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Re: Fehlende Wörter --> fuffi

System 03.06.2007
Habe bei den fehlenden Wörten "fuffi" entdeckt.


Wahrscheinlich handelt es sich - wie du schon selbst sagst - um einen deutschen Ausdruck. Mir ist dieser Ausdruck im österreichischen Sprachgebrauch auch nicht geläufig. - In Österreich - auf jeden Fall in Wien und Umgebung - nennt sich der 50er-Geldschein zumeist "Fuffzger" oder in Wien hab ich auch ab und zu die Bezeichnung "Fünfer-Zettel" gehört. ["Fünfhundert" heissen - einer Logik entsprechend - dagegen wieder "fünf Kilo"]

Brezi 03.06.2007
Ich spiele einmal Sherlock Holmes und kombiniere (obwohl dabei meistens etwas unter Watsons Niveau herauskommt): da hat jemand das bundesdeutsche wort fuffi eingegeben, um die österreichische Entsprechung zu finden. Übrigens sagen wir in WIen aúch oft Fuchzga zum Fufzga. Ich habe noch kein Kriterium gefunden, wann man das eine sagt und wann das andere. Anscheinend sind das gleichberechtigte Synonyme, unabhängig vom Bezirk, der Bildung oder sonstwas. Ich selbst verwende auch beides.

System 03.06.2007
Ich habe noch kein Kriterium gefunden, wann man das eine sagt und wann das andere.


Fuchzga > im eher nüchternen Zustand
Fuffzga > nach mehreren 16er-Blecherln

"Blöde Fuffi"="dumme Kuh"

System 03.06.2007
Ich kenne das Wort als abfällige Bezeichnung für eine dem Sprecher unsympathische Frau.
Habs auch schnell gegoogelt und unter den Ergebnissen war die Seite http://www.rindvieh.com/schimpfwort_lexikon/frauen/fuffi .

"Blöde Fuffi"="dumme Kuh"

System 25.06.2007
Nachdem anscheinend niemand etwas an meiner Deutung auszusetzen hat, hab ich das Wort einmal eingetragen.
Falls jemandem ein gutes Synonym dafür einfällt, bitte ich um Wortmeldung.

Ohne Titel

Brezi 25.06.2007
Ich denke, das Wort einzutragen war eine gescheite Entscheidung. Das Wort gibt es zwar in Deutschland, heißt aber dort etwas anderes. Es wurde von anderen Lesern bereits gesucht und nicht gefunden (wobei sich nie mehr herausstellen wird, ob es als österreichisches Wort oder deutsche Übersetzung gesucht wurde), ergo: gut, dass es jetzt in der dir bekannten österreichischen Bedeutung drinnen ist. Somit war ich nur ein mäßiger Sherlock. Meine Beurteilung des Eintrages folgt später, da ich aus Zeitgründen kein Voll-Login mache, sondern wahrscheinlich erst Ende dieser oder Anfang nächster Woche. Und wir haben wieder ein Wort mehr, das in D etwas ganz anderes heißt als bei uns.

bessawissa 26.06.2007
Gab's das nicht bei uns mal als "Fluffi"? Lang, lang ist's her, aber da war mal was....

Hmmmmm

Brezi 26.06.2007
Fluffi ... da war wirklich was und das kenne ich sogar. Hieß dass nicht etwa so viel wie Zicke? Da steh'n wir nun, wir armen Toren, und sind so klug als wie zuvoren. Aber zumindest eins ist gewiss: der Semmering ist nicht nur eine Wetter-, sondern auch eine Wörterscheide. Selten habe ich hier so oft gehört "Geh, das is doch totaaal falsch!" wie zwischen Grazern und Wienern. Ich gebe auf (was bei mir etwa so viel bedeutet wie wenn ein Hollywoodstar zum 150. Mal seinen letzten Film dreht. Und ich kann ja als Test einmal in verschiedenen Bundesländern zu fremden Menschen "Sie Fuffi, Sie" bzw. "Sie Fluffi, Sie" sagen und die Reaktion beobachten (Frauen/Männer, Steiermark/Wien und NÖ). Warum soll das Experiment immer nur in der Naturwissenschaft und in der Psychologie eine hohen Stellenwert haben? Auf zu Ostarrichis erstem Feldversuch !!!

