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Kurze Gedichte: best of

bessawissa 13.05.2007
Die großen klassischen Werke kennt man im allgemeinen, aber es gibt auch kleine, nicht so bekannte Schätze, manchmal auch von nicht so bekannten Dichtern.

Hier ein Gedicht, das mir ganz zufällig zuflog, weil es eine Mitspielerin eines Online-Games in ihrem Profil stehen hatte. Und danach war meine Welt unwiderruflich ein ganz klein wenig anders als vorher. Man hat auch, so man Kinder hat, wenig Chancen, die paar Zeilen zu Ende zu lesen, ohne melancholisch zu werden. Weiche Herzen werden vom Unglück stärker getroffen, aber auch vom Glück reicher belohnt.




[u:2z3s1fro]Kleine Hand in meiner Hand[/u:2z3s1fro]


Kleine Hand in meiner Hand,
du und ich im jungen Grase,
du und ich im Kinderland
gehen wir auf der langen Straße.
Deine Hand in meiner Hand.

Kleine Hand in meiner Hand,
die einander zärtlich fassen.
Du und ich, nichts hat Bestand,
einmal so, muß ich dich lassen,
kleine Hand, aus meiner Hand –

Kleine Hand in meiner Hand,
kleiner Schritt bei meinem Schritt;
kleiner Fuß im weitem Land -
Einmal gehst du ohne mich,
wie ein Traum mein Bild verblich.


Heinz Vonhoff

Schönes Gedicht!

Brezi 08.06.2007
Ich habe das Gedicht gleich nachdem du es hier platziert hast gelesen, aber erst jetzt antworte ich. Es ist ein schönes Gedicht. Ich weiß nicht, wie es manche schaffen, etwas so Einfaches so poetisch klingen zu lassen. Das wollte ich dir sagen, weil es viele gelesen haben, aber keiner geantwortet.

Liebe Grüße und viel Zuversicht!

Brezi

bessawissa 08.06.2007
Du bist ein ganz ein lieber. Und triffst den Punkt wieder einmal ganz genau. Von wieviel und welcher Inspiration muß der Dichter durchdrungen sein, daß er mit so wenigen, einfachen Worten so etwas Einfach-Schönes hinstellt?

Goethe hat es im Vorspiel zu "Faust I" den Dichter bekanntlich so beschreiben lassen:

Ach! was in tiefer Brust uns da entsprungen,
Was sich die Lippe schüchtern vorgelallt,
Mißraten jetzt und jetzt vielleicht gelungen,
Verschlingt des wilden Augenblicks Gewalt.
Oft, wenn es erst durch Jahre durchgedrungen,
Erscheint es in vollendeter Gestalt.
Was glänzt, ist für den Augenblick geboren,
Das Echte bleibt der Nachwelt unverloren.

Und etwas weiter unten dann noch:

Wenn aller Wesen unharmon'sche Menge
Verdrießlich durcheinander klingt-
Wer teilt die fließend immer gleiche Reihe
Belebend ab, daß sie sich rhythmisch regt?
Wer ruft das Einzelne zur allgemeinen Weihe,
Wo es in herrlichen Akkorden schlägt?
Wer läßt den Sturm zu Leidenschaften wüten?
Das Abendrot im ernsten Sinne glühn?
Wer schüttet alle schönen Frühlingsblüten
Auf der Geliebten Pfade hin?
Wer flicht die unbedeutend grünen Blätter
Zum Ehrenkranz Verdiensten jeder Art?
Wer sichert den Olymp? vereinet Götter?
Des Menschen Kraft, im Dichter offenbart.

Da kann man nur mehr mit Wittgenstein darüber schweigen, worüber man nicht reden kann.

Brezi 09.06.2007
Zu lieben Menschen bin ich halt auch lieb, versuchs wenigstens.

>Mit Wittgenstein darüber schweigen< da ist auch ein ziemliches Geist-Konzentrat drinnen.

