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Deutsches Wort für "stirln"

doc 17.07.2006
Hallo, ich suche ein gutes deutsches Wort dafür.
Für alle, denen es nicht so bekannt ist.

unerlaubt, heimlich etwas suchen (z.B. in einer Wohnung, die wen anderen gehört)

oder herumkramen, Schränke und Kästen durchwühlen, um heimlich
etwas zu finden, dass man verdächtigt oder vermutet hat.

sokol 17.07.2006
ich würd's "stierln" schreiben (so auch im ÖWB; im Mühlviertel heisst das übrigens "schniern"), etymologisch herleiten kann ich's nicht; und bezüglich Übersetzung: kommt drauf an, wofür du die brauchst:

- in Österreich würd ich (auch in den Medien) "stierln" schreiben, weil alle Entsprechunen semantisch nicht hinkommen ("im Mistkübel herumkramen" ??? - "Mistkübel stierln" bringt nur in der Form die Bedeutung korrekt)

- wenn's auch Deutsche/Schweizer/Ausländer verstehn sollen, dann bietet sich m. E. am ehesten noch an "(in anderer Leute Sachen) herumschnüffeln", aber das ist dann ja auch nicht mehr sprachlich "neutral", sondern umgangssprachlich und gehört regional eindeutig nach Deutschland

"stierln" ist eben kein "wertneutraler" Begriff und sollte darum, wie ich finde, einfach so stehen bleiben, wenn man diesen Begriff braucht

doc 17.07.2006
ich würd's "stierln" schreiben (so auch im ÖWB; im Mühlviertel heisst das übrigens "schniern"), etymologisch herleiten kann ich's nicht; und bezüglich Übersetzung: kommt drauf an, wofür du die brauchst:

Für meinen Eintrag hier.
reise" target=_blank>http://reise

- in Österreich würd ich (auch in den Medien) "stierln" schreiben, weil alle Entsprechunen semantisch nicht hinkommen ("im Mistkübel herumkramen" ??? - "Mistkübel stierln" bringt nur in der Form die Bedeutung korrekt)


Ja, FullAck. Herumschnüffeln fände ich nicht ausreichend, da mit stierln
eine aktive Tätigkeit meist verbunden ist. Meist wird mit den Händen noch was gesucht. Also mit dem Auge prüfen, Sachen umdrehen und alles durchmustern, dann wieder schön zurücklegen, damit es meist nicht auffällt.

"(in anderer Leute Sachen) herumschnüffeln" gefällt mir.

Zusatz: Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass dieses Dialekt
meiner Meinung nach etwas besser beschreibt, als hochdeutsch, d.h.
es gibt da kein einzelnes Wort, dass das exakt beschreiben würde.
Eine Liste von Dialektwörtern, die nicht mit einem Wort ins hochdeutsche übersetzt werden können, wäre auch von Interesse.

Zitat aus Google "stierln" Seite 1... wohl bekomm´

JoDo 16.08.2006
OEWB-Show v. 0.02 - 2004/03/13 (c) 2003-2004 by Gregor Retti
stierln, (ugs.): 1. a) "längere Zeit mit kleine [schnellen] Bewegungen stochern" b) "(einer ... stierln, (mda.): herumstochern und etwas suchen, ÖWB37 ...
oewb.retti.info/.../RMjW6FiA==&pgm_stat=show - 14k - Im Cache - Ähnliche Seiten

OEWB-Show v. 0.03 - 2006/08/05 (c) 2003-2006 by Gregor Retti
AT - Kaernten, RUMSTIERLN, HERUMSTIERLN, oder nur STIERLN. AT - Niederoesterreich, als stierln verwendet (schriftl + mündl). AT - Niederoesterreich, mundart ...
oewb.retti.info/.../fPowYrRUFJT3o1OiktQGtMVfFX%5CD0/KmA==&pgm_stat=show - 11k - 14. Aug. 2006 - Im Cache - Ähnliche Seiten
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stierln > nach etwas suchen, stöbern (Österreichisches Wörterbuch)
stierln > nach etwas suchen, stöbern : Deutsch-Österreichisches Online Wörterbuch mit Erklärungen und Beispielen. Österreich und seine Sprache.
at" target=_blank>http://at - 21k - Im Cache - Ähnliche Seiten

Wörterbuch Österreichisch stierln nach etwas suchen, stöbern
Die Kinder gingen "stierln", das heißt, sie stocherten mit Stöcken unter den Marktständen herum und konnten gelegentlich einen schäbigen Salatkopf oder ...
http://www.oesterreichisch.net/oesterreich-492-stierln.html - 6k - Im Cache - Ähnliche Seiten

