm Wadl); der Tag, an dem die Wallfahrt stattfindet, ist der „Dreinagelfreitag“ …``
[ Artikel: „Ulrichsberg
in:
Pohl, Heinz-Dieter:
Kleines Kärntner Namensbuch
Verlag Johannes Heyn, Klagenfurt 2013;
Bergnamen U – V / hier: S. 179 ]

Deshalb erwähne ich nun also Hinweise z.B. auf Nürnberg und Bamberg u.a. bei

Wilhelm Wadl
Der Vierbergelauf:
Geschichte - Sinngehalt – Ablauf;
S. 1 (rechte Spalte, unterer Abschnitt) - S. 2 (linke Spalte obere Abschnitte) / farbliche Hervorhebungen bzw. Fettungen durch mich:

„…
Nach jahrelangen Feldforschungen und Archivstudien hat der Münchener Volkskundler Helge Gerndt im Jahre 1972 im Rahmen einer detailreichen Studie den Versuch unternommen, die bisherigen Auffassungen der Volkskunde und die historischen Quellenzeugnisse in Einklang zu bringen. Gerndt ging im Gegensatz zu seinen Vorgängern im Bereich der Volkskunde stärker vom Wallfahrtstermin und dem religiösen Sinngehalt des Brauches aus und versuchte so, die Entstehungszeit und die Entstehungsbedingungen zu erklären:
Im Jahre 1353 führte Papst Innozenz VI. über Betreiben von Kaiser Karl IV. das Fest der heiligen Lanze und der Kreuznägel Christi ein und legte es auf den zweiten Freitag nach Ostern fest. Die heilige Lanze gehörte zum Reichsschatz, wurde in Prag am Festtag öffentlich ausgestellt und Ziel zahlreicher Wallfahrer. Zum Schutz vor den Hussiten kam der Reichsschatz nach Nürnberg, wo sich die Heiliggeistkirche zum neuen Kultzentrum entwickelte. Auch im nahe gelegenen Bamberg erfuhr ein angeblicher Kreuzesnagel Christi am Dreinageltag große Verehrung.
Aus dem oberfränkischen Raum wurde dieser Kult nach Kärnten importiert, wobei man ursprünglich an das in Kärnten reich begüterte Bistum Bamberg als Vermittler dachte. Dagegen spricht freilich, dass die Wallfahrt in Kärnten außerhalb des ehemaligen bambergischen Herrschaftsbereiches stattfindet. Helge Gerndt hat in seiner umfassenden Untersuchung erstmals auf die Bedeutung Nürnbergs für den Dreinagelkult hingewiesen. Die enge n Beziehungen zwischen den Städten Nürnberg und St. Veit im 15. Jahrhundert waren ihm allerdings noch nicht bekannt.
Der entscheidende Impuls für die Übertragung des Dreinagelkultes aus Oberfranken nach Kärnten ging von zwei Bürgerfamilien aus, die im 15. Jahrhundert aus Nürnberg nach St. Veit übersiedelten, den Gleismüllnern und Kaltenhausern , die als frühkapitalistische Bergbauunternehmer und Kaufleute hier zu großem Reichtum gelangten und als Stifter vielfältig in Erscheinung traten. …“
http://www.pilger-der-naechstenliebe.at/files/Wadl_-_Der_Vierbergelauf.pdf

Wie kommt es nun dazu, dass mir, stummer, „Dreinageltag“ bzw. „Dreinagelfreitag“ ein Begriff sind?

1970 erwähnte ein Bamberger (Jahrgang 1890) bei seinem Besuch in meiner Heimat (Werdenfelser Land) das Wort „Dreinageltag“ und den Begriff „Dreinagelfreitag“.
In die Diskussion griff ich als damals 14jähriger Bub nicht ein.
Als weiteres Detail kann ich lediglich mitteilen, dass auch den anwesenden Einheimischen (Jahrgänge 1885 / 1893 / 1930) jener Begriff nicht fremd war.

Die später erfolgenden Hinweise bekam ich einerseits von Kärntnerinnen und Kärntnern und andererseits durch Vermittlung volkskundlicher und
pastoral-theologischer Art.
Hierbei standen indes die Wertschätzung von Wallfahrten an sich im Vordergrund.
Gleichzeitig wurden, unabhängig von der Situation in Kärnten (ohne jegliche despektierliche Untergriffigkeiten), dezent-kritische
Rückfragen hinsichtlich der Reliquienfrage gemacht.

Wie man auch hier erkennt, vermag ich leider keinerlei repräsentative Aussagen bzgl. des Bekanntheitsgrades des Begriffes „Dreinagel(frei)tag“ zu machen.

Mit herzlichen Grüßen

toni (tonerle)

Die folgenden Hinweise gebe ich vorbehaltlich nicht zu leugnender methodischer Probleme möglicher empirischer und repräsentativer Erhebungen.

Adressen (bei denen nähere Auskünfte auch bzgl. des Bekanntheitsgrades der Begriffe Dreinageltag bzw. Dreinagelfreitag unter den Gläubigen eingeholt werden könnten) mögen unter Umständen z.B. sein:

http://erzdioezese.kirche-bamberg.de/kontakt/index.html

Hier wären zu erwähnen:
http://erzdioezese.kirche-bamberg.de/kontakt/formular


Für Journalisten
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Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.