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boanigln

von Triftgig 15.01.2016
Nachdem ich im Ennstal aufgewachsen bin und im Winter dementsprechend oft im Freien war, kenne ich den stechenden, unglaublich bösen Schmerz, der eintritt, wenn die Füße oder Hände lange Zeit kalt waren, und man in einen warmen Raum kommt.
Der gebräuchliche Ausdruck für diesen Schmerz war/ist: Boanigln

Kennt dieses Wort sonst jemand? Gibt es noch andere Ausdrücke dafür? Mir scheint, viele junge Leute kennen weder das Gefühl noch den Ausdruck.

ja, ich kenne beides, mein Alter scheint fortgeschritten zu sein.

Zaglbauer 18.01.2016
Ich stamme aus dem Pinzgau, die Winter waren z.T. rauh. Dort litt man am "Onaggln", wenn man von der Kälte in die warme Stube kam. Ich deute es als "abnagen"; vlt. als Assoziation zum Schmerz.

@ boanigln

Zaglbauer 19.01.2016
Hier gibts eine weitere Quelle für den entsprechenden Pinzgauer Begriff o(n)naglnhttp://www.pinzgauer-mundart.at/lexikon/wort/o-n-nagln/o%28n%29nagln inkl. Aussprache.

Noch nicht verstaubt

Longa 09.02.2016
bei uns im Lungau (Bezirk Tamsweg) wird es Groanagln gesprochen, von Ort zu Ort ein wenig anders. und ich kenne das Gefühl nur zu gut.

boaniegl-boanegl

pepe 23.02.2016
Beises gibts auch im Murtal , denke es kommt von Boa-Gebein?. Der "Knochen" ist sicher gemeint und "Nägel", kann ich mir denken.
Weil wenns draußen so kalt ist und du kommst ins warme, stechen die Finger(Knochen) wie wenn man Nägel drin hat.

ich kenns

bernhard 01.03.2016
Ich komme aus dem oberen Lavanttal in Kärnten und mir ist dieses Wort - als auch das damit verbundene Gefühl - bekannt: BOANIGLN bzw. BOANIAGLN ;)

Am schlimmsten ists wenn man die kalten Füße am heißen Heizkörper aufwärmt! ooohh da kommen Kindheitserinnerungen wieder :)

boanigln

A-1989+D 23.03.2016
nachdem ich in Oberösterreich im Raum Steyr aufgewachsen bin, kenne auch ich das Wort. Meine Oma und meine Mutter haben es verwendet.

boanigln

Standard 02.05.2016
Meine Erklärung: Das taub gewordene ("eingeschlafene") Bein wird nach der Entlastung des Nervs wieder spürbar; dieser Vorgang ist meist mit einem mehr oder weniger unangenehmen Kribbeln verbunden.

Gemäss Duden ist das Verb "kribbeln" gemeindeutsch (Standard in at, ch und de).
Gibt es zum Mundartbegriff "boanigln" noch eine eigene Version im österreichischen Standarddeutsch?




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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.