Telefon-Treff Archive - Was Frauen für Probleme haben...
Original geschrieben von Sebi - TT Was ist " stierln ". stirln = herumstochern : D ... So jetzt mal als Piefke , was zum Teufel ist stierln ? ...
http://www.telefon-treff.de/showthread/t-109483.html - 24k - Zusätzliches Ergebnis - Im Cache - Ähnliche Seiten

Was Frauen für Probleme haben... - Telefon-Treff
Original geschrieben von Sebi - TT Was ist " stierln ". stirln = herumstochern ... So jetzt mal als Piefke , was zum Teufel ist stierln ? ...
http://www.telefon-treff.de/showthread.php?postid=868580 - 92k - Zusätzliches Ergebnis - Im Cache - Ähnliche Seiten

MacUser Community! - Schmunzelecke bei Macuser.de
viellecht mag mir jemand hier mal erklären was "stierln" bedeutet..... oder ... zB: Mistkübl stierln = Mülleimer filzen Ganz schön schwer zum Übersetzen! ...
http://www.macuser.de/forum/archive/index.php/t-52625-p-35.html - 42k - Zusätzliches Ergebnis - Im Cache - Ähnliche Seiten

Total exklusiv - derStandard.at
das im Dreck stierln bringt aber Quote. ein Privatsender braucht Quote egal wie. Der Erfolg gibt immer recht. Weiter so. ...
http://derstandard.at/?id=2509096

Austrian German dictionary
stierln / herumstochern, Stockerl / Hocker, Siegespodest. Stoppel / Flaschenverschluß, Stoppelzieher / Korkenzieher. strawanzen / sich herumtreiben ...
http://members.ping.at/markmuhl/diction.htm

Wienerisch (S) [janko.at]
stierln herumstochern. "Im Mistkübel stierlt man nicht rum", sagte die Mutter erzieherisch zu ihrem Sohn. Stockerl Hocker, Siegespodest, Trittschemel ...
janko.at/Wienerisch/Lexikon/s.htm

Re: Deutsches Wort für "stirln"

Grusin 21.01.2007
Hallo, ich suche ein gutes deutsches Wort dafür.
Für alle, denen es nicht so bekannt ist.

unerlaubt, heimlich etwas suchen (z.B. in einer Wohnung, die wen anderen gehört)

oder herumkramen, Schränke und Kästen durchwühlen, um heimlich
etwas zu finden, dass man verdächtigt oder vermutet hat.


in OÖ: stürln, stürn: stöbern, stochern, in Sachen Fremder umherstürn, in einem Haufen Stroh stürln (stochern), in fremden Laden stürln (heimlich etwas suchen), der Hund hat einen Hasen áfgstürt (aufgestöbert). Ursprung mhd. stürn - stochern, stacheln, antreiben

bessawissa 30.05.2007
Auch komisch, Ihr Germanen. "Stier" ist bei uns einer, der dippelnega ist. Und "stieren" heißt "starren".

In aller Kürze

Brezi 31.05.2007
Das fällt mir zu stierln an österreichischen Bededungen ein

1) stochern
2) wühlen, stöbern (legitim oder nicht ist egal, man kann in eigenen oder fremden Papieren stierln)
3) illegitimes Nachforschen in fremden Angelegenheiten (oder vom Durchstierlten zumindest als unangenehm empfundenes, etwa im Rahmen einer Psychoanalyse).

Ad 1) - hierher gehört auch der Ausdruck "Zeechnstierler" für den Pedikür.


@ breznsoiza. Auch wenn ich jetzt übergriffig bin und für eine Dritte antworte. Aber Meli ist Österreicherin, lebt jetzt dort, wo sie schon sagte und ist derzeit mit ungeheurer Akribie dabei, die sprachlichen Unterschiede zwischen dort und ihrer Heimat zu beobachten und katalogisieren. "Ihr Germanen" könnte sie falsch verstehen. Verzeihung, wenn ich da eine klassische Einmischung in innere Angelegenheiten veranstalte.

@ meli: süßes Katzerl!



bessawissa 31.05.2007
Ach was, is ollas lei oans. Sie lebt in Germanien (Germany) bei den Germanen (Germans, hm, warum eigentlich nicht Germen?), da kann man schon mal übersensibel reagieren

Wo ich doch so sensibel bin. Und Vereinfachungen alles so einfach machen...

Genau!

