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Hatzl (ein nach null Rateversuchen nunmehr gelöstes Rätsel)

Brezi 28.05.2007
Wem fad ist, der kann herauszufinden suchen, wozu Studierende der Chemie (vermutlich auch HTLler) "Hatzl" sagen oder sagten. ("Gib a Hatzl dazua!"). Gleichzeitig würde ich mich unter den Chemikern gerne umhören, wo dieser Ausdruck außerhalb Wiens auch noch verwendet wird.
Ich bin seeehr neugierig auf Wort-Anten.

LG -bs-

bessawissa 28.05.2007
Bist Du sicher, daß da kein Hörfehler vorliegt, und es vielleicht "Alzerl" oder "Äuzerl" heißen könnte?

Ganz sicher!

Brezi 28.05.2007
Nein, da lag kein Hörfehler vor und ich weiß natürlich auch, was es heißt. Ist eine Scherzbildung, aber auch für dich als Nichtchemiker sicher zu knacken bei deiner Fantasie und dem Sprachtalent. Um dich rechtzeitig vom falschen Dampfer zu holen: in meinem Mustersatz wird das Wort "Hatzl" betont, nicht das Wort "dazua".

Good luck!

Werner

HC

bessawissa 28.05.2007
Da es hier nicht um Innenpolitik geht, kann nur Kohlenwasserstoff damit gemeint sein, aber ohne den Hinweis....also ich glaub nicht, daß ich das geknackt hätte. Habe es allerdings auch nicht als Rätsel verstanden, dummerweise. Dazu ist bei mir der Begriff "Chemie" prohibitiv negativ besetzt.

Noch nicht ganz

Brezi 28.05.2007
HC gibts nicht. Es ist also nicht Kohlenstoff, sondern ein anderes Element, das da am Wasserstoff hängt, und dann passt Hatzl auch besser. Mit Politik hat es tatsächlich nichts zu tun. Allerdings gab es einmal eine attraktive Assistentin mit diesem Namen an der TU, die aber jetzt anders heißt. Ob die welche von uns beeinflusst hat, die gesuchte Substanz so zu nennen, weiß ich nicht. Darum frage ich ja, ob "Hatzl" auch heute noch und anderswo im Gebrauch ist.

Aber immerhin, die wichtigste Hürde des Rätsels wurde von einem, der Chemie nicht mag, bravourös genommen.

bessawissa 28.05.2007
Leider läuft dieses herrliche Forum unter dem Ausschluß der Öffentlichkeit ab, sodaß Hilfe nicht in Sicht ist. Also ich muß passen, obwohl ich das nicht gerne tue und noch weniger gerne zugebe......
Trotzdem plädiere ich dafür, die Lösung nicht zu verraten. Was mir leichtfällt, da sich meine Neugierde zu chemischen Aspekten in sehr, sehr engen Grenzen hält.

Brezi 28.05.2007
Wir, ich und du, sind es ja gewohnt, dass sich die Ostarrichianer bem Beantworten von Fragen, ob Rätsel oder echte Anfrage, zurückhalten, bzw nur dann bei Rätseln mitraten, wenn sie die Antwort zu hundert Prozent wissen. Ich bin sicher, JoDo rätselt schon seit 2 Stunden, aber ehe er nicht einen zweispaltigen Artikel über das Element und über die gesuchte binäre Verbindung aufgetrieben hat, rührt er sich hier nicht (ist nicht böse gemeint).

Nein, ich verrate nichts.

Was heißt übrigens prohibitiv negativ besetzt? Belegst du dich infolge Abneigung selbst mit einem Chemie-Beschäftigungsverbot?

Üüübrigens: jetzt sind wir mit "glauben, es war gar kein Rätsel" quitt. Ich habe ja bei dem Tierkreiswahnsinn auch nur mitgemacht, weil ich glaubte, du suchtest Hilfe (kannte dich damals ja noch nicht).

