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Des Gwiax mit der Sprache:

JoDo 22.03.2008
Manches ist nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick erscheint.
Ein Thema herausgegriffen: DIE SPRACHE

Einmal kann man Sprache linguistisch angehen, einmal formaljuridisch.

Linguistisch betrachtet gibt es im deutschen Sprachraum eine Menge von Dialekten, auch das, was dann die (eine Varietät der) Hochsprache wurde ist aus dem Dialekt hervorgegangen, hat aber durch Regeln und Normen die natürliche Unregelmäßigkeit des Dialekts verloren. Darum kann man einen Dialekt schwer verschriftlichen, viele Laute (Phoneme) haben keinen entsprechenden Buchstaben (Graphem). Jeder Teilnehmer an einem Dialektforum kann ein Lied davon singen, die Hochsprache hingegen ist "kodifiziert", im Wesentlichen sind Zeichen und Aussprache festgelegt und sollen beim Sprechen nicht mit zusätzlichen Klangfarben angereichert werden.

Rechtlich betrachtet sprechen die Amerikaner amerikanisch, auch wenn das ein englischer Dialekt ist. Nein, Dialekt ist auch falsch, weil das halt eine andere Kodifizierung und Normung der englischen Sprache darstellt, die sich vom britischen Englisch unterscheidet. Die Menge der Sondervokabeln und grammatischen Eigenheiten ist dabei gar nicht so wichtig.

Beim Österreichischen (man müsste genaugenommen sagen: der deutschen Sprache in den in Österreich vorkommenden Ausprägungen - sagt aber niemand, grad so, wie beim Amerikanischen) ist das genauso. Aufgrund der Tatsache, dass sich die Republik Österreich eine eigene Sprachpolitik leistet, rechtfertigt das die Benennung der Sprache mit dem Staatsnamen. So einfach ist das. Sollte sich das Fürstentum Liechtenstein, wenn es einmal sonst keine anderen Sorgen hat, dazu durchringen, die im Lande vorhandenen Eigenheiten zu kodifizieren, hätten sie sicher das Recht das Ergebnis Liechtensteinische Sprache zu nennen. Was in einem anderen Forumsbeitrag als "Rückkehr zu den Fürstentümern" gebrandmarkt wurde, hätte aber durchaus Sinn, wenn beispielsweise Schüler die Eigenheiten ihres Landes in Schulaufsätzen schreiben können und nicht als Fehler angestrichen bekämen, sollte es hier mit einer überregionalen Regel kollidieren. Alles natürlich unter einem gemeinsamen Dach (Dachsprache - heißt wirklich so!).
Gemeinsame Sprache bedeutet nicht gleichmacherische Sprache. Wer den Sprachgebrauch in Österreich als Österreichisch benennt ist NICHT Separatist und Lokalchauvinist, er stellt nur die Identität der in Österreich gesprochenen Varietäten der Deutschen Sprache außer Zweifel, im Gegenteil, diejenigen, die sich dagegen aufpudeln, sollen sich fragen ob nicht SIE Deutschnationalisten, Großdeutsche oder so ähnlich sind. Mir selber ist erstaunlicherweise nach dem Fall des Eisernen Vorhanges öfter passiert, von West- oder Südslawen als "Schwab" bezeichnet und ohne jede Diskussion als Deutscher apostrophiert zu werden, Motto: "Redst deitsch, bist a Deitscha". Das dürfte die bis dahin herrschende historische Lehrmeinung in den betreffenden Ostblockländern gewesen sein. Eigenständige Österreicher waren nur dazu zu brauchen, sich die Watschen für die Gräueltaten der Donaumonarchie abzuholen. Also, versteht mich bitte, wenn ich gelegentlich vom Österreichischen spreche (es sollte nicht zu oft vorkommen), dann will ich keinen Keil irgendwo hineintreiben, es ist nur dieses Definieren der Identität, die ab und zu sein muss. Diese sprachliche Identität kann man nicht lexikalisch oder grammatisch definieren. Also, dem Katalanen, der fragt, ob österreichisch genauso eigenständig ist wie seine Sprache, muss man eine abschlägige Antwort erteilen. Aber Österreichisch ist NICHT GANZ GLEICH wie Bundesdeutsch und auch NICHT GANZ GLEICH wie Bai/yrisch (Bairisch sind die Dialekte, auch in Österreich). Österreichisch ist auch nicht eine Einheitssprache, so dass man dann zu Recht sagen könnte, die (bösen) Wiener drücken allen anderen ihre Eigenarten auf (liest man hier im Forum immer wieder, des is owara Holla). Da kommt diese Verwechslung zum Vorschein: Wienerisch ist - natürlich - österreichisch > alle Österreicher sprechen Wienerisch (???) Tirolerisch ist auch österreichisch, aber nicht alle Österreicher sprechen tirolerisch - ich jedenfalls nicht. Es ist egal, ob der österreichisch Sprechende aus dem mittelbairischen südbairischen oder alemannischen Raum kommt. Unsere Eigenart geht über die verschiedenen linguistischen Sprachen drüber, ja, ich glaube sogar, dass die österreichischen fremdsprachigen Minderheiten österreichisch sprechen, weil sich die Lebensumstände bei uns im Land auch auf die Sprache auswirken.

