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BRATZL

von Juser8535hw 06.08.2015
Ich lese jetzt ein altes Stück von Karl Schönherr und stolpere hin und wieder über Worte, die ich nicht verstehe - kann mir da jemand helfen? Ich hätte mehr als das eine Wort oben...

Der ganze Satz zu dem Wort ist:

Ja, mein lieber Jäger; geschlagene vier Tag ists jetzt schon her; und du bist seitdem nit wiederkommen. Aber gestern in der schlafenden Nacht hats dich doch zum Haus herzogen, wie die Muggen zum Licht. Hab dich ganz deutlich gsehen hinter dem alten Holunderbaum; und wie ein verliebter Kater zu meinem Schlafkammerfenster hinaufgschaut. Jägerle. Ich mein, ich mein — du hängst schon mit einem Bratzl; auf der Leimrutn.

Auch von Karl Schönherr:

Koschutnig 07.08.2015
Er hat sich mit sein Kraxeln
Brochn beide Haxeln,
Die Bratzeln aa dazua,
Mit dem wars no nit gnua:
's Gnack hats ihm aa verrenkt
Dös hatn am meistn kränkt.

Zwar stehn in unserem Kulturkreis die Buchstaben B/b und D/d grundsätzlich für stimmhafte Verschlusslaute, im Anlaut eines Wortes werden sie aber in Österreich stimm[b]los gesprochen, weshalb es immer wieder zu Schreibungen mit P/p bzw T/t kommt – und umgekehrt ist dies eben auch der Fall, bes. wenn die Behauchung von P und T gering ist und der Laut zu einer „Lenis“ wird. Das verleitet dann zu einer Verwendung von B und D wie in China – vgl. Peking : Beijing oder Mao Tse-tung: Mao Ze Dong. Die Aussprache der Verschlusslaute hat sich ja nicht geändert, und doch fordert China vom Rest der Welt nun eine andere Buchstabenverwendung für seine unbehauchten [p] und [t], als wir sie kannten.

Langer Rede kurzer Sinn: Such dein „Bratzl“ in OSTARRICHI unter P[/]! Du findest es als Pratzerl, ohne Verkleinerungform als Pratze und als Pratzn, und auch im Verb pratzeln sowie im Kompositum Pratzenputzen .
Dass aber ausgerechnet ein Tiroler B- für P- schrieb, ist schon verwunderlich! Bei ihm findet es sich ja öfters, nicht nur im Marterl-Text - und wo’s nicht die Handerln sind, sind’s eben die Pfötchen:
Gimpl, mit beiden [b]Bratzeln
auf der Leimrutn
oder
In England hat sich eine Schwalbe mit den Bratzeln auf einem Turmdach verhängt.
oder auch in der US-Variante
In Newyork hat sich eine Schwalbe mit den Bratzeln auf einem Turmdach verhängt.




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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.