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Oberschullehrer und praktische Anwendung

Meli 12.04.2008
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shadow 14.04.2008
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Re: Oberschullehrer und praktische Anwendung

Halawachl 15.04.2008
Stimme Euch gerne zu.
Eine Bemerkung noch, weil wir uns hier bei O. ja mit spezifisch österreichischem Wortschatz beschäftigen.

Auch das typisch österreichische Wortgut ist nur zu geringem Teil dem Erfindungsgeist von Oberlehrern, Professoren oder ganz gewöhnlichen Obergescheiten zu verdanken. Die verbale Kreativität (Wortschöpfungen und
Redewendungen) ist im "gewöhnlichen Volk" mindestens ebenso stark vorhanden wie beim Bildungsbürgertum, wenn nicht sogar stärker, deftiger und nicht zuletzt witziger - wahrscheinlich weil man dort weniger gehemmt mit der Sprache umgeht,
nicht bloss konservativ auf Regeln und traditionelle Formen starrt.

Gruss,
Hlw.

Re: Oberschullehrer und praktische Anwendung

Remigius 17.04.2008
@Halawachl

Du schreibst völlig richtig:

"Die verbale Kreativität (Wortschöpfungen und Redewendungen) ist im "gewöhnlichen Volk" mindestens ebenso stark vorhanden wie beim Bildungsbürgertum, wenn nicht sogar stärker, deftiger und nicht zuletzt witziger - wahrscheinlich weil man dort weniger gehemmt mit der Sprache umgeht".

Aber gerade dieses " stärker, deftiger ... weniger gehemmt "
scheint ja gerade das zu sein,
was hier am allerwenigsten gewünscht wird,
zumindest nach den Kommentaren zu urteilen,
die ich hier laufend kriege,
siehe die Einträge

Scheitlknien, das
Wichs-Griffel
Tùër
Lasser
Sitz-Brunzer

Also was jetzt ?

Ist die deftige, ungehemmte verbale Kreativität des "gewöhnlichen Volkes"
nun erwünscht oder nicht ?

Oder soll es doch eher oberlehrerhaft zugehen ?

Bin ein bisserl ratlos ...

Trotzdem liebe Grüße an alle Beteiligten -

- Remigius

Re: Oberschullehrer und praktische Anwendung

Brezi 20.04.2008
Freunde! Liebe Freunde!

Meiner Meinung nach wird da schon wieder einmal an einem Dualismus gezimmert, der für unser Zusammenleben, -wirken, -arbeiten hier so notwendig ist wie ein Wimmerl am Arsch. Ich hätte gemeint, jeder merkt hier von allein, dass ostarrichi unter anderem von der faszinierenden Spannung zwischen intellektuellem Schreib- und Argumentationsstil einerseits und jener Sichtweise besteht, die landläufig mit dem Unwort 'volksnah' umschrieben wird. Unwort deswegen, denn wenn wir dem Volk angeblich nur nah sind, wer kreuzteufel ist denn dann das Volk?

Da es von allen BeitragslieferantInnen hier eh zwar unterschwellig, aber dennoch deutlich zu vernehmen ist, mein Vorschlag: ziehen wir doch bitte keine sinnlose Grenze zwischen hoher und geringerer schulischer Ausbildung. Unterscheiden wir lieber zwischen Persönlichkeitsattributen wie einfach und primitiv, gebildet und überkandidelt usw.

Im übrigen tendiere ich persönlich stark zu einer deutlichen Trennung der Begriffe Bildung und Belesenheit. Beides ist meiner Ansicht nach relativ unabhängig voneinander und unterscheidet sich (ich schrieb's hier sicher schon einmal) etwa in gleicher Weise, wie sich Weisheit von Intelligenz unterscheidet. Belesen sein heißt, viel Wissen angehäuft zu haben. Gebildet sein bedeutet den gewandten, sensiblen, umsichtigen und stilvollen Umgang mit Wissen, mit Argumenten, mit dem Diskussionspartner, ... hobts mi? I denk, scho.

Im übrigen halte ich es für einen fatalen Fehler, wenn wir (in unserer und auch in manchen anderen Kulturen leider häufig) von Gegensatzpaaren annehmen, dass es jeweils nur die beiden Extreme gibt und (noch fataler) dass einer der beiden Gegensätze gut und der andere schlecht ist. Wenn wir das endlich erkennen würden, wäre unser Leben bedeutend einfacher und nicht nur manche Koalitionskrise wäre aus der Welt bzw. erst gar nicht entstanden, aber wir haben da leider nichts dazugelernt und streiten unverdrossen weiter, mit viel Intelligenz und wenig Weisheit,

meint euer

Brezi

Schon wieder zu lang!

Brezi 22.04.2008
So, jetzt steht der Beitrag dort, wo er stehen sollte. Ich meine, allein die Tatsache, dass ich nicht einmal mehr etwas richtig platzieren kann, spricht eine deutliche Sprache und unterstreicht meine Inselreife.

Nachstehend der Text, den ich vorher an falscher Stelle stehen hatte:

Lange haben meine guten Vorsätze nicht gehalten und ich habe meinen letzten Beitrag schon wieder viel zu lang und unlesbar werden lassen. Jetzt habe ich ihn von allem Unnötigen befreit (hoffentlch von allem) und hoffe, das Ergebnis ist weniger langatmig und langweilig.

Ich schreibe diese Mitteilung deswegen als extrigen Beitrag, damit alle, die mein Opus schon gestern lasen, informiert sind: jetzt könnts es noch einmal lesen und schlafts vielleicht nimmer dabei ein.

Kommentar in eigener Sache: aber wenigstens merk' ich jetzt schon früher, wenn ich zu viel geschwafelt habe.

Um Absolution bittet

Brezi





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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.