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Getrennte Einträge für gleiche Worte?

JoDo 15.09.2007
Das Problem ist einfach erklärt:

Meint Ihr, man soll Worte, die dem Wortlaut und der Grundbedeutung nach gleich sind

• in einem Eintrag vereinen oder
• für jede differierende Nebenbedeutung einen neuen Eintrag machen?

Ich bin da, was das anlangt, ein bissl im Wiglwogl.
Einerseits ist ein einheitlicher, zusammenfassender Eintrag für alle auch leicht abweichende Nebenbedeutungen übersichtlicher,
andererseits mag es da schon lexikalische Gründe geben, die das nebeneinander führen (fast) gleicher Worte rechtfertigt.

Aktuelles Beispiel:

Amalia trägt "blodern" ein und meint damit das Flattern einer zu weit geschnittenen Bekleidung.

Ich bemerke einen Schreibfehler (Verb mit Adjektiv übersetzt) und erwähne weitere Bedeutungen von blodern.

• Amalia nimmt die Erweiterungen auf
• Brezi interveniert

Was tun?
Bitte Euch um Eure werte Meinung
JoDo

Also:

Brezi 15.09.2007
Na meine Meinung brauchst du ja nicht noch einmal. Ich gebe sie nur aus statistischen Gründen hinzu.

Aber um sie zu differenzieren: machen wir's wie Langenscheidt. Ist die Bedeutung sehr ähnlich, dann ein Wort. Ist sie sehr unterschiedlich, dann zwei oder mehr Einträge,

wobei

es zwischen Langenscheidt und uns einen gravierenden Unterschied gibt: wir haben für die Übersetzung nicht so viel Platz wie die professionellen, papierenen Wörterbücher. Daher mehr Tendenz zu getrennten Einträgen.

Hingegen bin ich bei Nebenbedeutungen (etwa: a) Topfennockerln b) eam hängan die Aung wia Dopfmnockaln aussa [Ambros: Tagwache!!!]) dafür, diese nur in einem Kommentar anzumerken. Aber Zwetschken / die sieben Zwetschken (steht das schon drinnen?) gehört m. M. n. getrennt.

Schönen Nachmittag! Ich bin jetzt seit 6 Uhr drinnen und das war 5 Stunden zu lange!

LG Brezi

Brezi schreibt:

JoDo 15.09.2007
Na meine Meinung brauchst du ja nicht noch einmal.
Da irrst Du gewaltig! Deine Meinung brauche ich immer und immer wieder, da kriege ich gar nicht genug davon.
Da Du aber heute schon so viel getan hast, sollst Dich einmal zurücklehnen und anderen die Gelegenheit geben auch was zu dem Thema beizusteuern.

Naa! Wie im Wortkommentar zu "blodern" erwähnt, gibt es Situationen, wo ich selber nicht ganz sicher bin, ob etwas EINDEUTIG zusammengehört oder auseinander.

Ich hoffe, wir sind uns soweit einig, dass wir prinzipiell im Allgemeinen und Überhauptigen SCHON wissen, wie´s ghöat oder ghöan solltat.

Aber einerseits haben wir uns da gegen die "Schweigende Mehrheit" der ostarrichi posterer noch nicht eindeutig durchgesetzt oder verständlich gemacht, andererseits gibt´s Fälle, die erst nach einem ordentlichen Gärprozeß klar werden.

Und dann gibt´s diese KOMPOSITA, die man ganz einfach in ihre Bestandteile zerlegen kann.
Wenn man zum Beispiel weiss, dass Speicher bei uns Dachboden heißt und Luke auch Türl, wird man sicher Dachbodentürl nicht extra hineinnehmen wollen, der Brezi hat das schon hundertmal so oder ähnlich erläutert.
Manchmal kommt mir aber ein Kompositum schon IRGENDWIE eigenständig vor. Meistens habe ich da aber keinen absoluten Massstab dafür, der es mir ermöglichen würde die Spreu vom Weizen zu trennen, also kommt es immer wieder vor, dass ich INKONSEQUENT urteile, einmal eine Zusammensetzung kritisiere, ein andermal durchgehen lasse, ja sogar, dass ich zwei miteinander konkurrierende Einträge beide gut beurteile!
Da hoffe ich halt immer auf die demokratischen Werte: Wenn sich eine (fundierte!) Mehrheit auf eine Seite schlägt und die andere verwirft, solls recht sein.
Und Punkt!

Ha!

