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Achtung vorm Schnitzerl

Koschutnig 30.01.2013
Nicht alle Schnitz erl(n) sind Schnitzel, doch das Wissen um den Bedeutungsunterschied, der gar gewaltig sein kann, scheint nicht sehr verbreitet!

Zum Unterschied vom "Schnitzel", das unser Lebensmittelbuch präzise definiere*), sei das "Schnitz erl " als Produktbezeichnung NICHT geschützt, und so ein "Schnitz erl " dürfe also durchaus aus "Formfleisch" bestehen. Bei Fertiggerichten ist solches "Formfleisch"**) ja gang und gäbe. "Formfleisch"? Das seien Fleischreste, die mithilfe chemischer Substanzen zusammengeklebt worden seien. Das liest man jedenfalls mitsamt andren einem den Magen umdrehenden Unappetit- und Scheußlichkeiten in NEWS Nr. 50/12 - "Unser Essen kommt aus China - Hausmannskost aus Fernost" s. http://www.vorgesorgt.info/wp3/httpdocs/wp3/wp-content/uploads/news-lebensmittel.pdf

Auf die Frage : "Ein Schnitzerl, der Herr?" sollte folglich schnellstens mit Friedrich Schiller reagiert werden: "Da wendet sich der Gast mit Grausen" ("Der Ring des Polykrates", wenn's wen interessiert)


Anm.:
*) Österr. Lebensmittelbuch (Codex Alimentarius Austriacus), 4. Aufl.
http://www.lebensmittelbuch.at/
Codexkapitel B 14 - Fleisch- und Fleischprodukte, A.4.1.3 Bezeichnung:

»In der Sachbezeichnung wird deutlich sicht- und lesbar nebst dem Wort "Schnitzel" stets die Tierart genannt, z.B. "Rindsschnitzel", "Kalbsschnitzel". Der Fleischteil, aus dem das Schnitzel geschnitten worden ist, wird in der Regel nicht genannt, ausgenommen bei Putenkeulen und Putenbrust.

Weitere Bezeichnungen für Schnitzel, wie "Wiener Schnitzel" für ein mit Mehl, geschlagenem Ei und Semmelbröseln paniertes und anschließend in Fett herausgebackenes Kalbsschnitzel, sind Bezeichnungen für essfertige Gerichte; ebenso das "Cordon bleu", welches aus zwei etwa gleich großen Kalbsschnitzeln oder einem taschenförmig eingeschnittenen Kalbsschnitzel besteht; es wird mit Schinken und Käse gefüllt und paniert. Die Bezeichnung "Cordon bleu" ist nur für gefüllte panierte Kalbsschnitzel zulässig.(bezüglich Geflügel-Cordon bleu siehe A.5.4).«

**) Ob auch die Chinesen mit unserem Lebensmittelbuch vertraut sind? Dort steht nämlich unter "Formfleisch" (A.5.1):
» Die etwa walnussgroßen - bei Geflügel haselnussgroßen - Fleischstücke werden in einem Arbeitsgang mit Kochsalz versetzt, allenfalls gewürzt, dann mechanisch bearbeitet (gemengt, getumbelt) und unter Anwendung von Druck in Formen zu "Formfleisch" zusammengefügt. Zusatzstoffe werden nicht verwendet.«

Der letzte Satz ist allerdings eine ganz und gar blauäugige, völlig unbewiesene und wohl auch unbeweisbare Behauptung.

Deshalb: Na -


Mahlzeit!

K.

Schnitzerl

System 31.01.2013
das Schnitzel > gemeindeutsch (= Standard in at, ch, de)

das Schnitzerl (Verkleinerungsform) > österreichisches Standarddeutsch

Re: Achtung vorm Schnitzerl

Weibi 06.03.2013
Hauptsache, ist kein Pferdefleisch drin! Nicht dass ich Pferdefleisch nicht mag, aber wissen muss ichs.

Aber wenn ihr Produkte mit AMA-Gütesiegl verzehrt, kann eigenlicht nichts schiefgehn! oder?




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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.