Wenn du wissen willst, wie ich bin, wenn Leute nicht zu mir lieb sind, (gehässig nämlich) dann kannst du dir meine letzte Antwort zu melis Forumsbeitrag in "Was noch zu sagen wäre" (über die NC-Flüchtlinge und ihr Sprichwort) durchlesen. Dieses Sprichwort kommt leider nur in Latein rüber, daher ist es nur für einen Teil von uns lustig. Aber mei, was muss ich oft alles über Sport und Autos lesen und hab nicht einmal einen Schimmer, was die meinen. Und Börsianerjargon gilt im Fernsehen auch schon als Allgemeinbildung, seit man uns weismachen will, jeder braucht nur noch sein Geld anzulegen und schon geht es allen gut, ohne dass noch wer einen Finger rühren muss.

Hab ein schönes und möglichst unbeschwertes Wochenende. Ich muss mich heute mehr entspannen als vorgehabt, weil ich mich gestern in Arbeit und Freizeit wieder übernommen habe.

Späte Antwort

JoDo 09.06.2007
Eigentlich wollte ich gleich auf das erste Gedicht von "bessawissa" antworten, aber mir blieb schlicht die Sprache weg. Ein bißchen traurig hat es mich gemacht, die "kleine Hand in meiner Hand", aber so ist es doch, da kann man nichts beschönigen oder es verdrängen.
Angefangen hat es ja damit, dass ich ein ziemlich banales Muttertagsgedicht - Marke: eh ganz lieb - hereingestellt hatte, weil der Zufall es wollte, dass sowohl das Schulkind, als auch das Kindergartenkind mit demselben "banalen" Werk aufmarschiert sind. Und Muttertag war obendrein, also, dachte ich mir, das wäre doch eine Wortspende für´s Forum. Und dann die Antwort von Heinz Vonhoff. Das trifft. Aber so ist es halt im Leben.
Was ich damit sagen will:
Nicht jedes Schweigen bedeutet gleich Desinteresse.

P:S. 1: "Was glänzt, ist für den Augenblick geboren,
Das Echte bleibt der Nachwelt unverloren."
Das ist eine große Hoffnung, deren Erfüllung halt erst später sichtbar wird (fast ein Auferstehungsgedanke).

P.S. 2: "Wer sichert den Olymp? vereinet Götter?
Des Menschen Kraft, im Dichter offenbart."
Dazu hamma´s gebracht heutzutage. Weit und breit keine Dichter zu sehen, und wenn, dann fristen sie in tristen Winkerln unserer Gesellschaft ihr Leben.

Re: Späte Antwort

bessawissa 09.06.2007

Was ich damit sagen will:
Nicht jedes Schweigen bedeutet gleich Desinteresse.


Nicht eine Sekunde habe ich das so aufgefaßt, überhaupt noch nie so ein Gefühl hier gehabt. Nota bene Schweigen eigentlich meistens als Zustimmung aufzufassen ist, auch wenn es sich hier um eine schweigende Minderheit handelt.

Hier noch ein wehmütiges Gedicht, diesmal vom genialen, im Krieg gefallenen Hermann Löns:


Rose im Schnee

Rose weiß, Rose rot,
Wie süß ist doch dein Mund,
Rose rot, Rose weiß,
Dein denk ich alle Stund,
Alle Stund bei Tag und Nacht,
Daß dein Mund mir zugelacht,
Dein roter Mund.

Ein Vogel sang im Lindenbaum,
Ein süßes Lied er sang,
Rose weiß, Rose rot,
Das Herz im Leib mir sprang,
Sprang vor Freude hin und her,
Als ob dein Lachen bei ihm wär,
So süß es klang.

Rose weiß, Rose rot,
Was wird aus mir und dir?
Ich glaube gar, es fiel ein Schnee,
Dein Herz ist nicht bei mir,
Nicht bei mir, geht andern Gang,
Falsches Lied der Vogel sang
Von mir und dir.




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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

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Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.