Re: Hmmmmm

System 26.06.2007
Und ich kann ja als Test einmal in verschiedenen Bundesländern zu fremden Menschen "Sie Fuffi, Sie" bzw. "Sie Fluffi, Sie" sagen und die Reaktion beobachten (Frauen/Männer, Steiermark/Wien und NÖ). […] Auf zu Ostarrichis erstem Feldversuch !!!

Super Idee! Und vergiss nicht, das ganze per Videokamera zu dokumentieren.

Fluffi ... da war wirklich was und das kenne ich sogar. Hieß dass nicht etwa so viel wie Zicke?

Das Wort (Fluffi, nicht Zicke) wiederum habe ich noch nicht gehört. Ich führe das auf den von Dir beschriebenen Semmering-Effekt zurück. (Andererseits: Vielleicht habe ich mich ja Zeit meines Lebens einfach immer Verhört? )
Diesbezüglich decken sich unsere Erfahrungen übrigens. Zumindest was transalpine Kommunikation zwischen Grazern (Achtung, Synektoche! - eigentlich meine ich natürlich hauptsächlich mich, schreibe es aber nicht, weils blöd klingt. ) und Wienern betrifft, kommt es überraschend oft zu Situationen profunden Unverständnisses. Über die Unterschiede zwischen der Obersteiermark und Südniederösterreich kann ich nichts sagen, wäre aber interessant zu erfahren, ob hier die geographischen Gegebenheiten den normalerweise ja fließenden Übergang zwischen zwei Sprachvariationen etwas verschärfen.

Re: Hmmmmm

bessawissa 26.06.2007
Und ich kann ja als Test einmal in verschiedenen Bundesländern zu fremden Menschen "Sie Fuffi, Sie" bzw. "Sie Fluffi, Sie" sagen und die Reaktion beobachten (Frauen/Männer, Steiermark/Wien und NÖ). Warum soll das Experiment immer nur in der Naturwissenschaft und in der Psychologie eine hohen Stellenwert haben? Auf zu Ostarrichis erstem Feldversuch !!!

Schade nur, daß ein derartiger Feldversuch sehr langwierig sein wird. Schätze mal, daß Du, abhängig von der Qualität der betreffenden Intensivstationen, auf nicht mal 10 Versuchspersonen im halben Jahr kommen wirst. Mach es lieber nicht, Du würdest uns sehr fehlen....

Vieles nicht bedacht. Typisch ich.

Brezi 26.06.2007
@bessawissa
Deine Bedenken sind berechtigt und deine Sorge, ich könnte hier fehlen, rührend. Du hast recht und es wird seinen Grund haben, dass linguistische Experimente (vor allem mit soziolinguistischer Komponente) eher obsolet sind. Ich habe zum Glück noch nicht angefangen ...

@ Suppiluliuma
Wie sich bereits einen Absatz höher abzeichnet, wird nichts mit Videokamera und vermeintlichen sowie tatsächlicnen F(l)uffis. Bessawissa hat recht. Ich würde mich so töricht wie ein Vulkanologe verhalten, der absichtlich ausprobiert, wie es so ist, wenn man in einen pyroklastischen Strom läuft. Danke für die Wortbereicherung "synekdoche". Hättest du sie gleich richtig geschrieben, hätte ich nicht so lange googeln müssen, um herauszufinden, was es ist. Ich hätte dieses Wort schon so oft gebraucht und musste manchen gescheiten Satz ungeschrieben lassen, weil es mir bisher fehlte (dabei müsste es zumindest in Navratils "Schizophrenie und Sprache" wenigstens einmal vorkommen, weil dort ein Gedicht zitiert wird, wo "Mähnen" für "Pferde" steht; in Wikipedia ist das Wort [zu meinem grenzenlosen Glück] ausgezeichnet erklärt und zu jeder Untergruppe stehen anschauliche Beispiele). Dass du nicht nur ein leibhaftiger Altgrieche bist, sondern auch noch ein Hethiter, musste ich mir auch erst zusammenwikipedieren. Aber jetzt weiß ich auch, was dein Benutzername bedeutet.

Thema Übergangszone Obersteiermark Südostniederösterreich: Hier hatten wir schon einmal etwas dazu und zwar das Wort "gfoign" für "ausreichen, genügen". Ich weiß nicht, ob der Eintrag nicht eh von dir stammt. Auf jeden Fall habe ich dort als Kommentar hinengeschrieben, dass "des gfoigt" vom Wechsel bis zur Hohen Wand die übliche Wendung ist und die Menschen dort gar nicht damit rechnen, dass ein Wiener das eventuell nicht kennt. Habe ich dir damit geholfen?

