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Meli 26.04.2008
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Re: Remigius - Streif - Pummerin

Halawachl 26.04.2008
Lieber Remigius,

in Deiner letzten Antwort (unter Kommentare) zum Wort Streif empfiehlst Du abschliessend selbst eine Methode, die wir alle bei Ostarrichi jederzeit anwenden sollten: Alles lieber etwas locker nehmen! Dies kann ich auch Dir wärmstens empfehlen.

Natürlich ist nicht alles Gold was da auf unseren Seiten glänzt. Und die Debatte über die Grenzziehung Wörterbuch:Lexikon ist hier bereits mehrfach diskutiert worden. Es ist eine interessante Grenzziehung, nicht ganz so einfach wie Du zu glauben scheinst. Dabei hast Du meiner Meinung durchaus recht, wenn Du die Eintragung rein geografischer Bezeichnungen kritisierst. Aber es gibt auch Bezeichnungen, die sicher in ein Österreich-Lexikon gehören, die m. E aber durchaus auch hier Platz haben sollten. Pummerin gehört vielleicht dazu. Ich habe z.B. selbst den Watschenmann (im Wiener Wurstelprater) eingetragen. Das ist MEINE Meinung dazu. Ich habe also meine Meinung, aber das bedeutet nur wenig. Wenn andere anderer Meinung sind, dann respektiere ich das. Ostarrichi ist ein offenes Forum. Massregelungen und Verbote sind fehl am Platz, und damit auch apodiktische Urteile über andere Ostarrichi-Mitglieder.

Also, bitte nicht so forsch! Lieber alles etwas locker nehmen!
Das ist besser für uns alle bei O.

Das wünscht Dir, und und sich selbst
mit freundlichem Gruss,
Halawachl

Re: Remigius - Streif - Pummerin

Remigius 26.04.2008
Liebe Meli,

das finde ich ja schön von dir,
dass du mir das letzte Wort lässt.
Da kann ich jetzt so richtig vom Leder ziehen … *grins*

Doch ernsthaft:

Es stellt sich hier die grundsätzliche Frage,
was wir hier wollen:

Wollen wir nur eine nette Plauderei über interessante Ausdrücke,
oder wollen wir mehr,
nämlich zusätzlich zu dieser Plauderei, die uns unbenommen bleibt,
nebenher noch ein österreichisch-deutsches Wörterbuch erstellen,
das zumindest den Minimalanforderungen an ein zweisprachiges Wörterbuch genügt ?

Falls wir letzteres wollen,
dann haben Ortsnamen, Touristenattraktionen oder nationale Identifikationsmuster
in diesem Wörterbuch einfach nichts zu suchen.

Nimm irgendein italienisch-deutsches Wörterbuch:

Den Trevi-Brunnen und die Rialto-Brücke und den Dogen-Palast
wirst du darin genauso wenig finden wie irgendwelche National-Idole.

Und auch in einem englisch-deutschen Wörterbuch
findet sich weder der Trafalar Square noch die Westminster Abbey oder die Canterbury Cathedral.

Alle diese Dinge haben sehr wohl ihre Berechtigung,
aber nicht in einem zweisprachigen Wörterbuch,
sondern in einem Konversationslexikon
oder in einem Reiseführer
oder in einem Essay über das österreichische Lebensgefühl.

Versteh mich nicht falsch, liebe Meli,
mir ist völlig klar, dass die Pummerin und die Streif einen sehr guten Platz haben
im Herzen vieler Österreicher,
und das ist auch absolut in Ordnung und ist einer ihrer vielen sympathischen Züge.

Aber in ein zweisprachiges Wörterbuch gehört das halt nun einmal genausowenig hinein
wie Ortsnamen, Personen, Ereignisse und so weiter.

Noch eine Bemerkung zu mir selbst:

Es ist zwar richtig,
dass ich über einen Migrationshintergrund verfüge,
aber ich lege Wert auf die Feststellung,
dass ich IN KEINER PARALLEL-GESELLSCHAFT lebe,
sondern mich voll integriert fühle

Ich möchte sogar so weit gehen, zu behaupten,
dass das heutige Österreich
meiner ehemaligen bayrischen Heimat näher steht als das heutige Bayern !

Doch steht dies hier nicht zur Debatte,
denn bei der Bewertung eines Eintrages im Ostarrichi
geht es NICHT darum,
wie sympathisch dir oder mir das betreffende Wort oder die damit bezeichnete Sache ist,
sondern wie BEKANNT ( nicht wie BELIEBT ) das Wort ist,
ob die schriftsprachliche Form korrekt geschrieben ist,
ob die Übersetzung stimmt,
und ob es sich um einen Austriazismus handelt oder einen gesamtdeutschen Ausdruck.

Wie weit uns das Wort oder die Sache sympathisch oder unsympathisch ist,
spielt überhaupt keine Rolle,
es zählen einzig und allein die lexikographischen Erfordernisse !

So wie es aussieht,
stehe ich hier mit dieser Haltung alleine da,
so dass es mich nicht verwundert,
wenn die Einträge "Streif" und "Pummerin" hoch bewertet werden.

Die Qualität des Wörterbuches wird dadurch jedoch nicht gehoben.

Dieser fühle ich mich aber weiterhin verpflichtet und werde weiter in diesem Sinne wirken,
egal wie viele Kritiker ich dabei finde …

Und jetzt noch ein versöhnliches Wort zum Schluss, liebe Meli:

Weißt du, was ein Bayer ist ?

Es ist der missratene Versuch, aus einem Österreicher einen Preußen zu machen

Liebe Grüße -

- Remigius




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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.