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Böse Worte

HeleneT 08.02.2007
Hi!

Ich möchte da noch ein Thema aufgreifen.

Von doc kam:
"und wenn das Körperteil "Doserl" genannt wird, ist es ja eh einen Verniedlichung, da finde ich Wörter wie Fotze für Gesicht oder für das weibliche Geschlechtsorgan schon viel schlimmer."

Als Beispiel:
Das Wort Weib kam aus dem mittelhochdeutschen Wib - Jodo wird das sicher nötigenfalls richtig stellen wenn das nicht passt. Es war ein Wort, das üblich war, sogar in einem Gebet vorkam. Ich habe noch gelernt: Du bist gebenedeit unter den Weibern. Dann wurde das Wort immer mehr abwerten gebraucht. Ich kennen noch: Für ein Weiberleut gibt man kein Geld für den Doktor aus!
Das Wort Weib wurde zum verbotenen/tabuisierten Wort. Da hat uns die Mama gesagt: Pfui, so was sagt man nicht! - wie bei vielen anderen auch. Es wurde quasi zum Schimpfwort. So tabuisiert, es wurde auch in dem Gebet durch Frauen ersetzt, ist das gleiche Wort heute wieder da mit einer neuen Bedeutung. Die Vollweibdiät wurde nicht nur von einer tollen Frau geschrieben, das Wort Weib hat sich damit gewandelt in eine Wertigkeit: die ist Frau weil es für sie gut ist Frau zu sein, die will sich nicht vermännlichen um Gleichberechtigt zu sein. So in etwa.

Ich kenne den Ursprung von Fotze nicht, aber wenn es jetzt und die "Bösen Wörter" eingereiht wird, die, die die Mama… wir wissen schon… dann taucht es möglicherweise in 20 Jahren mit einer veränderten Bedeutung wieder brauchbar auf.

Darum, lieber doc, übertrage bitte nicht deine Wertungen zu einzelnen Worten auf mich. Ich habe diese Wertungen nicht, egal was du auch immer dir über mich zusammenphantasierst.

Re: Böse Worte

doc 08.02.2007
Ok, ok, ist schon gut Also für mich ist das erledigt jetzt.

Re: Böse Worte

JoDo 08.02.2007
...Das Wort Weib kam aus dem mittelhochdeutschen Wib - Jodo wird das sicher nötigenfalls richtig stellen wenn das nicht passt . Es war ein Wort, das üblich war, sogar in einem Gebet vorkam. Ich habe noch gelernt: Du bist gebenedeit unter den Weibern. Dann wurde das Wort immer mehr abwerten gebraucht....

Passt eh, aber wo ich doch gerne meinen - oder besser fremden Senf - dazugebe, hier wieder einmal ein Zitat aus wikipedia:

Weib ist ursprünglich in gehobener Sprache der Paar-Begriff zum „Mann“ (so in Mozarts Zauberflöte: Mann und Weib und Weib und Mann / Reichen an den Himmel an). - ...Da schau her: Wib (ahd./mhd.), die Verhüllte, meinte die Frau der niederen Schichten, während frouwe („Frau“) überwiegend Vertreterinnen des Geschlechts aus dem Adel, später auch reichen Patrizierinnen vorbehalten war. ... - Heute wird diese Ausdrucksweise kaum noch verwendet, wenn man von einer weiblichen Person spricht.
...
Seit dem Vordringen der höflichen Bezeichnung „Dame“ (aus dem Französischen) im 19. Jahrhundert wird „Weib“ oft abwertend (pejorativ) gebraucht („dummes Weib“, „Weibergeschwätz“). In Dialekten wie etwa dem Bairischen oder dem Walliserdeutschen hat es diesen Bedeutungswandel noch nicht ganz hinter sich .

In bestimmten Zusammenhängen jedoch und auch in der Umgangssprache kann Weib nach wie vor positiv besetzt sein, zum Beispiel beim „Prachtweib“.
http://de.wikipedia.org/wiki/Weib[/b]

bessawissa 14.04.2007
Auch der Begriff "weiblich" ist, wie ich doch hoffe, positiv besetzt. Sonst hieße es ja "männlich und fraulich". Die Leichtathletik unterteilt in "Männer und Frauen", andere Sportarten, wie zum Beispiel Schifahren, sind da noch foiner und unterscheiden "Herren und Damen".

Da fällt mir ein Sketch des unvergessenen Karl Farkas ein, der in den 60ern zum Thema Emanzipation und äußerer Angleichung der Geschlechter (damals vor allem in Form der langen Haare) sagte: "Die Damen werden immer herrlicher, die Herren immer dämlicher."

Und noch ein alter Witz: Eine ziemlich aufgedonnerte Superblondine fragt auf einem Ball eine ältere Dame nach dem Weg zur Toilette. Die Antwort der Dame: "Ziemlich einfach, hier den Gang entlang, dann links die Stufen hinunter, dann kommen Sie zu einer Tür, auf der steht "Damen", und da gehen Sie trotzdem hinein!".

Re: Böse Worte

System 29.04.2007
Ich kenne den Ursprung von Fotze nicht, aber wenn es jetzt und die "Bösen Wörter" eingereiht wird, die, die die Mama… wir wissen schon… dann taucht es möglicherweise in 20 Jahren mit einer veränderten Bedeutung wieder brauchbar auf.

Fotze kommt laut Pfeifer (Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. Erarbeitet unter der Leitung von Wolfgang Pfeifer. 7. Aufl. München: DTV 2004, S. 368. [s. v. Fotze]) vom gleichbedeutenden mhd. vut, welches wahrscheinlich ursprünglich "das Stinkende" bedeutet.
Die Einreihung unter die "bösen Wörter" ist also durchaus nachvollziehbar.

(Das nur zur Beseitigung eines Informationsdefizits bemerkt.)




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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.