Eine einzige Kritik zu deiner mir sonst sehr gefallenden Replik: in deinem speziellen Fall hätte "pars pro toto" auch gereicht. Allerdings hätte ich dann meine lästige Bildungslücke wieder nicht geschlossen. Also doch keine Kritik.

"Profundes Unverständnis", herrlich! Wie heißt eigentlich so eine Figur? Ist das ein Oxymoron, oder liege ich da genial daneben? Wurst! Es ist eine preisverdächtige Formulierung. Wenn man es beruflich den ganzen Tag nur mit technisch-logisch orientieren Hard- und Softwaremenschen zu tun hat, ist ein abendlicher Ausflug ins Reich der Geisteswissenschaften einfach himmlisch-herrlich, wie eine Ballonfahrt über dem Paradies, der ideale Freizeitausgleich.

Ich danke euch allen beiden für die super Beantwortung meiner Ideen.

Bitte das hier vergessen!

Brezi 27.06.2007
Wieder einmal ein Posting von mir halb fertig abgeschickt und jetzt statt der falschen Version die richtige überschrieben. Nun werde ich halt den Eintrag einen Stock höher auf Vordermann bringen, soweit noch möglich. Intelligenz ist leider nicht käuflich und Dummheit unveräußerlich, wie ich an meiner eigenen Person schmerzlich feststellen muss.

System 27.06.2007
Du siehst mich schmachgebeugt, breznsoiza.
Wer im Glashaus mit Steinen wirft, sollte wenigstens wissen, wie man sie schreibt. Oder so. (<-- Manchmal muss ich mich selbst über mich wundern.)
Ich freue mich, dass es Dir trotzdem gelungen ist, den Sinn zu rekonstruieren, und meine Hochachtung vor Deinen Anstrengungen!

Zu Deinem zwar revidierten doch ebenso berechtigten zweiten Kritikpunkt muss ich jedoch anmerken, dass es sich bei jener Synekdoche meiner Ansicht nach vielmehr um ein totum pro parte handelt.

Einerlei, zur Wiedergutmachung des von mir verschuldeten Ungemachs nun die Erklärung, wie ich zu diesem in der Tat ungewöhnlichen Benutzernamen komme (wer Schuppiluliuma ist, hast Du ja schon herausgefunden):
Schuppiluliuma, von dem ich im Gespräch mit einer guten Freundin und Althistorikerin erfuhr, interessiert mich weniger aufgrund meines historischen Forscherdranges (um den es bei mir als Germanist leider nicht allzu weit her ist, sobald es nicht irgendetwas mit einer Sprache, die ich halbwegs verstehe, zu tun hat), als mir einfach sein Name gefällt. Und wohl aufgrund seiner Fröhlichkeit, naiven Leichtigkeit und der beinahe dadaistischen Ambiguität für den nicht vorbelasteten (also fast jeden) Leser war das Wort mir spontan sympathisch und fortan mein Pseudonym.

Du siehst also, so ein hehrer Intellektueller, wie ich Dir erschienen sein mag, bin ich gar nicht, und wenngleich Deine Komplimente mir ebenso schmeicheln wie sie mich verlegen machen (Deine Meinung - auch von mir - ist mir wichtig), muss ich Dich bitten, Deine Erwartungen an mich etwas herunterzuschrauben, da ich fürchte ihnen sonst nicht gerecht werden zu können. Ich glaube übrigens nicht im Geringsten, dass Du "die schmälere Bandnudel" bist, wie Du es so entzückend formuliert hast. (Dein letztes Posting spricht für sich!)
Jedenfalls freue ich mich schon auf viele weitere Diskussionen mit Dir!

Thema Übergangszone Obersteiermark Südostniederösterreich: Hier hatten wir schon einmal etwas dazu und zwar das Wort "gfoign" für "ausreichen, genügen". Ich weiß nicht, ob der Eintrag nicht eh von dir stammt. Auf jeden Fall habe ich dort als Kommentar hinengeschrieben, dass "des gfoigt" vom Wechsel bis zur Hohen Wand die übliche Wendung ist und die Menschen dort gar nicht damit rechnen, dass ein Wiener das eventuell nicht kennt. Habe ich dir damit geholfen?