Manche hier im Forum fordern auch eine strikte Trennung zwischen Dialekt und Hochsprache, aber, gerade dieses Hin- und Hergleiten zwischen Hochsprache, Ungangssprache und Dialekt(schichten) ist für mich eine unserer typischen Eigenheiten, die Wissenschaftler sprechen von "Dialekt-Standard-Kontinuum", in der deutschsprachigen Schweiz hingegen gibt es eine "innerstaatliche Zweisprachigkeit" (Diglossie) zwischen Dialekt und schweizerischem Hochdeutsch (Schwyzerdütsch).

(Das sollte eigentlich noch nicht jetzt aus sein, aber im Moment gfreits mi nimma)

Frohe Ostern Euch allen
JoDo

Schreibt man jetzt Gwirks, Gewirkst oder etwa Gwirx?

System 27.07.2008
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Gwirks, Gwirgst, Quirgst, Quirxt (österreichische Dialekte) = Gewürge, Durcheinander, verfahrene Situation (alle gemeindeutsch); Gewirgs(e) (österr. Standarddeutsch), Murks (deutschschw. Standarddeutsch); Gewürgse (ugs.)

Eine kabarettistische Revue
Von Michael Niavarani und Albert Schmidleitner

"Schreibt man jetzt Gwirks, Gewirkst oder etwa Gwirx?
Vielleicht Gewirks oder am Ende gar Gwiags?
Bevor man über das Gwirks auch nur einen klaren Gedanken fassen kann,
hat das Gwirks mit dem Gwirks oder dem Gewirkst usw. längst angefangen.
Ein richtiger Ballawatsch oder doch ein Pallawatsch?
Wir lassen Revue passieren:
Das Gwirks mit dem Geld, das Gwirx mit der Familie, das Gwiags mit der Politik,
das Gewirkst mit der Religion, das Gwiax mit dem Beruf, das Gwirks
mit der Fernbedienung, mit dem Auto, mit der Schule,
mit dem Reißverschluß und mit dem SiMSen.
Das Gewirks mit dem Abnehmen und das Gewirks mit dem Zunehmen.
Das Leben ein Gwirks.
Vorläufig schreiben wir Gwiags Gwirks.
EIN GROSSES GWIRKS."

http://www.optimal-reisen.at/pr_show_detail.php?nr=1


Ein großes Gwirks
Kabarett Simpl

"Schreibt man jetzt Gwirks , Gewirkst oder etwa Gwirx? Vielleicht Gewirks oder am Ende gar Gwiags? Bevor man über das Gwirks auch nur einen klaren Gedanken fassen kann, hat das Gwirks mit dem Gwirks oder dem Gewirkst usw. längst angefangen. Ein richtiger Ballawatsch oder doch ein Pallawatsch? Wir lassen Revue passieren: das Gwirks mit dem Geld, das Gwirx mit der Familie, das Gwiags mit der Politik, das Gewirkst mit der Religion, das Gwiax mit dem Beruf , das Gwirks mit der Fernbedienung, mit dem Auto, mit der Schule, mit dem Reißverschluß und mit dem SiMSen.
Das Gewirks mit dem Abnehmen und das Gwirks mit dem Zunehmen. Das Leben ein Gwirks. Vorläufig schreiben wir Gwiags Gwirks."

http://www.wien-event.at/veranstaltungsTipps/eventDetail.cmi?cmi.eventId=7064

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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.