Ende der Feier

Brezi 29.05.2007
31 Mal wurde hier hereingenasert, davon wahrscheinlich 30 Mal von denselben drei. Also lösen wir auf (im wahrsten Sinne des Wortes).

HCl (Ha-Ceh-Ell), Chlorwasserstoff, ein farbloses Gas, das in Wasser gelöst allen als Salzsäure bekannt ist. Einen Schluck Hatzl zu einem Reaktionsgebräu geben ist eine so alltägliche Handlung in Labors, dass dies bei Robert Lembke problemlos als typische Handbewegung durchgegangen wäre.

Anscheinend kennt aber außer mir kein Ostarrichianer das Wort. Da ich seit nunmehr 25 Jahren keine akademische Bildungsstätte mehr von innen gesehen habe (und es auch davor ein kontraproduktives Unterfangen war), werde ich wohl nie mehr erfahren, wie man heute in Studentenkreisen zu Salzsäure sagt. Wahrscheinlich "wässrige Chlorwasserstoffsäure", denn aus Deutschland kommt ein unaufhaltsamer Trend, auch Chemikalien "korrekt und normgerecht" zu benamsen. Das Wortungeheuer "Kohlenstoffdioxid" ist ja schon gang und gäbe. Und im Chemieunterricht bei unseren Nachbarn ist nur mehr von "Ethansäure" die Rede und dann weiß in der Klasse wohl nur der Lehrer, dass gewöhnliche Essigsäure gemeint ist. Und in Drogerien wird man bald auch nur mehr Propantriol und Propanon statt Glycerin und Aceton bekommen. Die Nomenklaturregeln der IUPAC sind wichtig, um komplizierten Verbindungen eindeutige, reproduzierbare Namen geben zu können. Andernfalls würde man sie in der Literatur nie auffinden. Aber zu Wasser sage ich halt immer noch Wasser und nicht Diwasserstoffmonoxid. Prost!

Übrigens haben die IUPAC-Regeln nicht im Geringsten zur Entbabylonisierung in der Chemie beigetragen. Noch immer werden Cholesterin, Toluol, Titan, Natrium und sogar Brom aus dem Englischen falsch als "Cholesterol, Toluen, Titanium, Sodium und Bromin(!)" übersetzt (und keinen Lektor schert es). Und wenn ein Nichttscheche aus dem Stand weiß, was 'draslík' oder 'chloristan' bedeutet, ist er wirklich sehr, sehr gut. (Ich verrate es nicht, lediglich so viel, dass Chloristan keine Figur aus 'Fidelio' ist). Ebenso werden wenige wissen, was sich hinter dem simplen französischen Wort 'azote' verbirgt. Russen und Türken wissen es, denn die haben es als Lehnwort von den Galliern übernommen. Aber sonst? Dabei gibt es auch im Deutschen viele Bezeichnungen, wo 'azote' versteckt ist, etwa in 'Azofarbstoffe' oder 'Azepin'.

Um die Kurve zum Österreichisch noch zu kriegen, verabschiede ich mich aus diesem Forumsbeitrag mit den resignierenden Worten "drauf ghuast". Es wird nie wieder ein chemiebezogenes Rätsel von Breznsoiza geben, was angesichts der wenigen austro-typischen Fachausdrücke in dieser Disziplin auch vielleicht keine schlechte Idee ist.

stanton 29.05.2007
@breznsoiza: hättest du ein wenig mehr Geduld gehabt, dann hätte ich jetzt die Lösung liefern können. Ungefähr auf der Hälfte war mir klar, wo der Hase läuft - aber einen Bildschirm drunter stand dann auch schon die Auflösung. Wer nicht warten kann

Tut mir leid

Brezi 30.05.2007
@stanton. Es war weniger Ungeduld als vielmehr Selbstzweifel, ob so etwas überhaupt Interesse findet, zumal ja auch bessawissas Tierkreisrätsel auf niederschmetternd wenig Anklang stieß. Es tut mir aufrichtig leid, dir den Rätselspaß hiermit verdorben zu haben. Ganz ehrlich. Chemische Rätsel wird es aus den oben genannten Gründen gleichwohl von mir nicht mehr geben.

