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Fetzen - Lappen

Weibi 10.01.2008
Im Wörterbuch habe ich als dt. Bezeichnung für (Putz-)fetzen "(Putz-)lappen gefunden.
Würde man in D. nicht eher "(Reinigungs-)tuch dazu sagen, jedenfalls dort, wo ich gehört habe, dass man das schönste/reinste Deutsch spricht, nämlich in der Gegend um Hannover (stimmt das?)

Was meint ihr dazu?

Weibi

Kein aktuelles Interesse mehr gegeben.

Reinerle 10.01.2008
Daher Löschung. Reiner

Re: Fetzen - Lappen

Weibi 11.01.2008
Besten Dank, Meli und Reinerle, Gruss aus Katalonien nach Heidelberg!

Das war sehr aufschlussreich, jedoch für mich nicht praktikabel. Bei euch scheint ja das Putzen/Reinigen recht kompliziert zu sein (unten/oben, hinten/vorn, links/rechts, drinnen/draussen- für alles 'n anderer Lappen/Tuch - Ächz! So viel Platz hab gar ich nicht in der Wohnung. )

Liebe Grüsse, Weibi

Reimeli hilft wieder!

Brezi 11.01.2008
Reimeli! Meine Hochachtung!!!

Ich hätte im Hoch- bzw. BRD-Deutschen den Unterschied zwischen dem Ausreib- und dem Putzfetzen nicht so fein hingekriegt. Aber dazu sind ja transnationale Liaisonen da.

Und Weibi: du bist wirklich ein feiner Mensch, weil du das falsche Wort "Katalanien" nicht ausstalliert, sondern nur in deiner Antwort richtig geschrieben hast. Ich komme aber selbst immer wieder durcheinander und weiß vor allem nicht, warum das Adjektiv 'katalanisch', das Substantiv aber 'Katalonien' heißt. Es ist aber so, da fahrt die berühmte Eisenbahn drüber, in diesem Fall die Renfe.

Habtsas alle drei noch fein am Wochenende. Ich komm diesmal nur zum lange verabsäumten Wörter-Bewerten. Wurde auch Zeit, aber bis zum Ende des Urlaubs war ich noch immer zu geschlaucht, um hier verantwortungsbewusst mitarbeiten zu können. Von Anfang November bis Ende Dezember war ich im Dauerkrankenstand. Jetzt geht es wieder und das Arbeiten in der Firma macht auch schon Spaß. Aber zugleich auch noch z. B. Forsetzungsgeschichtenfortsetzungen schreiben, das wird beim besten Willen nimmer gehen. Nun muss das einmal warten.

Eine Frage an Eva:

Hast du den Elvis Brezli unabhängig von mir erfunden oder in dem einen Beitrag von mir gelesen, der eigentlich gut versteckt ist und nicht so oft aufgerufen wird? Das würde mich interessieren, denn oft kommen mehrere Leute auf dasselbe, ohne von der "Erfindung" des anderen zu wissen. Umso mehr wunderte mich, dass der große österreichische Dichter Ernst Jandl (der mit seinem l-r-Vertauschegedicht so berühmt wurde) im Internet so selten auf "elnst jandr" umgetauft wurde. Ich würde meinen, der Name schreit danach.

Liebe Grüße noch einmal. Ich muss weiter machen. Bin erst beim Jänner und muss mich bis in den November durchkämpfen. Eins noch: ich bewundere Weibis botanische Kenntnisse wirklich von Herzen. Dass du auf dem winzigen Foto gleich ganz souverän und sicher das Lungenkraut erkannt hast! Weiß nicht, wie viele unter uns wissen, wie die Pflanze heißt. Ich kannte sie lange nur als "Hänsel und Gretel" oder auch "Madln und Buam".

Brezi

Re: Fetzen - Lappen

Weibi 11.01.2008
@alle Drei: Tja, ich weiss es bis heute auch nicht, was für eine besondere grammatikalische Bewandtnis es mit katalanisch/Katalonien hat, aber so ist es nun mal. Aber tröstet euch, viele Deutschsprachige machen diesen Fehler, wenn sie nicht mal eine Weile hier gelebt haben.

@Elvis Brezli – no, mit Elvis Brezli hast du dich mal von mir verabschiedet, ich denke dort, wo ich mich vorgestellt habe. Ich weiss nicht warum, aber Deine Beiträge regen mich immer zu irgend etwas an. So z.B. muss ich sofort dieses Wochenende nach Ernst Jandl googeln (verzeih mir, aber ich weiss nicht, was “elnst jandr” heissen könnte – ausser du nimmst Bezug auf die Chinesen(?), aber dann wäre der Name immer noch gross geschrieben!)
Weiters muss ich jetzt, als kleine Hobby-Detektivin, auch sofort nach deinem versteckten Beitrag suchen (was einige Zeit dauern könnte
Lob wem Lob gebührt, aber im Falle des Lungenkrautes kann ich es der Ehrlichkeit halber nicht annehmen. Du hast es selbst mal irgendwo gesagt, welche Pflanze das Bild darstellt.

