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Protokoll Nr. 10 über österreichische Ausdrücke

Russi [Admin] 24.02.2006
Protokoll Nr. 10 über die Verwendung österreichischer Ausdrücke der deutschen Sprache

Beiried (n) = Roastbeef
Eierschwammerln (f) = Pfifferlinge
Erdäpfel (f) = Kartoffeln
Faschiertes = Hackfleisch
Fisolen (f) = Grüne Bohnen
Grammeln (f) = Grieben
Hüferl (n) = Hüfte
Karfiol (m) = Blumenkohl
Kohlsprossen (f) = Rosenkohl
Kren (m) = Meerrettich
Lungenbraten = Filet
Marillen = Aprikosen
Melanzani = Aubergine
Nuss = Kugel
Obers = Sahne
Paradeiser = Tomate
Powidl = Pflaumenmus
Ribisel (f) = Johannisbeere
Rostbraten = Hochrippe
Schlögl = Keule
Topfen (m) = Quark
Vogerlsalat = Feldsalat
Weichsel = Sauerkirsche

Auszug aus: EU-Liste „spezifisch österreichischer Ausdrücke“

JoDo 11.12.2006
So genanntes Protokoll Nr. 10, Teil des österreichisches Beitrittsantrages. Dazu s. Markhardt, H.: Das Österreichische Deutsch im Rahmen der EU. Frankfurt am Main usw., Peter Lang 2005, S. 158ff.

Neun dieser „spezifisch österreichischen Ausdrücke“ ... (oder 40%) können also nicht in Anspruch nehmen, solche zu sein, da sie entweder „süddeutsch“ oder „gemeinbairisch“, also auch außerhalb Österreichs gebräuchlich sind; einige gelten nicht in ganz Österreich, so sagt man u.a. statt Fisole und Vogerlsalat in Kärnten gewöhnlich Strankerl und Rapunzel. Das südbairische Kärnten unterscheidet sich also grundsätzlich nicht vom aleman­nischen Vorarlberg, wo auch nicht alle „Austriazismen“ üblich sind, aus unserer Liste v.a. Faschiertes, Paradeiser und Ribisel, für die in diesem Bundesland Hackfleisch, Tomate und Johannisbeere gilt. Die Relativität dieser Liste zeigt auch das Wort Obers: es ist (als ursprünglich ostösterreichisches Wort erst) erst durch die Gastronomie zum Austriazismus geworden, umgangssprachlich und mundartlich ist im Westen und Süden Österreichs Rahm üblich (wie in Bayern) und die Grenze zwischen beiden folgt, wie so oft, keineswegs der Staatsgrenze.
... Dies bedeutet nicht, dass sie keine Austriazismen wären, denn sie sind ja für den Sprachgebrauch in Österreich charakteristisch und gelten nicht im ganzen deutschen Sprachraum. Die österreichische staatsnationale Varietät ist also nichts anderes als die Summe aller sprachlichen Phänomene der deutschen Sprache in Österreich, wobei der Begriff Austriazismus besagt, dass die betreffende sprachliche Erscheinung für Österreich typisch ist, wobei jedoch nicht ausgeschlossen ist, dass diese auch in anderen deutschsprachigen Ländern (Regionen) üblich ist. Man kann einerseits vier Gruppen von Austriazismen unterscheiden:

(1) staatsräumliche Austriazismen: v.a. Verwaltungs-, Rechts- und Mediensprache sowie der gesellschaftsgebundene Verkehrswortschatz (v.a. Küche) und einige Berufstitel;

(2) süddeutsche Austriazismen: der österreichische Wortschatz auf Grund der Zugehörigkeit des Landes zum süddeutschen Sprachraum;

(3) bairische Austriazismen: der mit (Alt-) Bayern gemeinsame Wortschatz des größten Teils von Österreichs auf Grund der Zugehörigkeit beider Länder zum bairischen Großdialekt; den tief greifenden Gemeinsamkeiten zwischen dem bayerischen und österreichischen Bairischen stehen allerdings auch Unterschiede gegenüber;

(4) regionale Austriazismen (Untergruppen zu 1/2/3): ost-/west-/südösterreichische Beson­der­­heiten und solche einzelner Bundesländer;
andererseits aber auch zwischen
primären* und sekundären Austriazismen**
* mehr oder weniger auf Österreich beschränkte Ausdrucksweisen;
** auch außerhalb von Österreich übliche Ausdrucksweisen.

http://members.chello.at/heinz.pohl/EU-Liste.htm#_edn2

wuppl 10.01.2007
wobei "rahm" in manchen deutschsprachigen gebieten als "saure sahne" oder "schmand" (letzeres ist eher schon fast creme fraiche) verstanden wird




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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.