Danke fürs Mitmachen und liebe Grüße, breznsoiza.

bessawissa 30.05.2007
Nein, ich verrate nichts.


Du und Deine Konsequenz. Genau 22 Stunden lang hat die Versicherung gehalten, dann hast es ausgeplaudert und Stanton seinen Auftritt vermasselt. So werden wir niemanden ins Forum locken können.

bessawissa 30.05.2007
Von wegen Normierung. Da machen sich alle EU-phoriker patzig in diesen Dingen und dann gibt es ganz offiziell bei sehr geläufigen Bezeichnungen unglaublichen Dissonanzen. Die Franzosen und Rumänen (und wer weiß noch aller) sagen zu AIDS (und das ist ja wirklich kein besonders exotischer Begriff) einfach SIDA. Nun, das heißt sicher dasselbe, besteht zufällig auch aus denselben Buchstaben, aber gerade weil letzteres ohnehin schon gegeben ist, warum in drei Teufels Namen (hm, muß gleich nachsehen, ob es das schon bei uns gibt) können die nicht mit einer angepaßten Schreibweise leben?

Zu Deinem Kleingedruckten: der gängigste "chemische" Übersetzungsfehler ist wohl DNA statt DNS (-acid statt -säure), aber es soll angeblich Lektoren geben, die das bemerken

@bessawissa

Brezi 30.05.2007
Ja, lieber Bessawissa, ich nehme mir zumindest vor, künftig Zurückhaltung gegenüber meinen Beiträgen nicht sofort als deren Ablehnung zu verstehen. Versprechen tu ich es freilich nicht. Danke für die Zeitnehmung übrigens.

DNA nehme ich schon so zur Kenntnis wie USA statt VSA. Das Blöde bei den Chemiebegriffen ist, dass sie halt auch in vielen politischen und kriminalistischen Werken vorkommen und die Lektoren, die das bearbeiten (so wie die Meisten) keine Ahnung von Chemie haben. Ein Freund von mir hat mir erzählt, als die erste Mondprobe analysiert und das Untersuchungsergebnis international präsentiert wurde, soll eine österreichische Zeitung gejubelt haben: 2 neue Elemente auf dem Mond entdeckt: Sodium und Potassium. Warum schaut man da nicht im Wörterbuch nach, bei sulphur und oxygen hingegen schon?

Für die sehr nützlichen Normen der IUPAC ist die EU einmal nicht verantwortlich. Die Regeln sind wie gesagt sehr nützlich, aber unsere gründlichen und konsequenten Nachbarn wenden sie halt auch dort an, wo sie mehr verwirren als helfen.

Über die von dir angesprochenen Normierungen will ich nicht einmal diskutieren, weil mir schon schlecht wird, wenn ich an die per Dekret zu kleinen Bananen aus Spanien denke und daran, wer (außerhalb Europas!) davon profitierte. So etwas beeinflusst aber meine Europahaltung etwa in dem Ausmaß, wie Hausstaubmilben in manchen Kopfpolstern meine generelle Einstellung zu Kopfpolstern beeinflussen. Mein Motto dazu (und das ist in diesem Forum meine letzte Meldung zu dem Thema): bekämpft die Rebläuse und nicht den Weinstock.

Damit hat es sich breznsoizaseits ein- für allemal hier ausgehatzlt, denn besagte Säure (die den Hauptbestandteil der Magensäure bildet!) macht sich (ohne Schmäh) seit gestern als lästiges Sodbrennen in meinem Körperinnern bemerkbar.

Nehmt es mir nicht krumm, dass ich so früh das Handtuch geworfen habe. Aber wer weiß schon, wie viele sich jetzt nicht auch freuen, dass dieser an sich sehr themenferne Spuk ein Ende hat!

Eicha ... ehschowissn.




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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

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Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.