Ja, auch ich muss heute früh hinein, muss morgen Samstag Überstunden (u.A. Buchhaltung) schieben . Auch mir hat die Rückkehr zur Arbeit nach Weihnachten nicht gut gemundet, weil Vieles liegen geblieben ist.

Schönes Wochenende ebenfalls von mir an euch alle, Eva

Re: Fetzen - Lappen

Brezi 11.01.2008
Eva, du hast geschafft, was ich nicht für möglich gehalten habe: dass ich doch noch eine Extraschicht hier einlege. Ja, das Lungenkraut habe ich einmal wo erwähnt, aber wenn du das gefunden hast, dessen Existenz ich schon vergessen habe, dann bist du mittlerweile schon zu einer exzellenten Bibliothekarin in den Everglades unserer Beitragsvielfalt gelandet. Du weißt ja: Der Weltraum - unendliche Weiten. Und wenn dir das zu eng wird, komm auf ostarrichi.

Ernst Jandl ist (1925 - 2000) war ein Dicher der Richtung "Konkrete Poesie", etwa die literarische Entsprechung der Op-Art (ganz laienhaft und grob gesagt). Viele seiner gedichte sind aber mehr als bloß Sprach- und Formexperimente. Einige gehen sogar ganz gehörig unter die Haut. Aber eines seiner berühmtesten und genialsten lautet:

lichtung

manche meinen,
lechts und rinks kann man nicht velwechsern
werch ein illtum!

daher elnst jandr und daher die kleinschreibung, die jetzt auch bei menschen, die mit literatur des 20. jahrhunderts nichts am hut haben, stark in mode kommt und im gegensatz zu damals nicht von breiten bevölkerungsschichten in grund und boden verdammt wird. die modernen medien machen es eben möglich. vor jahren galt (von mir nie verstanden) bereits ein maschingeschriebener brief als unhöflich. heute tut schon das betätigen der shift-taste offensichtlich physisch weh. du musst dir nur manche worteinträge hier anschauen: manchmal entfällt besagte tastenbetätigung ganz, dann wieder erfolgt sie eher nach dem zufallsprinzip. na jede(r) wie sie (er) glaubt. aber einheitliche, optisch nicht abstossende buchbeiträge mit halbwegs intakter orthografie wären halt schon schön. ich schrieb 'abstossende', weil die damaligen kleinschreiber auch das ß ablehnten. es war eine genau so verrückte zeit, nur habe ich sie in jungen jahren halt besser ausgehalten, grins.

Nun aber endgültig zum Kaprizpolsterschmusen angetreten. Català kann ich nicht (außer dem einen Wort), also raune ich: buenas noches.

Re: Fetzen - Lappen

1xEUROPA 15.01.2008
Also das mit dem oben / unten kann ich so nicht bestätigen.

Bei uns (rund um Hamburg) war ein Putzlappen eher der für oben. Der größere für unten heißt degegen Scheuerlappen, Feul oder Feudel.

Und Reinigungstuch hat bei uns keiner gesagt.

Grüße vom Hamburger aus Wien

Re: Danke an 1xEuropa !

1xEUROPA 15.01.2008
Wenn Du mal möchtest, könntest Du mir sagen ob in Norddeutschland Tanke, Fluppen, gesponnener Zucker und Schlepper (als Traktor) bekannt ist oder gar verwendet werden ?


Tanke = Tankstelle - ja
Fluppen = Zigaretten - ja

Wird oder wurde jedenfalls früher beides verwendet, auch wenn es bei uns nicht zur Normalsprache gehörte, sondern eher speziell bei Fluppen sowas wie ein "bewußt genutzer Slang" unter Jugendlichen war, der aus Richtung Berlin zu uns kam.

Gesponnenen Zucker kenne ich nicht, dürfte bei uns wohl Zuckerwatte heißen.

Schlepper sind in Hamburg eher a) die kleinen Schiffe, die die großen in den Hafen ziehen.
Der Begriff wird teilweise b) auch noch für die Zugmaschinen von Trailern verwendet, als Kurzform von Sattelschlepper.

Mit Traktoren hat man in Hamburg und der nahen Umgebung inzwischen wenig zu tun. Ich kann mich dunkel erinnern, dass der Begriff im Umland in meiner Jugend (so vor 40 Jahren) auch dafür noch manchmal verwendet wurde, zu einer Zeit als es noch üblich war, in den Herbstferien Kartoffeln sammeln zu gehen - für 20 Pf. pro Kiste. Die kräftigeren Trecker hatten da dann zwei Anhänger und wurden auch mal als Schlepper bezeichnet. Der übliche Ausdruck war da aber immer Trecker.




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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.