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Dialektforscherin Maria Hornung gestorben

JoDo 04.07.2010
Gründerin des Sprachinselmuseums

Die 1920 geborene Sprachwissenschafterin und Dialektforscherin Maria Hornung ist wie nun bekannt wurde am Wochenende verstorben. Sie gehörte zu den Bearbeitern und Herausgebern des österreichischen Wörterbuches.

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Außerdem hatte sie sich stark um die Erforschung der Sprachinseln verdient gemacht und auch das österreichische Sprachinselmuseum gegründet.

http://oe1.orf.at/artikel/248670

Frau Mag. phil. Dr. phil. Maria Hornung wurde unter dem Namen Jechl am 31.5.1920 in Wien-Nußdorf geboren. Nach dem Studium der Germanistik, Anglistik und Romanistik an der Universität Wien (bei den Professoren Josef Nadler und Anton Pfalz, später auch Eberhard Kranzmayer) wurde sie als wissenschaftliche Beamtin an der Wörterbuchkanzlei der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (jetzt Institut für Dialekt- und Namenlexika) angestellt, wo sie bis 1980 tätig war. Nach ihrer Habilitation für "Ältere deutsche Sprache und Literatur mit besonderer Berücksichtigung der Mundartkunde" wurde sie 1969 zum Titularprofessor und 1980 zum a.o. Univ.-Prof. ernannt.

Seit 1947 war sie mit Mag. Dr. Herwig Hans Hornung verheiratet, mit dem sie bis zu seinem Tod im Jahre 1987 eine glückliche Ehe und die gemeinsame wissenschaftliche Arbeit verband.

Schon früh begann sie mit mundartlicher Feldforschung, vor allem in Kärnten. 1958 unternahm sie mit Prof. E. Kranzmayer und ihrem Mann die erste große sprachkundliche Exkursion in die sogenannten Sieben Gemeinden (Sette Comuni) in Oberitalien, dem ältesten bairisch-österreichischen Sprachinselbereich. Zur selben Zeit begann ihre Forschungstätigkeit in den sogenannten karnischen Sprachinseln (Pladen, Zahre und Tischelwang). Anschließend intensivierte sie durch zwölf Jahre ihre Tätigkeit in der Sprachinsel Pladen (Sappada). Ihr wurde im Jahre 1972 das "Wörterbuch der deutschen Sprachinselmundart von Pladen/Sappada in Karnien (Italien)" gewidmet.

Bereits 1950 war Hornungs erstes, gemeinsam mit Franz Roitinger erstelltes mundartkundliches Werk erschienen ("Unsere Mundarten", Neufassung 2000 unter dem Titel "Die österreichischen Mundarten").

In der Reihe "Studien zur österreichisch-bairischen Dialektkunde" der Österreichischen Akademie der Wissenschaften erschien 1964 ihre "Mundartkunde Osttirols", die Maria Hornung als Habilitationsschrift einreichte. Es folgten zahlreiche mudartkundliche Exkursionen in die verschiedensten Gebiete Österreichs, vor allem aber in die Sprachinseln der sogenannten Zimbern, in die karnischen Sprachinseln und nach Gottschee/Kocevje in Unterkrain sowie in die Tiroler Sprachinsel Zarz/Sorica in Oberkrain; weiters in die Slowakei, nach Ungarn, ins Elsaß und zu den Deutschen in Dänemark.

Die intensive Beschäftigung mit den Sprachinseln führte dazu, dass Hornung im Einverständnis mit dem Bunderministerium für Unterricht und Kunst 1972 den "Verein der Freunde der von Österreich aus besiedelten Sprachinseln" ins Leben rief. Zehn Jahre später gründete sie mit ihrem Mann das "Österreichische Sprachinselmuseum", das zu einem Zentrum der Pflege und Dokumentation der altösterreichischen Sprachinseln in den Nachbarländern (Italien, ehem. Jugoslawien, Tschechien, Slowakei. Ungarn und Rumänien) wurde. Seit 1981 gibt Maria Hornung die wissenschaftliche Buchreihe "Beiträge zur Sprachinselforschung" heraus. Neben unzähligen Monografien verfasste sie rund 350 Beiträge in Fachpublikationen. Unter ihrer Leitung entstanden cirka 40 Dissertationen und zahlreiche Diplomarbeiten. Derzeit arbeitet Hornung mit Dr. Gerhard Zeillinger an einem "Altwiener Wörterbuch" auf literarischer Basis.

http://www.sprachinselverein.at/ger/hornung.htm




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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.