JoDo 15.09.2007
Jetzt habe ich was gefunden!
Das Wort "schiach" ist in reiner Form viermal mit unterschiedlichen Bedeutungen eingetragen.
Und was is: Reihenweise FALSCHE Beurteilungen der eher seltenen Bedeutung

Bitte schön:

at" target=_blank>http://at
schiach - verzagt, Angst machen

Österreichisch :
schiach
Deutsch :
verzagt, Angst machen

Eingereicht von : Russi ( Region : Scheibbs)
Eingereicht am : 2006-02-26 13:41:06
Verwendung : ugs

Kategorien : noch keine Kategorie

Aufrufe : 1095 mal

Ähnliche Wörter:

schiach [BUCH], Schuach, schiach, schiach [BUCH]
Österreichisches Verzeichnis:

de-at : verzagt, Angst machen
at-de : schiach
http://www.oesterreichisch.net: schiach

Kommentare:

Beispiel: [ von Russi am 2006-02-26 13:42:26 ]
So weit - weit weg von mir, des tuat mir schiach - kumm her zu mir. (Liedtext Weit weit weg von Hubert von Goisern)

Mich geht der Schiach an! [ von JoDo am 2006-09-16 19:35:47 BEARBEITEN Leer Vorschlag ]
Es gruselt mich, ich fürchte mich.
Schiach hier als Substantiv.

Liedtext [ von Russi am 2006-09-16 23:06:31 ]
Wenn ich mich nicht täusche, kommt das in einem Lied von Hubert von Goisern vor.

Bist nix schiach, daß ... ? [ von jorginho am 2007-09-15 16:13:54 ]
In meiner Jugend in der Oststeiermark (Bezirk Weiz) hab ich das Wort schiach oft so gehört: "bist nix schiach, daß da wos passiert?" - also "hast du nicht Angst, daß ...?" Habe "schiach" in diesem Fall immer mit "scheu" in Verbindung gebracht - oder??

Beurteilungen:

2006-07-07 12:20:16(Steyr-Land): Qualität=-2: Bekanntheit=-20%

2006-09-15 22:37:49(Rohrbach): Qualität=0: Bekanntheit=0%

2007-04-22 07:31:31(Wien 18.,Währing): Qualität=2: Bekanntheit=100%
Da fehlt was: schiach tuan - verzagt sein, Angst machen
2006-11-11 16:36:30(Salzburg(Stadt)): Qualität=2: Bekanntheit=-100%
"schiach" steht fuer unschoen, grauslig , etc.
2007-01-09 11:48:14(Mattersburg): Qualität=2: Bekanntheit=100%

2007-02-28 17:36:54(Wien 17.,Hernals): Qualität=1: Bekanntheit=80%
bekannt in der Übersetzung als häßlich
2007-03-21 16:21:06(Wels(Stadt)): Qualität=1: Bekanntheit=100%
Angst machend eher, also "ein schiacher Füm"
2007-06-27 20:12:34(Sankt Pölten (Stadt)): Qualität=1: Bekanntheit=80%

2007-06-28 09:21:09(Steyr(Stadt)): Qualität=2: Bekanntheit=100%
schiach wird auch für \"hässlich\" verwendet
2007-07-01 13:34:29(Wien 2.,Leopoldstadt): Qualität=2: Bekanntheit=100%
auch für \"häßlich\" : Du bist aber schiach - Du bist aber häßlich
2007-08-25 10:24:45(Wien 4.,Wieden): Qualität=-2: Bekanntheit=-100%
meiner meinung total falsch, richtige deutung müßte \"hässlich\" sein
2007-08-27 14:03:25(Salzburg-Umgebung): Qualität=2: Bekanntheit=100%

Und bei
at" target=_blank>http://at
ist´s genauso

Mehrfacheinträge

Russi [Admin] 16.09.2007
Wenn ich das richtig interpretiere, ist eigentlich das wichtigste schon gesagt. Nehmen wir ein Beispiel:
Buckel, der, -n: 1) oberer Teil des Rücken 2) Brotanschnitt

Hier hat das Wort zwei Bedeutungen (also auch zwei Einträge). Natürlich wird es immer wieder zu Unklarheiten kommen aber hier tendiere ich auch für die demokratische Mehrheit.

Manche Wörter können natürlich auch wegen Mehrfachbedeutungen durchaus "zerissen" werden (schiach ist ein schönes Beispiel). In diesem Fall gibt es uns Moderatoren um hier schlichtend und eingreifen zu wirken

Gruss Russi




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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.