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Hochdeutsch - Sprache oder Konvention?

takacsbecs 18.01.2010
Ich bin zwar kein Sprachwissenschaftler, habe jedoch in den letzten 40 Jahren einiges an Reisetätigkeit in deutsch- und anderssprachigen Ländern verübt.

Meiner bescheidenen Meinung nach ist das sogenannte Hochdeutsch keine Sprache sondern eine Konvention, mit deren Hilfe die verschiedenen "Deutschen" Sprachen eine gemeinsame Schrift- und Verkehrssprache gefunden haben.

Die Sprachen Alemannisch, Bajuwarisch, Sächsisch, Hoch- und Niederdeutsch, Plattdeutsch und was sich sonst noch unter Deutscher Sprache versteht (denkt mal an die Sprachen der Auslandsdeutschen, der Sachsen und Schwaben in Rumänien, der Schwaben im Banat usw.) sind Sprachen im Sinne von "Sprechen". Hochdeutsch hingegen wird eigentlich nur in einem begrenzten Gebiet der Bundesrepublik gesprochen, und auch dort ist dann häufig einige Kilometer außerhalb der Stadt Platt die Umgangssprache. Der überwiegende Teil der Deutschsprachigen spricht nicht Hochdeutsch. Demnach müßte Hochdeutsch im Sinne aller Deutsch sprechenden eigentlich nicht als Sprache sondern als "Schreibe" bezeichnet weden.

Wir sollten uns vergegenwärtigen, daß die Unterschiede in der Grammatik der o.a. "Sprechsprachen" größer sind als die Unterschiede zwischen einigen slawischen Sprachen.

Wenn ich im ORF & TV oft höre, welch gezwungenes Hochdeutsch man dort spechen läßt, frage ich mich ernsthaft warum man sie nicht sprechen läßt, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist...

Freue mich auf Eure Kommentare!

Du meinst offenbar die 3 'Standarddeutsch' (at, ch, de).

System 17.04.2010
Ich bin zwar kein Sprachwissenschaftler, habe jedoch in den letzten 40 Jahren einiges an Reisetätigkeit in deutsch- und anderssprachigen Ländern verübt.

Meiner bescheidenen Meinung nach ist das sogenannte Hochdeutsch keine Sprache sondern eine Konvention, mit deren Hilfe die verschiedenen "Deutschen" Sprachen eine gemeinsame Schrift- und Verkehrssprache gefunden haben.

Die Sprachen Alemannisch, Bajuwarisch, Sächsisch, Hoch- und Niederdeutsch, Plattdeutsch und was sich sonst noch unter Deutscher Sprache versteht (denkt mal an die Sprachen der Auslandsdeutschen, der Sachsen und Schwaben in Rumänien, der Schwaben im Banat usw.) sind Sprachen im Sinne von "Sprechen". Hochdeutsch hingegen wird eigentlich nur in einem begrenzten Gebiet der Bundesrepublik gesprochen, und auch dort ist dann häufig einige Kilometer außerhalb der Stadt Platt die Umgangssprache. Der überwiegende Teil der Deutschsprachigen spricht nicht Hochdeutsch. Demnach müßte Hochdeutsch im Sinne aller Deutsch sprechenden eigentlich nicht als Sprache sondern als "Schreibe" bezeichnet weden.

Wir sollten uns vergegenwärtigen, daß die Unterschiede in der Grammatik der o.a. "Sprechsprachen" größer sind als die Unterschiede zwischen einigen slawischen Sprachen.

Wenn ich im ORF & TV oft höre, welch gezwungenes Hochdeutsch man dort spechen läßt, frage ich mich ernsthaft warum man sie nicht sprechen läßt, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist...

Freue mich auf Eure Kommentare!


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Mit 'Hochdeutsch' werden alle deutschen Sprachvarietäten (auch dialektale) bezeichnet, welche den Lautwandel durchgemacht haben; der Begriff dient der Unterscheidung vom 'Niederdeutsch'.

Du meinst offenbar die 3 'Standarddeutsch' (at, ch, de).

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Re: Du meinst offenbar die 3 'Standarddeutsch' (at, ch, de).

Koschutnig 21.04.2010
auch

Mit 'Hochdeutsch' werden alle deutschen Sprachvarietäten (auch dialektale) bezeichnet, welche den Lautwandel durchgemacht haben; der Begriff dient der Unterscheidung vom 'Niederdeutsch'.



Mit "Lautwandel" meint oberhaenslir
1) die 2. ("Hochdeutsche") Lautverschiebung , vereinfacht:
p>pf, f : Appel>A pf el, Schipp>Schi ff
t>ts, s: tid > Z eit; dat>da s ,

als Schweizer allerdings wohl nicht auch die

2) "Neuhochdeutsche Diphthongierung" : min h u s is d iu tsch> m ei n H au s ist d eu tsch
So lautete lange das Merkbeispiel, jetzt ist's (politisch korrekter?): "min niuwes hus > mein neues Haus"
(mhd "iu" wurde als langes ü [y:] gesprochen).
Anm.: Schw y zerd ü tsch ist anders.


3) Nicht mitgemacht hat das "Hochdeutsche" hingegen den Lautwandel der
"Mitteldeutschen Monophthongierung", der jedoch in die deutsche Hochsprache (Standardschreibung und Aussprache/"Hochlautung") aufgenommen worden ist:
ie > lang , uo> lang [u:], üe>langes ü [y:] :liebe guote brüeder zu liebe gute Brüder
Wenn wir heute "lieb" schreiben, ist die Schreibung "hochdeutsch", die Standardaussprache aber "mitteldeutsch";
"u, ü" ist hingegen Standardschreibung geworden: "guot, bruoder, brüeder" > "gut, Bruder, Brüder".
Unsere bair.-österr. Aussprache ist also in diesem Sinn "hochdeutsch"

Genaueres findet sich in der Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Zweite_Lautverschiebung
http://de.wikipedia.org/wiki/Diphthongierung
und bei
http://74.125.77.132/search?q=cache:KoqAFIFbS_UJ:www.uni-bielefeld.de/lili/personen/useelbach/STUD/vokalaenderungen.ppt+niederdeutsche+Monophthongierung&cd=3&hl=de&ct=clnk&gl=at

K.




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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.