Brezi 31.05.2007
Liebe Meli! Es freut mich (um nicht zu sagen, erleichtert mich), dass es die Liebe war, die dich hinaus verschlagen hat (und zumindest nicht nur der große Softwarekonzern, der viele Ösis dort hinausverschlägt). Ich kenne übrigens zumindest einen Teil der Gegend, habe Heidelberg und selbst Mannheim als recht angenehm empfunden. Jetzt kommt einmal hoffentlich auch Karlsruhe dran. Gewohnt habe ich jedoch auf der anderen Seite, im Rheinlandpfälzischen, in Speyer, um genau zu sein, wo mich der Dom sehr fasziniert hat Du siehst, dass Interesse an der Pflege meiner Heimatsprache Affinitäten zu anderen Gegenden nicht ausschließt. Und als Bereiser von mittlerweile schon 19 Ländern kann ich, was angebliche Schroffheit Touristen gegenüber betrifft nur sagen: Wie man in den Wald ruft, ... Zu mir waren in jedem Land 99 % der Menschen nicht so, wie es Pessimisten mir prophezeit hatten, was natürlich nicht heißt, dass nicht auch jede Gegend ihre unangenehmen Typika hat (Wien eingeschlossen). Was mir am praktizieren Germanentum so besonders sauer aufstößt ist, dass manche deiner Wahllandsleute Österreich als so was wie einen nicht ganz ernst zu nehmenden Vorgarten (mit Gartenzwergen statt Leuten) sehen und unseren Pragmatismus prinzipiell als Inkonsequenz auslegen. Sich weiter hierüber auszulassen widerspräche aber m. E der Idee von Russi, hier eine Seite für Leute einzurichten, die die Sprache Österreichisch kennen lernen wollen, egal woher sie sind. Identität ist gut, wertende Abgrenzung weniger.

Also lass auch Schatz und Katz' (pardon, Kater) herzlich von mir grüßen. Ich hoffe, noch viel von dir zu hören und dass du weiterhin Spaß an der Vergleichenden Sprachwissenschaft hast. Es ist ein faszinierendes Hobby.

Brezi (der auch keine Brösl macht, sollte er wirlich fallen)

P. S. (weil ich eh schon so viel Ungelesenes hier deponiert habe und ich mir denke, vielleicht liest grad das wer und es hilft) ein Spruch (keine Ahnung, wem außer mir er noch eingefallen ist): Viele geniale Lösungen sind einfach, aber nur wenige einfache Lösungen genial. Die Genialität macht vor allem aus, unter den vielen einfachen Lösungen die richtigen zu erkennen. (Ich hör bessawissa schon sein Kitt-Blasröhrl auspacken und seh im Geist schon, wie er es nach mir richtet, drum hör ich auf).

System 03.06.2007
ich würde "sti[e]rln" auch mit "stochern" übersetzen

Das würde ich auch

Brezi 03.06.2007
Ich würde stierln ebenfalls auch als stochern bezeichnen und habe das aus diesem Grund in ebendieser Rubrik bereits am 30. 5. 2007 kundgetan. Musst nur ein paar Beiträge hinaufblattln, dann siehst du's. Aber so habe ich wenigstens eine Bestätigung meiner Ansicht bekommen. Was danach an Brainstorming kam, hatta ja nicht mehr unbedingt mit der ursprünglichen Fragestellung zu tun. Daher doppelt Dank für diese Doppelanbringung.

Brezi

Re: Das würde ich auch

System 03.06.2007
Aber so habe ich wenigstens eine Bestätigung meiner Ansicht bekommen.


Meine Posting war auch als Bestätigung gedacht und als nix anderes.

Brezi 03.06.2007
Jetzt begreife ich: dann war dein Satz "ich würde stierln auch als stochern bezeichnen" auf dem Wort auch betont. Also "ebenfalls". Mea culpa, da stand ich auf der Leitung.

Amalia 09.07.2007
Nun, da ich mich hier durchgelesen habe, fällt mir eine Begebenheit ein die schon etliche Jahre zurückliegt.

Ich hatte in meinem Bekanntenkreis eine Bastler, der auf grösseren Mistlagerplätzen immer verwertbare Sachen suchte.
Bei etlichen dieser Streifzüge, traf er natürlich auch andere, die selbes in Sinn hatten wie er: stierln

ABER nun kommts
er wurde von so einem Stierler mal angesprochen: bist du ein Stierer oder ein Strutter?
für mich ist und war das immer dasselbe, ich kann mich aber nimmer erinnern, wie dem Bekannte damals der Unterschied erklärt wurde, wir fanden es auf jedenfall irgendwie erheiternd




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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.