Der Eintrag "gfoign" kam mit Sicherheit nicht von mir, "Fuffi" war ja mein erster. Mit den Wienern hab ich dann wohl doch auch sprachlich einiges gemeinsam, denn hätte bisher zu mir jemand gesagt "des gfoigt", hätte ich gedacht: "Es gefällt ihm wohl, wahrscheinlich will er mehr."
Du hast mir insofern geholfen, als ich dadurch sehe, dass der Übergang von einer Variante zu anderen offenbar auch sehr abrupt sein kann.

"Profundes Unverständnis", herrlich! Wie heißt eigentlich so eine Figur? Ist das ein Oxymoron, oder liege ich da genial daneben.

Ja, ich denke, Oxymoron trifft es recht gut. Wenn es eine rhetorische Figur ist, dann wohl die.

Ich würde mich so töricht wie ein Vulkanologe verhalten, der absichtlich ausprobiert, wie es so ist, wenn man in einen pyroklastischen Strom läuft.

Ein köstlicher Vergleich! Drastisch, pointiert und eingängig. Weltklasse!

Morgenantwort

Brezi 27.06.2007
Ich habe heute leider sehr winzige Augen und das nicht nur, weil ich heute Nacht anstatt zu schlafen unbedingt Beiträge verfassen musste. Zu meinem Ärger habe ich gesehen, dass ich meine letzte Antwort anstatt ausgebessert nur im korrigierten Zustand angehängt habe. Ich werde das halbfertige Produkt halt auf einen "Beinahe-Leerstring" kürzen. Wenn sich später bessawissa dazuschaltet, erspare ich im so einige Verwirrung. Der weitere Austausch von Komplimenten und sonstigem erbaulichen Zeug muss aus Zeitgründen auf später verschoben werden. Im übrigen macht es mir nichts aus, einmal das schmälere Band zu sein, wovon ich mich nicht abbringen lasse. Wir wollen ja keinen Wettkampf abhalten und meine sicher nicht ganz unten angesiedelten "Werte" genügen mir, solange Menschen, die mich interessieren, dasselbe von mir behaupten. Über deinen Beruf, der hier, in einem Forum von Mundartforschern drastisch unterrepräsentiert ist, unterhalten wir uns später.

Schönen Tag noch!

Brezi.

Amalia 08.07.2007
Also, ich mangl mich da mal frech in Ratlosigkeit hinein, weil ich das Wort aus meiner Jugend kenne.

Fluffi, bzw Fluffy kann ich nur an Beispielen erklären.

1.
Aufgewachsen in der Geburtstunde des Minirocks, konnte man des öfteren
den Ausspruch vernehmen: Buck die net, ma siacht jo scho de Fluffy.

Oder: Jössas, wos hot den de für a narrische Fluffy au , eben wenn sich so eine *buckte*
(bezugnehmend auf die Unterhose)

2.
Waunnstst schon so a kurzes Kiddal auziagst, daunn ziag da wenigst a gscheide Untahosn au, dir hängt jo die Fluffy aus.

wosch da de Fluffy... do stinkts


(bezugnehmend auf den Inhalt der Unterhose) ALLES KLAR?

Unter fluffy/suche landet man unter anderem bei Wäsche, nun weiss ich endlich auch woher der Ausdruck stammt, für mich war das damals ein Alltagswort

notfalls kann ich es auch hochdeutsch schreiben, aber ich denke ihr kommt zurecht




"Fuffi"

System 09.08.2007
Ich habe den Begriff (fem.) "die Fuffi" als anatomisch recht unkonkrete Bezeichnung für das weiblichen Geschlechtsorgan kennen gelernt, und zwar von einer Frau, die aus Wien-Erdberg stammt. Ob dieser Begriff mit dieser Bedeutung wirklich verbreitet ist, oder bloß ein "Familien - Vokabel" ist, weiß ich nicht. Norxi

ein normales Gebrauchswort

Amalia 05.11.2007
zufällig darüber gestopert bin.. und habe festgestellt, das Wort Fuffi vewirrt ein *ganze Seite* abgesehen von der Tragik, der Tierliebe ist es erheiternd die Ratlosigkeit durch den Beitrag zu verfolgen



http://www.kaninchen.at/smf/index.php?topic=28078.15

Ja!

System 26.11.2007
wie Amalia schon ausgefürt hat, ich kenne "die Fluffi(y)" auch als Synonym für das weibliche Geschlechtsorgan.

Grüße
ouzo13




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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.