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Geschätzte II

Reinerle 15.10.2012
leider sah ich mich gezwungen meinen Thread bzw. dessen Inhalt zu löschen
und durch diesen zu ersetzen.

Wie Dieser und ein Anderer wurde er nur verwendet um einen Eintrag im
Daham gezielt erneut zu demontieren. Sachlich gestellte Fragen wurden
nicht beantwortet, ein humorvoller Beitrag aus dem Net eines Anderen zerlegt.
Es wird keine weitere Stellungnahme dazu geben, der Betreffende soll
weiterhin seine Freude ausleben. Freude, ständig auf allen möglichen
Ebenen immer und immer wieder auf einen Beitrag draufhauen und gar eine
ganze Stadt in D verunglimpfen. Oder auch Andere als nicht über den
Tellerrand hinaus schauen zu betiteln.
Ich gehe davon aus, dass Mitlesende in der Lage sind sich ein Bild von
ungenanntem User machen.

Es grüßt...

Reinerle

Re: Leitende Gedanken - Ostarrichi

Koschutnig 15.10.2012
Der Ausgangspunkt:
reise" target=_blank>http://reise

Nun, das Attribut „reinstes“ bei „Deutsch“ war selbstverständlich ironisch. Dies geschah infolge des Eintrages einer allgemein deutschen Wendung („den Ring anstecken“) als angeblich „österreichisch“ durch eine in Heidelberg lebende St. Pöltnerin (mit „Moderatoren“-Befugnissen noch dazu), die offenbar in ihrer neuen Heimat aufgeschnappte, dort übliche rein landschaftliche Wendungen nun als standarddeutsch annimmt, wie sie solches auch anderswo erkennen lässt (so etwa „die Brille aufziehen“, s. Eintrag: „die Brille aufsetzen“, eine ebenfalls standarddeutsche Wendung, die sie nun aber als österreichische Besonderheit auffasst).

„Rein“ und „unrein“ wie „gut“ und „schlecht“ sind allerdings tatsächlich keine Begriffe, die in der Linguistik Platz haben. Im Vergleich zum absurden Eintrag allerdings ist mein Lapsus wohl eher klein; nichtsdestoweniger entschuldige ich mich dafür, nicht den Begriff „deutsche Hochsprache“ verwendet zu haben.

„Deutsch“ ist alles Nieder- und Hochdeutsche, jeder Dialekt und jeder Jargon, jeder Dativ, der „dem Genitiv sein Tod“ ist, alles, was Lehrer ihren Schülern als falsch anstreichen - nur gibt es eben auch für die Sprache gewisse nicht-amtliche Benimmregeln gerade wie anderswo, etwa, dass Lederhose und Trachtenjanker am Opernball und Jeans mit T-Shirt oder nacktem Oberkörper bei einem Staatsbegräbnis selbst bei hohen Temperaturen nicht erwünscht sind und dass Knödel (in Anwesenheit der Köchin zumindest) nicht mit dem Messer geschnitten werden.

Dass das Deutsche keine zentral geregelte Sprache wie das Französische ist, wo 40 „Unsterbliche“ in einer Académie française normativ bestimmen, was „richtig“ ist, sondern dass unsere gemeinsame Sprache, wie Ulrich Ammon u.a. mit ihrem „Variantenwörterbuch“ bestätigt haben, auch auf der Ebene der deutschen Standardsprache durchaus „plurizentrisch“ ist, ändert nichts an der Tatsache, dass eine Vorstellung vom „guten, richtigen Deutsch“ in den Hirnen existiert.

Dass dann landschaftliche Vokabel und Formulierungen im Rang aufsteigen und geradezu hochsprachliche Akzeptanz erzielen wie beispielsweise „Sahne“ oder „an Weihnachten“ (sogar Scherzbildungen wie „nichtsdestotrotz“!) oder aber im Gegenteil zur Einstufung „landschaftlich“ hinabgedrückt werden wie etwa „Rahm“ oder „heuer“ ( das der Preuße Theodor Fontane in der „Brück’ am Tay“ noch hochsprachlich verwendet hat, s. Zeile 31, http://de.wikisource.org/wiki/Die_Br%C3%BCck%E2%80%99_am_Tay ), das ist eben eine Tatsache. Doch nochmals: Auch ein Heidelberger Deutsch ist mitnichten unrein.

Als QUELLE einer Übersetzung eines österreichischen Begriffs sollte es aber nicht herhalten, da ist jedes deutsch-deutsche oder fremdsprachig-deutsche Wörterbuch ein zuverlässigerer Auskunftgeber.
Darin würde man nämlich auch entdecken können, welche Formulierungen und Vokabel allgemein übliches Deutsch sind und überhaupt keiner Übersetzung bedürfen, da sie gar keinen Eintrag rechtfertigen. Ich nehme an, auch die Lehrer der Fachschaft Deutsch an Heidelberger Gymnasien werden mir da beipflichten.


K.




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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.